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In lichten Laubwäldern mit feuchten Böden wächst von Anfang April bis Mitte Mai der köstliche und gesunde Bärlauch, eine Delikatesse! Bild: Pixabay, Andrea Bohl

Bärlauch: Bärenstark in Gesundheit und Geschmack – jetzt wächst er!

28. März 2019 | Autarkie | Freies Leben | Geschichte | Gesundheit | Ernährung | Natur | Umwelt | connectiv.events

Von Anfang April bis Mitte Mai ist Bärlauchzeit. Kaum ein Kraut wird von vielen so herbeigesehnt, wie der Bärlauch. Mehr noch als zum Pilzesammeln schwärmen selbst Städter in die umliegenden Wiesen und Wälder, um die schmackhaften Blätter zu ernten. Wer eine gute Stelle weiß, ist dann König. An manchen Stellen ist der Waldboden voll mit den saftiggrünen Blättern und später, wenn er blüht, auch mit den hübschen, weißen Sternchendolden. Nach Ende Mai vergilben und welken die Blätter, der Bärlauch verschwindet völlig, doch die Zwiebel im Boden ruht nur und wartet auf den nächsten Frühling.

 

 

Aber Vorsicht! Bevor wir auf all die Vorzüge des Bärlauchs kommen, eine Warnung: Die Blätter des Bärlauchs sehen denen des giftigen Maiglöckchens sehr ähnlich, und manchmal wachsen die beiden Pflanzen nah beieinander. Im Unterschied zum Maiglöckchen wachsen die Blätter aber beim Bärlauch einzeln, jedes an seinem Stiel aus dem Boden, während Maiglöckchenblätter paarig stehen. Außerdem schimmert die Unterseite des Bärlauchblattes metallisch grün, die des Maiglöckchens ist einfach blattgrün. Zum zweiten ist der Knoblauchgeruch der Bärlauchblätter leicht zu erkennen. Zerreibt man ein Stückchen zwischen den Fingern, muss es nach Knoblauch riechen. An den Blüten (Bild ganz unten im Beitrag) sind sie natürlich auch zu erkennen, aber nicht jede Pflanze bildet eine Blüte aus. Also, unbedingt Vorsicht walten lassen und die Ernte genau prüfen, wenn sie selbstgepflückt ist!

 

Die ersten Bärlauchblätter sprießen aus den alten Blättern des alten Jahres und baden im Sonnenlicht. Aber Achtung! Nicht verwechselnt mit Maiglöckchenblättern! Diese sind giftig! Bild: pixabay, Hans Braxmeier

 

Wer keine Lust hat, zum Bärlauchernten hinauszufahren oder sich soviel Botanik-Kenntnisse nicht zutraut, kann die bärenstarken, gesunden Blätter als Bündel auch in größeren Supermärkten kaufen. Denn gesund und beliebt ist das lecker-pikante Zeugs. Sogar eingefleischte Gesundheits-Verweigerer können da nicht widerstehen.

Bärlauch – auch „Wilder Knoblauch“ genannt – ist hier weit verbreitet. Ein schattig-feuchter Laubwald ist ein Ort, an dem man ziemlich sicher welchen findet. Er kann riesige Teppiche bilden und man riecht ihn schon von weitem. Bärlauch ist nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch sehr gesund! Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und köstliche Bärlauch-Genuß-und-Gesundwochen feiern?

Bärlauch (Allium ursinum) wirkt im ganzen Körper entgiftend und entschlackend. Er wirkt gegen Blähungen und Völlegefühl und regt die Produktion von Gallensäure an. Er senkt den Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte. Er unterstützt ein gutes Herz-Kreislaufsystem. Er schützt vor Bakterien und Pilzen und wirkt sich günstig bei Arterienverkalkung aus. Er platz vor Vitalstoffen und Vitamin C und durch seinen Wirkstoff Alliin ist er sogar ein natürliches Antibiotikum mit breit gefächerter Heilwirkung.

Deshalb zählt der leckere Alleskönnen auch zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen Europas. Archäologische Funde im dänischen Halsskov belegen, dass in den Abfallgruben ausgegrabener Siedlungen der Mittelsteinzeit (9.000 bis 4.500 v. Chr.) Reste von Bärlauchblättern zu finden waren.

Die walisischen Kelten aßen die Pflanze vor einer Schlacht, um gestärkt in den Kampf zu ziehen.

 

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Den Namen hat der Bärlauch in germanischer Zeit bekommen. Unseren Vorfahren galt der Bär als heiliges Krafttier, und so setzt man bis heute den Zusatz „Bär“ gern als einen auszeichnenden Beinamen ein, um zu betonen, dass etwas Stärke verleiht, wie bei Bärenklau, Bärwurz oder eben Bärlauch oder besonders stark ausgeprägt ist, wie Bärenhunger, Bärenkräfte.

