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Antike Totenstadt in Ägypten entdeckt

1. März 2018 | Geschichte | Wissenschaft | Forschung | Die Unbestechlichen

Ägyptische und deutsche Archäologen haben am Nil eine antike Totenstadt mit Dutzenden Sarkophagen und Kunstschätzen entdeckt. Die in der Stadt Minja in Ägypten gefundene, über 2500 Jahre alte Nekropole enthalte 40 Steinsärge, etwa 1000 Statuen und eine Goldmaske. Das sagte Antikenminister Khaled al-Enani am Samstag am Ausgrabungsort. Zudem seien Keramik, Schmuck und andere antike Gegenstände gefunden worden. Eine Halskette trug einen skarabäusförmigen Anhänger mit der Aufschrift „Frohes, neues Jahr“.

Die Ausgrabungen begannen laut dem Ministerium im vergangenen Jahr und wurden von deutschen Forscherteams unterstützt. «Das ist erst der Anfang einer neuen Entdeckung und ich glaube, wir brauchen mindestens fünf Jahre, um die Arbeit an der Nekropole zu beenden», erklärte Al-Enani. Die Funde würden wichtige Einblicke in das Leben der Alten Ägypter geben.

Bei den Ausgrabungen nahe Minja seien in den vergangenen Monaten mehrere Grabkammern von Priestern entdeckt worden, die dem ägyptischen Gott Thot dienten, sagte der Chef des Archäologenteams, Mostafa Wasiri vom Obersten Antikenrat in Ägypten, der staatlichen Zeitung “Al-Ahram”. In der ägyptischen Mythologie ist Thot der vogelköpfige Gott des Mondes sowie des Lernens und der Schrift. Eines der Gräber gehörte demnach dem Hohepriester mit dem Namen Hersa-Essei, dessen Mumie gefunden wurde. Seine sterblichen Überreste seien mit Bronze verziert, in die die Göttin Nut eingraviert sei, die den Verstorbenen schützen soll. Außerdem fand man eine Art Friedhof mit 40 Mumien in körperförmigen Steinsärgen, wovon einige in Hieroglyphenschrift die Namen ihrer Besitzer tragen. Außerdem fand man Tausende mumifizierte Ibisse und andere Tiere.

Mit Radarmessungen geheimen Raum finden

Die Mumie eines unbekannten Mannes, auch „die schreiende Mumie“ wird seit kurzem im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Schon Ende 2017 begannen umfangreiche Arbeiten und Ausgrabungen in den unterirdischen  Räumen. es stellte sich heraus, dass dort Mitglieder von verschiedenen Familien bestattet liegen. Sie stammen aus der sogenannten „späten Periode“ des ägyptischen Reiches, der ptolemäischen Epoche, die auf Ptolemaios, einen der Satrapen Alexander des Großen. Diese Epoche bezeichnet die Zeit zwischen dem Tod Alexander des Großen 323 v. Chr. und der letzten ägyptischen Herrscherin, Cleopatra 30 v. Chr.

Bisher sind acht Grabräume gefunden, es sollen aber noch viel mehr entdeckt werden und ausgegraben.

In den vergangenen Monaten hatte das Antikenministerium in Ägypten eine Reihe von Entdeckungen aus der Hochkultur der Alten Ägypter präsentiert. Das Land will damit Touristen anlocken, die es wegen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise des Landes dringend als Einnahmequelle für ausländisches Geld braucht. Ägypten hat mit der Pharaonenstadt Luxor, den Pyramiden in Giseh bei Kairo und weiteren Orten entlang des Nils zahlreiche wertvolle Kulturstätten zu bieten.

Ein italienisches Forscherteam hatte Ende Januar mit Messungen in der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun in Luxor begonnen. Die Radarmessungen in der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) sollen Klarheit darüber bringen, ob sich – wie von einem Wissenschaftler vermutet – hinter der Nordwand ein weiterer, bislang unentdeckter Raum befindet.

Erst Anfang des Monats hatten Wissenschaftler nahe der Pyramiden ein mehr als 4000 Jahre altes Grab gefunden. Die Kammer soll zu einer Priesterin mit dem Namen Hat Bet gehören. Nahe des einzigen noch erhaltenen Weltwunders der Antike soll Ende des Jahres das neue Ägyptische Museum eröffnen, dass das Ausstellungshaus im Stadtzentrum Kairos ablösen soll.

 

 

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