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Cannabis: Die Gesschichte der wohl ältesten Nutzpflanze, die dann keine mehr sein durfte

29. September 2019 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Politik | Geo-Politik | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Die USA ist uns meist einen Schritt voraus. So auch in Sachen Hanf. Das ursprüngliche Cannabisverbot in den USA hatte also auch irgendwann Deutschland erreicht. Doch wie kam es dazu, dass diese wertvolle Nutzpflanze ihren Job verloren hat?

Die Entdeckung von Cannabis

Cannabis wurde vermutlich schon 10.000 Jahre v. Chr. angepflanzt und verwertet. Damit gehört die Pflanze zu den ältesten Kulturpflanzen in der Geschichte der Menschheit. Vielleicht liegt es an dem auffälligen Erscheinungsbild oder an den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Cannabis blieb auf jeden Fall nicht lange unentdeckt bzw. unerforscht. Die Wurzeln liegen in China, die botanische Heimatstätte von Cannabis Sativa. Später hat sich der Anbau in fast alle asiatischen und europäischen Länder ausgebreitet. Mitteleuropa erreichte die Nutzpflanze erst vor ca. 5.000 bis 6.000 Jahren. 1 Ihre Reise führte wohl über Indien in den Mittleren und Nahen Osten bis nach Europa. Kolumbus sei Dank, soll sie sich von da nach Nord- und Südamerika ausgebreitet haben. 2 3 Als Rohstoffquelle für Produkte der Ölindustrie, Papier oder Textilindustrie machte sich der Hanf auch schnell einen Namen. 4

Der abwechslungsreiche Lebenslauf der Cannabis Pflanze

Zu Beginn spielte die Pflanze eine große Rolle in der Landwirtschaft. Ihre Kultivierung ist einfach und unkompliziert. Der nachwachsende Rohstoff kann vollständig verwertet werden. Es ist auch bekannt, dass die Verwendung von Herbiziden mit der Bewirtschaftung von Cannabis nicht notwendig ist. Die Pflanze schafft es innerhalb von kürzester Zeit den Boden vollständig zu beschatten, weshalb Unkraut eher selten eine Chance hat. Die Samen von Hanf wurden von Beginn an als Futter für Tier und Mensch verwendet. Darin enthalten sind hochwertige Öle, wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Aromastoffe und wichtige Vitamine. Außerdem sind sie reich an Kohlenhydraten und beinhalten ein gut zusammengesetztes Protein. 5 Zu späterer Zeit erkannte man, dass die Pflanze noch viel mehr Potential in sich trägt. Stiele und Fasern wurden in der Textilverarbeitung verwendet, ebenso in der Papierherstellung. 6 Das erste Seil der Welt wurde 2.800 v.Chr. aus Hanffasern gedreht. Das älteste, uns erhaltene Textilprodukt aus Hanf, wurde ca. 1.000 v.Chr. hergestellt. Schon zuvor sollen Kleider aus diesem Rohstoff hergestellt worden sein. Mit der zunehmenden Bedeutung von Schiffsfahrten, wuchs auch die Produktion von Seilen aus Hanffasern. 7 In der Zwischenzeit hat sich Hanf auch als Heilpflanze einen Ruf gemacht. Seit ungefähr 2.000 Jahren vor Christus, wird Hanf auch zu medizinischen Zwecken verwendet. Ca. 100 v. Chr. wird dann auch das erste Papier aus Hanffasern geschöpft.

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Die Wirkung auf den menschlichen Körper

Eingesetzt wurde der Hanf schon seit einiger Zeit für medizinische Zwecke. Im alten Rom machte die Information, dass der Konsum von Hanf „Frohsinn“ bringe, schnell die Runde. 8 Somit wurde die bisherige Nutzpflanze nun auch zur Schmerzlinderung eingesetzt. Hanfblätter wurden auf die Wunden der Krieger gelegt, um die Heilung zu fördern. Außerdem wurde dem Hanf eine heilende Wirkung bei Lepra, Gicht, Durchfall und Fieber nachgesagt. 9 Vor dem Hanfverbot war Cannabis ein medizinisches Produkt, welches frei verkäuflich war. Heute kann nur der Arzt nach Absprache mit dem Patienten zur Therapie medizinischen Hanf verschreiben. Dies passiert natürlich nur dann, wenn der Arzt eine Wirkungsmöglichkeit von Cannabis findet, die dem Patienten helfen kann. Häufig behandelte Krankheiten sind dabei Multiple Sklerose, chronische Schmerzen, Tourette-Syndrom, ADHS und depressive Störungen. 10

