0 Białowieża: Der letzte, echte Urwald Europas erneut in Gefahr! | connectiv.events
Seite auswählen

Białowieża: Der letzte, echte Urwald Europas erneut in Gefahr!

2. April 2019 | Autarkie | Freies Leben | Kultur | Kultur | Kunst | Musik | Natur | Umwelt | Politik | Geo-Politik | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

In Polen gibt es ein riesiges Gebiet, in dem noch Wisente und unglaublich viele Wildtiere leben, die anderswo schon lange ausgerottet sind. Es ist der letzte, echte, verbliebene Urwald Europas: Der Białowieża Nationalpark (Białowieski Park Narodowy). Deshalb ist er auf der Liste des UNESCO Weltnaturerbes eingetragen. Ein grüner Diamant unter den Wäldern Europas.

 

 

 

https://www.paypal.me/connectiv

 

Der Nationalpark befindet sich etwa 250 km östlich von Warschau. Als Teil des zentraleuropäischen Tieflandes im östlichen Gebiet des Weichselbeckens breitet sich der Nationalpark in einer Höhe zwischen 145 und 202m aus. Die Grenze zwischen Polen und Weißrussland wird von einer Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzen Meer durchzogen. Durch das Gebiet selbst verlaufen die Flüsse Hwoźna, Leśna, Łutownia und Narewka.

 

Der Wald ist seit der Eiszeit so gut wie unberührt geblieben und ein Juwel unter den Wäldern

Der Nationalpark wurde 1921 als Reservat gegründet und 1932 zum Nationalpark erklärt. Damit ist der Nationalpark Białowieża nach dem Pieninen Nationalpark der zweitälteste in Polen und einer der ältesten Nationalparks Europas. In dem Urwald ging schon 1409 König Wladyslaw Jagiello zur Jagd. Auch in den folgenden Jahrhunderten war der Wald ein bevorzugtes Jagdgebiet der Herrschenden, was auch dazu beitrug, dass der Urwald bis heute erhalten blieb. Der Wald erstreckt sich bis nach Weißrussland über eine Gesamtfläche von 1250 Quadratkilometern. Die Natur ist hier sich selbst überlassen. Die ältesten Bäume sind bereits etwa 500 Jahre alt. Größte und wohl bekannteste Bewohner des Urwalds sind die Wisente. Etwa 250 von ihnen leben dort immer noch in freier Wildbahn. Etwa die Hälfte des Urwaldes gilt noch als völlig unberührtes Gebiet seit Urzeiten. Er ist in großen Teilen seit 8.000 bis 9.000 Jahren –  nach dem Ende der letzten Eiszeit, wo wieder Bäume begannen zu wachsen  –  vom Einwirken des Menschen verschont geblieben. Daher sich dort eine komplexe Vielfalt von Spezies entwickelt und erhalten, die es in anderen europäischen Wäldern längst nicht mehr gibt.

 

Eines der letzten, wildlebenden Wisente im Białowieża-Urwald, Polen. (Bildquelle: Wikimedia Commons, Henryk Kotowski, Bildlizenz: CC BY-SA 3.0)

 

Auf einmal soll abgeholzt werden?

Im letzten Jahr stand seine Existenz auf der Kippe. Das polnische Umweltministerium befand plötzlich, nach 9.000 Jahren Wachsens und Gedeihens seien Fällungen nötig, um die Verbreitung des Borkenkäfers zu stoppen. Seit 2013 seien zehn Prozent der Fichten im Park – drei Prozent der Bäume insgesamt – durch Borkenkäfer geschädigt worden. Fachleute sehen darin lediglich einen Vorwand, um Fällarbeiten in Angriff zu nehmen. Tatsächlich geht es wahrscheinlich um den Profit aus dem Holz der bis zu 500 Jahre alten Baumriesen. Eine Entfernung von Totholz schadet nach Auskunft der Ökologen dem Ökosystem des Waldes. Die abgestorbenen Fichten bieten nämlich Tausenden anderen Spezies wie Würmern, Insekten und Pilzen Lebensraum, die wiederum Vögeln als Nahrung dienten und eine Grundlage der gesamten Nahrungskette bilden. Außerdem könne man dem Borkenkäfer mit einigen wenigen Fällungenüberhaupt nichts anhaben. Man müsse 80 Prozent der befallenen Bäume abholzen, wenn man auch nur des Borkenkäfer halbwegs bremsen wollte. Besser sei es, der Natur ihren Lauf zu lassen, wie sich das seit 9000 Jahren bewährt hat.

 

Ein EuGH Urteil stoppte die Abholzmaschinen. Ersteinmal.

Die nationalkonservative Regierung Polens missachtete sowohl den Status des UNESCO-Naturerbes, als auch ein EuGH-Urteil, dass der Wald nicht angetastet werden darf. Polnische Umweltschützer kämpfen umso mutiger für den Wald. Sie haben sich an die Maschinen der Holzfäller gekettet und riskieren die Verhaftung durch die Polizei. Erst, als der EuGH eine Strafe von mindestens 4,3 Millionen Euro verhängte, kehrte im Mai  2018 (vorerst) Ruhe ein:

