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Darmflora und multiple Sklerose: Der Darm unser heimlicher Herrscher?

28. Februar 2018 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | ARD

Krankheiten des Gehirns und des Nervensystems, wie die Multiple Sklerose, haben auch mit dem Darm zu tun. Forscher sprechen von der Darm-Hirn-Achse und stehen vor einem Gezeitenwechsel: Wird es in Zukunft möglich sein, Krankheiten über den Darm zu behandeln?

 

Zwillingsstudie: Natürliche Darmflora kann Multiple Sklerose auslösen

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose (MS) greifen fehlgeleitete Zellen des Immunsystems körpereigne Zellen im Gehirn und Rückenmark an. Der von autoaggressiven T-Zellen ausgelöste Angriff schädigt die betroffenen Nervenzellen und führt zum Abbau ihrer Hüllschicht. Zellen sterben ab und Nervenreize werden nicht mehr korrekt weitergegeben.

Potentiell autoaggressive T-Zellen hat jeder Mensch, doch sind die Zellen in der Regel lebenslang im „Schlafzustand“. Bei manchen Menschen wird jedoch das krankheitserregende Potential dieser Zellen geweckt – es kommt zum Ausbruch der MS. Den Grund für diese Aktivierung vermuten Wissenschaftler in einer Kombination aus Genetik und Umweltfaktoren. „Wir kennen mittlerweile mehr als 200 Gene, die den Menschen für eine MS-Erkrankung empfänglich machen“, erklärt Hartmut Wekerle, Hertie-Professor und Emeritus-Direktor am MPI für Neurobiologie. „Damit es zum Ausbruch kommt, braucht es jedoch einen Auslöser, der bisher im Umfeld von Infektionen gesucht wurde.“

Vor einigen Jahren fanden der Neuroimmunologe, zusammen mit seiner Mitarbeiterin Kerstin Berer und Gurumoorthy Krishnamoorthy, dass dieser Auslöser vermutlich in der natürlichen Darmflora zu suchen ist. Mit weiteren Kollegen konnten die Forscher zeigen, dass Mikroorganismen im Darm genetisch veränderter, autoimmuner Mäuse T-Zellen aktivieren konnten, worauf die Tiere eine der menschlichen Erkrankung ähnliche Entzündung im Gehirn entwickelten.

 

Grundlagenforschung mit klinischem Bezug

Nachdem im Tierversuch gezeigt werden konnte, dass Darmbakterien die MS auslösen können, untersuchte und verglich eine Vielzahl von Studien die Zusammensetzung der Darmflora von gesunden und an MS erkrankten Menschen. Die Grundidee des Kooperationsprojekts war der Vergleich der Darmflora eineiiger Zwillingspaare. In seltenen Fällen haben MS-Patienten eineiige Zwillingsgeschwister, wobei in den meisten dieser Fälle dann nur ein Zwilling an MS erkrankt, während der andere gesund ist.

Dies ist ein Hinweis dafür, dass bei der MS-Entstehung andere als nur genetische Faktoren wirksam sind. Im Rahmen des Kooperationsprojekts rekrutierten Lisa Ann Gerdes, Reinhard Hohlfeld und ihre Kollegen vom Institut für Klinische Neuroimmunologie der Universität München (LMU) deutschlandweit eine einzigartige Kohorte von mittlerweile mehr als 50 eineiigen Zwillingspaaren, bei denen jeweils ein Zwilling an MS erkrankt ist.

Da jedes Zwillingspaar genetisch identisch ist, sollten sich auf diese Weise MS-relevante Unterschiede der Darmflora aufdecken lassen. Denn der Einfluss der menschlichen Gene auf die Darmflora kann bei den paarweisen Vergleichen vernachlässigt werden. Beim Vergleich der Darmflora der Zwillinge zeigten einige interessante, wenn auch subtile Unterschiede. „Richtig spannend wurde es jedoch, als wir die keimfrei gehaltenen, genetisch veränderten Mäuse mit den jeweiligen menschlichen Mikrobiomen impften“, berichtet Guru Krishnamoorthy. Tiere, die Darmfloraproben der MS-kranken Zwillinge bekamen, erkrankten zu fast hundert Prozent an der MS-ähnlichen Hirnentzündung.

Die Untersuchungen bestätigten erstmals, dass Bestandteile der Darmflora von MS-Patienten eine funktionelle Rolle bei der T-Zellaktivierung spielen und somit ein Auslöser für die Multiple Sklerose beim Menschen sein können. „Nun kommt es darauf an, die in Frage kommenden Mikroorganismen weiter einzugrenzen und zu untersuchen“, so Hartmut Wekerle. Der Mediziner gibt jedoch zu bedenken, dass sich die Untersuchungen sicher über Jahre hinwegziehen werden und nach wie vor offen ist, ob und welche Diagnose- und Therapieverfahren daraus entstehen können.

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Quelle:

Vineyard Saker

ARD

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