Große Momente für den Hanf

Mit der Kirche kamen die ersten Kritiker. Cannabis konsumierende Menschen wurden dem Bund des Teufels zugeordnet. Somit verschwand die Pflanze für einen kurzen Zeitraum aus der Öffentlichkeit. 11 Etwa 800 n. Chr. erließ Karl der Große das erste Hanfgesetz. Er verpflichtete damit seine Untertanen, Hanf weiter anzubauen. Der Hintergedanke war die Nutzung von Hanf als wichtige Rohstoffquelle für weitere Kriegspläne. Dies war der Grundstein für die weitere Entwicklung der Hanfindustrie in Europa. 1290 entstand die erste Papiermühle in Deutschland. Die Papierherstellung aus Hanf begann. Dies hatte den ersten großen Moment für die Nutzpflanze zur Folge. Gutenberg druckt 1455 seine erste Bibel auf Hanfpapier. Durch die Segel und Seile aus Hanf, konnte Kolumbus 1492 die Welt umsegeln und entdeckte Amerika. Somit hatte die Nutzpflanze den nächsten Kontinent für sich gewonnen. Jahrhunderte später (1776) wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Man kann diese heute noch begutachten, da sie auf äußerst strapazierfähigem Hanfpapier niedergeschrieben wurde. Ein weiterer großer Meilensein war die Fertigstellung der ersten Jeans durch Levi-Strauss im Jahr 1870. Sie bestand aus Hanffasern. 12

Die Wende

Noch bis ins 19./20. Jahrhundert war Hanf ein bedeutendes und vor allem international legales Handelsgut. Im 20. Jahrhundert angekommen, hat die Baumwolle dann den Platz von Hanf in der Textilindustrie eingenommen. Diese war wesentlich billiger und auch leichter zu verarbeiten. Zusätzlich kamen immer mehr synthetische Stoffe zum Vorschein, welche ebenso eine günstige Alternative zu den Hanffasern boten. 13 Die Papierherstellung hat sich aufgrund des Fortschrittes in der Holzverarbeitung auch verändert. Holz war jetzt der bessere Rohstoff. Zudem hatte sich die Seefahrt weiterentwickelt. Die Segelschiffe wurden immer mehr durch Dampfboote ersetzt. Damit ging der Bedarf an Seilen und Segeltüchern aus Hanf zurück. Fortschritte in der Pharmaindustrie führten dazu, dass Cannabis auch seinen Wert als Medikament schnell verlor. 14

Eine Anti-Cannabis-Kampagne, unterstützt durch die US-Regierung, versetzt die Cannabis-Pflanze endgültig ins Aus. Geführt wurde diese Kampagne durch Harry Anslinger, dem damaligen Chef des US-Drogendezernates. Ein Grund dafür soll die angestiegene Arbeitslosigkeit von Kontrollbeamten und Polizisten gewesen sein. Ende des 19. Jahrhunderts fanden Bewegungen für ein „trockenes“ Amerika statt. Als amerikanischer Präsident hob Roosevelt 1933 das 13 Jahre zuvor eingeführte Alkoholverbot wieder auf. Die Begründung: es hatte nicht so gut funktioniert – die Konsequenz: etwa 8.000 Menschen hatten damit ihren Job verloren, da sie für die Überwachung dieses Verbots zuständig waren. Ein Cannabis-Verbot kommt zu dieser Zeit also wie gerufen. In Zusammenhang mit einer Abneigung gegenüber der dunkelhäutigen amerikanischen Gesellschaft, welche aufgrund ärmer Verhältnisse vermehrt zu den Cannabis-Konsumenten zählten, nahm die Kampagne gegen Cannabis Fahrt auf. Durch ansprechende Werbekampagnen und Razzien wurde der Cannabis-Konsum schnell mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Die Papier- und Textilindustrie haben das Cannabis-Problem mit offenen Armen begrüßt. Der Konkurrenz-Rohstoff konnte somit endgültig aus dem Weg geschafft werden. 15 Die Medien und die US-Regierung setzten Cannabis mit Heroin und Kokain gleich. Am 17. Dezember 1924 wurde auf der Genfer Opiumkonferenz also die Kontrolle von Hanf mit der von Opium, Morphin etc. gleichgesetzt. Experten wurden zu diesem Beschluss nicht nach ihrer Meinung gefragt. Es dauerte noch ganze vier Jahre, bis der Beschluss in Form eines Gesetzes in Deutschland umgesetzt wurde. Seit dem 10. Dezember 1929 ist Cannabis in Deutschland verboten. Bis zum zweiten Weltkrieg konnte man gegen Rezeptvorlage in der Apotheke das Kraut noch erwerben. Aber auch dies war nach dem Krieg nicht mehr möglich. 16