(Kleiner Exkurs: Mit Bärserker hat das nichts zu tun. Das schreibt man nicht zufällig auch heute noch mit „e“: Berserker. Das „Ber“ kommt aus derselben Wurzel wie der heutige Wortbestandteil „bar“ in barfuß, barhäuptig, „bar jeden Wissens“, Bargeld usw. Es bedeutet einfach „ohne“ oder „bloß“. Der zweite Wortteil „Ber-serker“ stammt vom Germanischen „Serkr“ ab und bedeutet „Waffenrock, Rüstung“. Das Wort Berserker kommt aus dem Altnordischen und bezeichnet Krieger, die sich mit nacktem Oberkörper – also ohne Waffenrock – in vorderster Reihe in den Kampf warfen, und  durch aufpeitschende Rituale in einen Rausch geraten und davon überzeugt waren, besondere Kräfte und Schmerzunempfindlichkeit zu besitzen. Es waren herausragende Kämpfer, die besonders wild und furchteinflößend brüllten und kämpften, ohne Rücksicht auf Verluste.)

 

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Zurück zum Bärlauch. Die Berserker mögen ihn als heiliges Kraut und Kraftspender verzehrt haben, aber heute wird er als gesunde Kost und vor allem wegen seines kräftigen, wohlschmeckenden Aromas geschätzt. Da wir nun sehr viel über den Bärlauch gelernt haben, sollte man auch wissen, was man damit Leckeres zubereiten kann.

Klassiker und ein absolutes „Muss“ sind Bärlauchbutter und Bärlauchpesto. Also, keine langen Vorreden mehr, hier sind die beiden Top-Bärlauch Gerichte:

Bärlauch-Pesto (für vier Personen)

Diese herzhafte, köstliche Pesto passt zu Nudeln, Spätzle und Gnocchi, ist aber auch lecker als Brotaufstrich. Man kann es auch mit Frischkäse verrührt, als Füllung in Tomaten verwenden. Eine besondere Delikatesse! Auch, wer selbst Tortellini fabrizieren kann, sollte dieses Pesto mit Schafskäse gemischt als Füllung ausprobieren.

Man nehme für 400 Gramm Pesto:

  • 250 g Bärlauchblätter
  • 150 ml GUTES Olivenöl
  • 50 g Nüsse (milderen Geschmack bekommt man mit Mandeln,
  • ansonsten Walnüsse oder Haselnüsse)
  • ½ Teelöffel Salz
  • 2 Teelöffel geriebenen Parmesan

 

 

 

  1. Den Bärlauch vom Stängel befreien und, wer will, die Mittelrispe aus dem Blatt schneiden, alles grob zerkleinern.
  2. Eine Hälfte des Bärlauchs zusammen mit den Nüssen, dem Olivenöl, Salz und Parmesan in einen Mixer geben oder mit dem Pürierstab kurz mixen.
  3. Den Rest der Bärlauchblätter dazugeben und alles zu einem spinatartigen Brei fein mixen.
  4. Wenn die Pesto nicht gleich verbraucht wird, kann man sie auch in Gläser füllen, mit Deckeln verschließen und einige Zeit im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Allerdings sollte man dann den Parmesan weglassen und erst vor dem Essen untermischen. Der Käse sorgt sonst dafür, dass die Pesto schnell verdirbt.

 

Bärlauch-Butter

Diese Kräuterbutter ist lange haltbar im Kühlschrank, kann aber auch eingefroren werden. Die Zubereitung ist denkbar einfach und in 10 Minuten fertig und damit kann man immer und überall punkten: „Selbstgemachte Bärlauchbutter!“. Da greift jeder zu. Ein Highlight zusammen mit frisch gebackenem, noch warmem Baguette als Vorspeise!

Man nehme:

  • 1 normales Päckchen Butter von 250 Gramm
  • ca. 100 Gramm Bärlauchblätter
  • 2 Eßlöffel Zitronensaft
  • ½ Teelöffel Salz
  • 1 Prise Pfeffer

 

 

  1. Die Butter muss weich und zimmerwarm sein.
  2. Die Butter in eine Rührschüssel geben. Den Bärlauch „putzen“, d.h. Die Stängel abschneiden und, wer will, die Blatt-Mittelrispe heraus schneiden. Bärlauch fein hacken.
  3. Alle Zutaten zu der weichen Butter in die Schüssel geben und gut verrühren, bis alles gleichmäßig verteilt ist., die Bärlauchbutter eine zartgrüne Farbe erhalten hat und die Blattstückchen möglichst ebenmäßig verteilt und von Butter umschlossen sind.

 

Und nun ein gutes Gelingen und guten Appetit!

 

 

Die hübschen, weißen, sternchenförmigen Blüten unterscheiden den Bärlauch deutlich von den Maiglöckchen. Bild: pixabay, Hans Braxmeier

 

 

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