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Bienen haben einen dichten Pelz, dessen Funktion die Wissenschaft erst vor kurzem entdeckt hat. Bild pixabay, JDLT, gemeinfrei

5G: Insekten orientieren sich an schwachen (!) elektrischen Feldern – was geschieht mit ihnen unter 5G?

6. März 2019 | Autarkie | Freies Leben | Gesundheit | Ernährung | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Bienen tragen einen dichten Haarpelz. Bislang ging man immer davon aus, der sei dazu da, Blütenstaub zu sammeln. Das tun sie natürlich auch, die Bienen, aber dazu haben sie die „Höschen“ und dort ist die Form der Beinchen und der Haare auch extra dafür angelegt, dass sie richtig ordentliche Pakete heimbringen, um damit die heranwachsenden Bienen zu füttern. Aber wozu brauchen sie den Pelzmantel? Zur Isolierung? Nun, vielleicht das auch ein bisschen. Aber den wahren Zweck hat die Wissenschaft nun herausgefunden un der ist erstaunlich.
Die Forscher haben eine faszinierenden Funktion dieser „Haare“ herausgefunden: Sie dienen den Bienen, Hummeln und anderen Insekten als ultrafeines Messgerät für die schwachen, elektrische Felder, die von Blüten ausgesandt werden. Das sind die Fein-Informationen über diese Blüte, sie funken wichtige Zusatzformationen bei der Pollen- und Nektar-Sammeltätigkeit der Insekten.

In einer früheren Untersuchung haben die Biologen der University of Bristol’s School of Biological Sciences bereits herausgefunden, dass Blüten nicht nur durch Farben, Formen und Düfte Signale an bestäubende Insekten vermitteln, sondern auch durch elektrische Felder. Damals waren Hummeln die Versuchstiere. Die pummeligen Kusinen der Honigbienen, von Imkern auch „Tonnenbienen“ genannt, weil sie im Erdreich tönnchenartige Waben bauen – können aus diesen feinen, elektrischen Feldern die Ladungs-Eigenschaften der Blüte, ihres Pollen- und Nektarangebotes schon herauslesen und entscheiden daraufhin, ob sie auf der Blüte landen oder nicht.

 

Die niedliche, puschelige Hummel: Das „Fell“ ist ihr Navigationssystem“! (Bild: pixabay, woodypino, gemeinfrei)

 

Eine faszinierende Wahrnehmung

Im Prinzip erzeugen Blüten normalerweise eine negativ geladenes elektrisches Feld. Hummeln und Bienen laden sich bei ihrem Flug durch die Luftreibung positiv auf. Landet nun eine Hummel oder Bienen auf einer Blüte, findet ein Ladungsaustausch zwischen negativ und positiv statt. Fliegt das Insekt weg von der Blüte, ist deren Negativladung schwächer. Und genau das ist das Signal – eine nur schwach negativ geladenen Blüte sendet die Botschaft für Bestäubungsinsekten: Hier brauche ich nicht zu landen, der Nektar wurde schon abgeerntet. Nur – wie nehmen die Insekten die feinen elektrischen Felder wahr? In der neuen Studie hakt Gregory Sutton von der University of Bristol und seine Kollegen jetzt nach.

Als wahrscheinlichste Sensoren für die elektrischen Felder tippten die Forscher auf die Fühler und die Haare der Insekten. Zuächst galt es, zu überprüfen, ob sich diese feinen Gebilde durch elektrische Felder tatsächlich bewegen lassen. Dazu führten die Forscher feine Ladungsträger – die der von Blüten sehr nahe kommen –  in Richtung der „Haare“ beziehungsweise der Fühler von Hummeln. Ein Laser-Vibrometer erfasste bei den Experimenten genau die Reaktionen der winzigen Haaren. Es zeigte sich: Sowohl die Fühler der Insekten als auch ihre Härchen bewegten sich durch die elektrischen Felder. Die Haare reagierten deutlich am stärksten.

