0 Australier protestieren gegen Palmöl – EINKAUFSRATGEBER zu Palmöl und Pflanzenöl! | connectiv.events
Seite auswählen

Bild: Pixabay

Australier protestieren gegen Palmöl – EINKAUFSRATGEBER zu Palmöl und Pflanzenöl!

21. Januar 2018 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Natur | Umwelt | Netzfrauen

Die Kritik an Palmöl-Raubbau in Indonesien wächst weltweit. Nachdem Indonesien während eines Handelsabkommens mit  Australien forderte, mehr Palmöl abzunehmen, wurde auf die Kritik der Verbraucher hingewiesen, die auch in Australien immer mehr nach Palmöl-freien Produkten Ausschau halten. Der indonesische Präsident Joko Widodo verspricht zwar, die letzten Naturschutzgebiete zu schützen, doch seitdem aktuelle Bilder aus Indonesien in Australien gezeigt wurden, aus denen hervorgeht, was Palmöl anrichtet und dass sogar mitten in den Sumpfwäldern des Leuser-Ökosystems gerodet wird, nimmt in Australien der Protest zu. 

In Australien zum Beispiel gibt es Kampagnen, die ALDI auffordern, in Zukunft auf Palmöl zu verzichten. Die Protestler hatten sich ALDI ausgewählt, da dort der Gigant mit Nachhaltigkeit wirbt. ALDI verwendet zum Beispiel in Australien keine künstlichen Farbstoffe und bietet nur nachhaltigen gefangenen Fisch an.

 

Auch in Australien ist es den Lebensmittelherstellern immer noch erlaubt, Palmöl auf Etiketten zu verstecken. Am 28. April 2017 wird über die Einführung einer Kennzeichnungspflicht aller Öle abgestimmt. Neue Umfragen zeigen, dass 84% ​​der Australier und 92% der neuseeländischen Konsumenten wissen wollen, ob Palmöl in einem Produkt enthalten ist, um diese notfalls zu boykottieren. Würde man diese Umfrage in Europa durchführen, wie wäre hier das Ergebnis?

Nicht nur in Australien laufen Aktionen, auch bei uns in Deutschland. Palmöl befindet sich in einem Großteil aller Kosmetik-Produkte, das muss aber nicht eindeutig auf der Verpackung deklariert werden. Stattdessen gibt es an die 100 chemische „Tarnnamen“ für Palmöl, welche die wahren Inhaltsstoffe der Produkte verschleiern. Für umwelt- und gesundheitsbewusste Verbraucher gibt es so keine echte Chance zu wissen, ob ein Produkt – sei es Zahnpasta, Shampoo oder Mascara – Palmöl enthält oder nicht. Siehe: Bundestag: Wo Palmöl drin ist, muss Palmöl draufstehen – auch bei Kosmetik!

Der WWF bleibt bei der Aussage, wie aktuell in spectator.sme.sk zitiert: „Palmöl muss nicht zerstörerisch sein, und in der Tat hat es das Potenzial, eine wichtige Kraft für eine nachhaltige Entwicklung zu sein. Die Lösung ist, es verantwortungsvoll anzubauen.“  Doch was Palmöl anrichtet, hat mit Nachhaltigkeit nun wirklich nichts zu tun. Denn auch vor Naturschutzgebieten wird nicht halt gemacht. Siehe: Das schmierige Geschäft mit Palmöl mit Hilfe des WWF – Agrofinanz insolvent, Palmölproduzent IOI steht am Pranger – Wilmar in Kritik.

In dem Leuser-Ökosystems leben die meisten der Orang-Utans Sumatras, in seinen Regenwäldern gedeiht Rafflesia, die größte Blüte der Welt. Vier Millionen Einheimische sind für ihre Wasserversorgung und Nahrung darauf angewiesen, dass die Wälder intakt sind. Der größte Feind: Die Abholzung wegen Palmöl. Die meisten der Palmölplantagen wurden illegal eingerichtet, denn in Schutzgebieten gibt es keine Genehmigung. Genau das bringt auch die Australier auf die Palme. Sie wollen das Handelsabkommen mit Indonesien nicht. Denn  Bedingung soll sein, dass Australien nicht nur mehr Palmöl importieren soll, sondern auch Papier aus Indonesien, wie smh.com.au im Rahmen des Besuches von Joko Widodo  in Australien berichtete. 

