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(grafik: Copyright/Quelle: Corazzol et al. / Current Biology)

Ärzte reanimieren Bewusstsein von Wachkomapatienten nach 15 Jahren

26. September 2017 | Grenzwissenschaften | Medizin | YouTube | grenzwissenschaft-aktuell

Lyon (Frankreich) – Erstmals ist es Ärzten durch gezielte Nervenstimulation gelungen, das Bewusstsein eines aufgrund einer Hirnverletzung seit ganzen 15 Jahren im Wachkoma liegenden Patienten wieder zu erwecken. Damit widerspricht das Studienergebnis der bislang verbreiteten Annahme, dass ein Wachkoma von mehr als 12 Monaten zwangsläufig zu irreversiblen Zustand führt.

Während sich Komapatienten unempfänglich für äußere Reize in einer Art Schlafzustand befinden, sind Wachkomapatienten zwar wach, zeigen aber keine Anzeichen von Wahrnehmungen ihrer Umwelt oder kognitive Funktionen. Während es in einigen Fällen gelingen kann, einen Patienten aus einem nahezu vollständigen in einen Zustand minimalen Bewusstseins zu versetzten, galt bislang ein Wachkoma von mehr als 12 Montane als irreversibel schädigend.

Wie das Team um Martina Corazzol und Angela Sirigu vom französischen Insitut des Sciences Cognitive aktuell im Fachjournal „Current Biology“ (DOI: 10.1016/j.cub.2017.07.060) berichtet, zeigte der Patient schon einen Monat nach Beginn der Therapie deutliche Verbesserungen und Anzeichen dafür, dass er aus seinen vollständigen Wachkomazustand in einen Zustand zurückkehrte, in dem der Patient zumindest minimale Anzeichen von Bewusstsein aufweist (minimally conscious state).

Im aktuellen Fall handelte es sich um einen 35-jährigen Mann mit schweren Hirnverletzungn, der sich bereits seit 15 Jahren im Wachkoma befand. Da die Reizung des Vagus in früheren Untersuchungen einen Stimulation des Thalamus und damit jenes Hirnzentrums auslöste, dass für die Koordination sensorischer Signale verantwortlich ist, reizten die Mediziner den sogenannten Vagusnerv und damit einen der wichtigsten Verbindungsnerven zwischen Kopf und Körper mit leichten elektrischen Stimulationen.

Die Ärzte beobachteten dabei das verhalten des Patienten und seine Reaktionen auf die Reize und zeichneten die Hirnaktivität mittel EEG- und PET-Scans auf. Nach und nach steigerten sie zudem die Intensität der Stimulation, um nach einem Monat eine Reizstärke von 1 Milliampere erreicht zu haben und der Patient erste Anzeichen einer stetigen Verbesserung seiner Fähigkeit zur grundlegenden Erregung, Aufmerksamkeit, Beweglichkeit und zur visuellen Aufmerksamkeit zeigte.

 

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