Auch von verschiedenen Wasserlebewesen ist bereits gut bekannt, dass elektrische Felder für ihre Orientierung eine wichtige Rolle spielen. Nun könnte sich also zeigen, dass auch viele Insekten einen Sinn für elektrische Felder besitzen und diese möglicherweise für intelligente Strategien nutzen.

 

 

Insekten orientieren sich in elektrischen Feldern

Sehr viele, wahrscheinlich alle Insekten leben und funktionieren also in natürlichen, sehr schwachen, elektromagnetischen Feldern. Wenn diese durch die brutale Stärke der künstlichen Mobilfunkfelder überlagert werden, dann hat das mit Sicherheit Auswirkungen auf diese Insekten. Studienergebnisse beweisen: Unter Mobilfunkeinwirkung schwindet bei Bienen die Größe der Kolonien und die Leistung der Arbeiterbienen. Der Polleneintrag läßt nach, die Honigproduktion ist niedriger, die Orientierungsfähigkeit der Tiere wird beeiträchtigt und ihre Immunabwehr geschwächt.

Andere Studien aus den Jahren 2012 und 2014 belegen, dass unter Mobilfunkstrahlung die Lern- und Gedächtnisleistung von Ameisen Schaden leidet. Futterstellen werden kaum wiedergefunden, die Brutentwicklung mickert. Orientierungsprobleme werden überlebensgefährlich: Die Ameisen finden ihren Bau nicht mehr und können bei Gefahr keine Helfer holen. Unter Strahlungseinwirkung von Dect-Telefonen, Smartphones und WLAN schwindet ihre Fähigkeit, sich linear fortzubewegen; stattdessen laufen sie im Kreis. Bei Frucht- und Taufliegen nimmt unter Handystrahlung die Fruchtbarkeit ab, die Zahl der Verpuppungen geht bis zu 30% zurück, die DNA wird zerstört.

 

 

Es gibt leider nur eine Freilandstudie zur Auswirkung von Mobilfunkbasisstationen auf Insekten, die im Jahr 2015 auf zwei griechischen Inseln durchgeführt wurde. Das führte zu einem sehr aufschlussreichen Phänomen: Bei zunehmender Stärke der Bestrahlung stieg die Anzahl unterirdisch nistender Wildbienen stark an. Unter der Erde sind die Insekten und ihre Brut besser vor der Strahlung geschützt, während die Honigbienen und die normalen, in Bäumen und Felsnischen lebenden Wildbienen den Umkreis von Mobilfunkmassten weiträumig mieden.

 

 

Das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm will keine Studien zu Insekten machen

Das deutsche Mobilfunkforschungsprogramm, wurde zwischen 2002-2008 mit 17 Millionen Euro ausgestattet war, um Auswirkungen des Mobilfunks zu untersuchen. Insekten spielten bei den Untersuchungen keine Rolle. Dabei wurden schon im Jahr 2000 von der ICNIRP, der Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung, eingehende Untersuchungen an „Pflanzen, Tieren, Vögeln und anderen lebendenden Organismen“ als unbedingt notwendig gefordert. Dass es – neben den Herbiziden und Pestiziden – durchaus auch einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Insektensterben geben kann, ist sehr wahrscheinlich. Zwar sind bei der 5G-Mobilfunkgeneration die Reichweiten der Sendetürme recht kurz, aber dafür wird es sehr viel mehr Sendeanlagen geben. Es gelten zwar auch hier einzuhaltende Sicherheitsabstände, Insekten und Vögel wissen aber nichts von gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabständen – und können den „Sendekeulen“ wahrscheinlich kaum entkommen. Es müssten unbedingt wesentlich gründlichere Untersuchungen zu den Auswirkungen der G5-Funkstrahlung gemacht werden, doch das wird sehr wahrscheinlich verhindert werden. Erst dann, wenn die Auswirkungen ein Desaster sind und nicht mehr abgestritten werden können, könnte sich etwas ändern.

 

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