Gescheiterte Gegenbewegungen

Die 68er Bewegung: Lange Haare, laute Musik und Drogenkonsum. Eine Folge des wachsenden wirtschaftlichen Wohlstands. Die Jugendlichen schafften eine Gegenkultur innerhalb dieser Gegensätze vereinbar werden. Poltische Aktionen in Kombination mit Haschischkonsum waren Teil der Bewegung. 17 Die Cannabis Pflanze wurde zum Symbol für Frieden und Toleranz. Wer Cannabis konsumierte, protestierte damit gleichzeitig gegen den bürgerlichen, konservativen Lebensstil. 18 Der Deutsche Bundestag reagierte auf diese Bewegung mit einem neuen Opiumgesetz. Cannabis wird vollständig verboten, damit auch die Form als Nutzpflanze. In der am 1. Januar 1982 geänderten Fassung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wird auch der Anbau von Hanfpflanzen als illegal beschrieben. 19

 

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Erste Gesetzesänderungen Richtung erneuter Legalisierung

Jack Herer, Freund einer der ersten Legalisierungskämpfer in den USA, veröffentlichte 1985 ein Buch über die Nutzpflanze Hanf. Er erfuhr erstmalig auf einer Demonstration, dass Hanf in der Papierherstellung, Textilproduktion und vielem mehr eingesetzt werden kann. Das Buch „The Emperor wears no clothes“ erreichte im Jahr 1993 auch Deutschland. Hier wurde es mit dem Titel „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ schnell zur Pflichtlektüre für Hanfaktivisten. Der weltweite Hanf-Boom war schon groß im Gange. Konsumenten und Verbraucher ließen die Pflanze wiederaufleben. Fördervereine sind in die Höhe gesprossen. Darunter unter anderem der H.A.N.F. e.V. (Hanf Als Nutzpflanze Fördern), welcher unter anderem das Hanfmuseum in Berlin betreibt. Weltweit wuchs das Engagement gegenüber der Wiederauferstehung des Hanfes. Die Regierung war erneut gezwungen zu handeln. Bereits vier Jahre nach der Veröffentlichung des Buches, beschloss die europäische Kommission in ihrer Verordnung (Nr. 1164/89), dass die Mitgliedsstaaten bestimmte Sorten des Hanfes legalisieren müssen. Bei diesen Sorten handelt es sich um sogenannten Faserhanf. Der THC-Wirkstoffgehalt beträgt bei diesen Pflanzen weniger als 0,3%. Damit soll der Rausch durch den Konsum ausgeschlossen werden. 20 Seit 1996 darf der Hanf in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen wieder legal angebaut werden. Beträgt der Wirkstoffgehalt weniger als 0,3%, fällt die Pflanze nicht mehr unter das BtMG. Auch in den USA wird Hanf wieder mehr und mehr legalisiert.

Das Potential der wohl ältesten Nutzpflanze

In der heutigen Diskussion um die Legalisierung von Hanf muss zwischen THC-armem und THC-reichem Hanf unterschieden werden. THC (Tetra-Hydro-Cannabinol) ist für die psychedelische Wirkung der Pflanze verantwortlich. Der sogenannte Nutzhanf ist nahezu frei von THC und erlebt zurzeit einen nennenswerten Aufschwung. Er fasst wieder Fuß in der Landwirtschaft, obwohl die Subventionen der EU dafür gekürzt wurden. Hanfsamen dienen als Futtermittel für das Vieh. Die bei der Faserproduktion anfallenden Reststoffe können optimal als Einstreu im Stall wiederverwendet werden.

Die Hanffasern werden in der Textilbranche wieder neu entdeckt. Besonders für Allergiker bieten Textilprodukte aus Hanffasern eine gut Alternative. Bei der Ernte und Verarbeitung der Pflanze ist der Einsatz von Chemikalien nämlich nicht notwendig. Hanftextilien liegen somit giftfrei auf der Haut. Als Isolier- und Dämmstoff ist Hanf heutzutage nicht mehr wegzudenken. Dämmplatten aus Hanffasern bieten einen optimalen Lärmschutz ohne Schädlingsbefall. 21 Hanfsamen findet man in nahezu jedem Lebensmittelgeschäft. Der proteinreiche Rohstoff wird zur Nahrungsmittelgewinnung sowie in kosmetischen Präparaten verwendet. Im Gegensatz zu bisherigen Alternativen, verfügt Hanf über eine deutlich höhere Wertig- und Haltbarkeit.22 Aus der Pflanze gewonnene Hanföle werden immer beliebter. Das darin enthaltene, nicht psychedelische CBD (Cannabidiol) soll bei mehreren körperlichen Beschwerden positive Wirkung zeigen. Rein rechtlich gesehen liegt dieses Produkt allerdings (derzeit noch) in der Grauzone. –> weiter lesen

 

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