„Endlich: Der Europäische Gerichtshof stellte am 17. April nun höchst offiziell fest, dass die Steigerung des Holzeinschlags im polnischen Urwald Bialowieza gegen europäisches Recht verstößt. Sowohl gegen die Habitat-Richtlinie als auch gegen die Vogelschutz-richtlinie wurden schwere Verstöße bestätigt. Und fast noch wichtiger für die Zukunft des Waldes: Bei neuen Verstößen wird eine hohe Strafe von mindestens 4,3 Millionen Euro ausgesprochen! Der polnische Ministerpräsident Morawiecki, der erst seit Dezember 2017 im Amt ist, bestätigte, dass Polen „das Urteil natürlich akzeptieren wird.“

Die polnische Regierung hatte im März 2016 erlaubt, den Holzeinschlag in den Wäldern von Bialowieza zu verdreifachen und die Fällungen erst gestoppt, nachdem der EU-Gerichtshof im November 2017 100.000 Euro Strafe pro weiterem Tag angedroht hatte. Der Bialowieza-Wald ist eines der letzten noch weitgehend unberührten Waldgebiete Europas und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Er gilt als der aller-letzte großflächige Urwald im Tiefland Europas und ist mindestens 8.000 Jahre alt. Neben bis zu 20.000 Tierarten – darunter Wisent, Wolf und Luchs – kommen dort viele tausende Pflanzen und Pilze vor.“

 

https://genesis-pro-life.com/cat/index/sCategory/29

Polen nimmt einen neuen Anlauf

Doch Polen akzeptiert das Urteil doch nicht wirklich. Und schon wieder scheint die Zukunft des letzten Tiefland-Urwaldes Europas, dem Białowieża in Polen mit seinen teils 500 Jahre alten Bäumen und einem der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Wisente auf der Kippe zu stehen. Und so schreibt Robin Wood:

Nun teilte das Bündnis der Umweltorganisationen ClientEarth, der Wild Poland Foundation, der Greenmind Foundation, Greenpeace Poland, Workshop for All Beings und WWF Poland mit, dass in den nächsten drei Jahren Hunderttausende von Bäumen im bisher ungeschützen Teil des Waldes gefällt werden sollen! Das ist besonders absurd vor dem Hintergrund, dass durch die Fällarbeiten im Jahr 2017 schon heute die bis 2021 geltenden Quoten für das Fällen von Bäumen im Białowieża Urwald aufgebraucht sind.

Dennoch wurden nun neue Genehmigungen zur Fällung von Bäumen durch den polnischen Staat erteilt. Das widerspricht den Empfehlungen der internationalen Union für Naturschutz (IUCN) und der UNESCO, das Fällen bis zur Erstellung eines offiziellen Bewirtschaftungsplans im Weltnaturerbe Wald Białowieża zu unterlassen. Das Bündnis fordert stattdessen, den bisher sehr kleinen Anteil von einem Fünftel Nationalpark auf das gesamte Gebiet des Białowieża Waldes auszudehnen. Damit wäre Polen in guter Gesellschaft ihrer weißrussischen Nachbarn, die den weißrussischen Teil des Waldes bereits komplett unter Schutz gestellt haben. Ganze 80 % der polnischen Bevölkerung wünschen sich den Schutz des Waldes. Der derzeitige Umweltminister Kowalczyk scheint diesen Ruf nicht zu hören. Doch Umweltaktivist*innen auf der ganzen Welt sind aufmerksam und werden aktiv, falls die polnische Regierung ihre Rodungspläne weiterverfolgt!

Wer sich engagieren möchte, kann das hier tun.

 

Der Białowieża Nationalpark: Ein Urwald, der seit der Eiszeit nicht von Menschen beeiträchtigt wurde. Heute will die Polnische Regierung darin Holz fällen. Bildquelle: Flicksr.com. FRank Vassen, Bildlizenz: CC BY 2.0

 

https://www.lebenskraftpur.de/?produkt=91

 

___________________________________________________________________________

Die Plattform von connectiv.events bietet Dir vielfältige und effektive Möglichkeiten, Dich, Deine Arbeit und/oder Dein Unternehmen bei einem thematisch breitgefächerten Publikum vorzustellen. Die Bekanntheit und auch die Beliebtheit von connectiv.events wächst von Tag zu Tag.

Im digitalen Zeitalter ist es besonders wichtig, einander real zu begegnen. Die Gelegenheit dazu hast Du bei unseren Events. Eine Termin-Übersicht findest Du im Event-Kalender.
Abonniere doch gleich unseren Youtube-Kanal. Damit unterstützt Du unseren Bekanntheitsgrad und verpasst keine neuen Produktionen mit spannenden Themen und Gästen.
Verpasse auch keine Informationen über kommende Events, sowie interessante Artikel, Beiträge und Menschen und melde Dich ebenfalls für unseren Newsletter an.
Wir entwickeln unsere Plattform ständig weiter und wünschen Dir viel Freude beim Stöbern auf connectiv.events

______________________________________________________________________________

Weiter lesen auf:

Bildredakteur:

YouTube Unser Planet Niki Vogt Guido Grandt connectiv.event Anti Spiegel

Textredakteur:

Zentrum für neuroregenerative Medizin Zentrum der Gesundheit YouTube Unser Planet Thomas Röper sternenlichterblog2 RT Rainer Taufertshöfer Pravda TV Pierre Kranz Peter Andres Niki Vogt NachdenkSeiten Martin Strübin Kopp Jasinna Impfen nein Danke HeilKräuterInfos Guido Grandt Gottfried Glöckner Giuseppe Nardi Eva Maria Griese Dr. Reinhard Kobelt Dr. med. Maria Iliadou-Maubach Daniel Prinz connectiv.events ARTE Anna Maria August

Quelle:

connectiv.events

Pin It on Pinterest

Share This