Rafflesia Kelantanesis Gan gefunden im nördlichen Wald der Cameron Highlands. Der Durchmesser beträgt zwischen 70-120cm (siehe Zigarettenschachtel rechts daneben). Bild: Wikimedia Commons, Topfmodel, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Doch nicht nur Australien verhandelt mit Indonesien, auch die EU und Indonesien haben 2016 offiziell die Aufnahme von Verhandlungen über ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen aufgenommen. Während die EU immer noch versucht zu erklären, sie würden nur nachhaltiges Palmöl importieren wollen, sind die Australier schon weiter, denn nachhaltiges Palmöl gibt es nicht, denn dort, wo Palmöl angebaut wird, dort verschwindet der Lebensraum für die dort lebenden Menschen, Tiere und Pflanzen. Siehe: Das Grüne Gold – Indonesiens Leuser-Ökosystem, eine Fundgrube für Biodiversität wird durch Palmöl gefährdet – Indonesia’s Leuser ecosystem, a treasure trove of biodiversity threatened by palm oil

Was Palmöl anrichtet – vom Landraub bis hin zum Mord, von der Ausrottung vieler Tierarten und insbesondere der Orang Utans – haben wir mehrfach berichtet. Trotzdem schmieren sich Menschen Produkte mit Palmöl nicht nur aufs Brot, sondern auch auf die Haut.

Während Sie diesen Artikel lesen, im Internet surfen oder durch Facebook scrollen und einen Imbiss zu sich nehmen, werden allein in Indonesien 300 Fußballfelder an Wald gerodet, um für Palmöl-Plantagen Platz zu gewinnen.

  • In den vergangenen drei Jahren ist die Weltproduktion um zehn Prozent von 57 auf 63 Millionen Tonnen Palmöl gestiegen, in zehn Jahren hat sie sich verdoppelt.
  • Durch die Zerstörung der indonesischen Regenwälder werden Tausende teils noch unentdeckte Tier- und Pflanzenarten dem Aussterben preisgegeben.
  • In diesen Wäldern leben Millionen Ureinwohner, deren Menschenrechte durch diesen Raubbau an der Natur systematisch verletzt werden.
  • Zu den immensen ökologischen Problemen kommen soziale Ungerechtigkeiten hinzu wie Menschenrechtsverletzungen, Brandrodungen von Urwäldern, Landnahmen, Zwangsräumungen, gewalttätige Auseinandersetzungen etc.
  • Orang-Utans leben nur noch in den Regenwäldern auf Borneo und Sumatra und sind vom Aussterben bedroht
  • Deutschland gilt als führender Biodiesel-Konsument in der EU. In keinem anderen Land wird öfter Biosprit getankt. Palmöl wird als Rohstoff für Biosprit verwendet. Das nahezu komplette 34-Prozent-Wachstum in der Zeitspanne  zwischen 2010 und 2014 für EU-Biodiesel geht auf die Rechnung von importiertem Palmöl.
  • Ein Großteil der Palmöl-Importe der EU, nämlich 46 Prozent, wird derzeit als Biokraftstoff verbrannt, wofür rund eine Million Hektar Land in den Tropen benötigt werden.
  • Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält heute Palmöl. Es wird für Nahrungsmittel, Kosmetika, als Kraftstoff sowie in der chemischen Industrie verwendet.
  • Siehe: Das schmierige Geschäft mit Palmöl mit Hilfe des WWF – Agrofinanz insolvent, Palmölproduzent IOI steht am Pranger – Wilmar in Kritik

Die Lösung ist ganz einfach: Wo Palmöl drin ist, muss auch Palmöl draufstehen.

Anhand des folgenden Beispiels aus Australien sehen Sie, dass es überall gleich ist. Die Konzerne verwenden günstiges Palmöl und nehmen die Umweltzerstörung und auch die Gesundheitschädigung der Menschen in Kauf. Die EFSA warnt vor Palmöl wegen Krebsgefahr und auch die FDA verhängte bereits im Juni 2015 ein Verbot von gehärteten Fetten – das sind künstlich gehärtete Fette, die der Körper nicht verarbeiten kann.

Trotzdem schmieren viele Nutella aufs Brot und kaufen Fertiggerichte und Süßigkeiten, Kekse und Kosmetik, die Palmöl enthalten.

Viele Verbraucher wissen nicht, dass das billige Pflanzenöl nicht nur durch Regenwaldabholzung und Plantagenanbau ökologisch bedenklich ist, sondern dass es auch aus gesundheitlicher Sicht immer mehr Vorwürfe gibt: vom möglichen Cholesterin-Anstieg bis hin zum Krebsverdacht.

EINKAUFSRATGEBER  Palmöl und Pflanzenöl

Nur drei Pflanzenölsorten müssen in australischen und neuseeländischen Lebensmittelprodukten als solche gekennzeichnet werden: Erdnussöl, Sesamöl und Sojaöl. Das liegt daran, dass ein gewisser Teil der Bevölkerung allergisch auf diese Öle reagiert.

Alle anderen Pflanzenöle brauchen nur als solches bezeichnet zu werden. Jedoch muss die Menge an gesättigten Fettsäuren in den Produkten angegeben sein. Wenn also Pflanzenöl angegeben und dann von einer gewissen Menge gesättigter Fettsäuren die Rede ist, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dem Pflanzenöl entweder um Palmkernöl, Palmöl oder Kokosöl handelt. Auf diese Weise kann man möglicherweise herausfinden, ob Palmöl enthalten ist, weil andere Pflanzenölarten nicht gesättigte Fettsäuren enthalten.

Palmöl muss in Kosmetikprodukten angegeben werden. Jedoch wird es üblicherweise nicht als Palmöl, sondern als Elaeis guineensis bezeichnet. Dieser Name wurde ihm von der Internationalen Nomenklatur für Kosmetikinhaltsstoffe INCI gegeben. Irreführende Bezeichnungen auf Kosmetikprodukten können dazu führen, dass die australische Wettbewerbs- und Verbrauchervereinigung in Aktion tritt.

Im Jahr 2008 wiesen Food Standards Australien und Neuseeland einen Antrag auf verpflichtende Angaben zu Palmöl zurück mit dem Argument, dass sie kein juristisches Mandat dafür besäßen.

Entwaldung trägt allen voran zur globalen Klimaerwärmung bei. Palmölerzeugung führt vorrangig zur Waldabholzung in Indonesien. Um die Abholzung der Urwälder zu stoppen, muss die Nachfrage nach Palmöl gesenkt werden. Das wäre einer der unmittelbarsten und kosteneffektivsten Wege zur Reduzierung der CO2-Emissionen in unserer Region.

Lebensmittelhersteller sind sehr zögerlich bei der freiwilligen Kennzeichnung von Palmöl, aber wir sehen nicht ein, warum sie vor der öffentlichen Überprüfung geschützt werden sollten.

Anhand der folgenden Liste können Sie ersehen, wie viele Produkte in Australien bereits ohne Palmöl angeboten werden.

Informationen über palmölfreie Lebensmittel finden Sie auf der Webseite von Borneo Orangutan Survival. Sie können dort den One Green Planet Responsible Palm Oil Shopping Guide herunterladen.

Außerdem können Sie online auf Palm Oil Free Products einkaufen.

Neue palmölfreie Produkte:

Einkaufsratgeber:
Probieren Sie diesen neuen Ratgeber aus als Hilfe für nachhaltiges Einkaufen.

Das Problem mit dem Palmöl noch einmal in einem Video zusammengefasst:

 

Wenn Sie das nächste Mal einkaufen gehen, ob in die Apotheke, zum Supermarkt oder in die Drogerie, nehmen Sie einfach ein paar Fakten mit, was Palmöl anrichtet. Konfrontieren Sie die Konzerne mit diesen Fakten und fragen Sie, ob diese wissen, was sie mit dem Produkt, der Palmöl enthält, anrichten.

Wenn niemand etwas unternimmt, werden wir irgendwann einen hohen Preis dafür zahlen. Anstatt Regenwälder werden überall nur noch Palmölfelder sein und die letzten intakten Lebensräume der Welt für Orang Utans, Tiger und Nashörner verschwinden.

Weiter lesen auf:

https://netzfrauen.org/2017/03/25/51058/
Bildredakteur:

YouTube Unser Planet Niki Vogt Guido Grandt connectiv.event Anti Spiegel

Textredakteur:

Zentrum für neuroregenerative Medizin Zentrum der Gesundheit YouTube Unser Planet Thomas Röper sternenlichterblog2 Rainer Taufertshöfer Pravda TV Peter Andres Niki Vogt NachdenkSeiten Jasinna Impfen nein Danke HeilKräuterInfos Guido Grandt Gottfried Glöckner Eva Maria Griese Dr. Reinhard Kobelt Dr. med. Maria Iliadou-Maubach Daniel Prinz connectiv.events ARTE Anna Maria August

Quelle:

netzfrauen

WP Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This