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Das Endocannabinoid-System als fester Bestandteil des menschlichen Nervensystems

19. Dezember 2019 | Allgemein | Bewusstsein | Spiritualität | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Wenn es um die Wirkung von CBD geht, wird fast immer zu irgendeinem Zeitpunkt von dem Endocannabinoid-System geredet. Denn darin verbirgt sich der Schlüssel für den Erfolg des besagten Pflanzenstoffes. Dabei ist es egal, ob es um die Wirkung von CBD beim Mensch, Hund, bei der Katze oder dem Pferd geht. Alle Säugetiere verfügen über ein Endocannabinoid-System – und CBD interagiert mit diesem. Doch was genau verbirgt sich nun hinter dem mysteriösen System und welche Rolle spielt an dieser Stelle das CBD innerhalb dessen?

Das System in Einzelteilen

Betrachtet man den Begriff in Einzelteilen, kann man schon viel über die Hintergründe des Systems rauslesen: Endo – Cannabinoid – System.

Endogen, kurz ‚Endo’, bedeutet in der Medizin, dass der betroffene Stoff im Körper selbst entsteht, also von innen herauskommt. Der Begriff Cannabinoid ist bereits bekannt aus der Cannabis-Forschung – CBD und THC sind Cannabinoide aus der Hanfpflanze. Dabei handelt es sich um eine heterogene Gruppe von pharmakologisch aktiven Substanzen, die eine gewissen Affinität gegenüber entsprechender Rezeptoren haben. Um das System zu vervollständigen, gehören genau noch diese beschriebenen Rezeptoren, mit welchen die Cannabinoide interagieren können, dazu. Die Enzyme, die den Gehalt der vorhandenen Cannabinoide kontrollieren, beschreiben den letzten Bestandteil des Endocannabinoid-Systems.

Bei diesem komplexen System handelt es sich also um, körpereigene Cannabinoide, die mit entsprechenden Rezeptoren interagieren und durch Enzyme reguliert werden. Gemeinsam tragen die einzelnen Komponenten dazu bei, dass grundlegende Prozesse auf der Ebene des zentralen und peripheren Nervensystems reguliert werden. Um verstehen zu können, wie CBD mit dem System interagiert und wie die Modulation des Systems dazu führen kann, dass verschiedenen Krankheiten entgegengewirkt wird, muss man sich die Hauptbestandteile einmal genauer anschauen.

 

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Der CB1 Rezeptor

Durch die Forschungen wurde erstmals 1990 in der Großhirnrinde der Ratte ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor entdeckt. Ein Rezeptor, welcher sich in der Zellmembran befindet und Signale mit Hilfe von Proteinen in das Zellinnere weiterleitet. Dieser Rezeptor wird CB1-Rezeptor genannt. CB steht für Cannabinoid. Es wurde ursprünglich angenommen, dass diese Rezeptoren hauptsächlich im zentralen Nervensystem verteilt sind. Tatsächlich sind die CB1-Rezeptoren auch im ganzen Gehirn verteilt, mit den höchsten Werten im Kleinhirn, Großhirnrinde und Hippocampus. Allerdings konnte man auch in zahlreichen peripheren Organen bereits CB1-Rezeptoren in kleinen Mengen nachweisen. Diese Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle im Bereich der Motivation und Kognition von Lebewesen. Auch sind sie an der Neurotransmission von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Glutamat beteiligt. GABA ist der wichtigste inhibitorische (hemmende) Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (ZNS) und damit auch der Gegenspieler zu Glutamat. GABA fördert unseren Schlaf. Bei einer geringen GABA-Konzentration wurden im Zusammenhang chronische Schmerzen, Bluthochdruck, Depressionen, Epilepsie, Schizophrenie und Bluthochdruck festgestellt. Ein Mangel des Neurotransmitters führt zu Muskelverspannungen, Heißhunger auf Süßes, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Hyperventilation, Ungeduld, Ängsten und Gedächtniseinbußen. Glutamat wiederum ist der wichtigste exzitatorischen (erregende) Neurotransmitter im ZNS. Er ist maßgeblich an der Vermittlung von Sinneswahrnehmungen, Ausführung von Bewegungen, höheren Gehirnleistung und der Appetitregulation beteiligt ist. In zu großen Mengen wirkt dieser Neurotransmitter allerdings neurotoxisch. Er kann dann die Neuronen zerstören und trägt wahrscheinlich dazu bei, dass nach einem Schlaganfall diverse Nervenzellen abgestorben sind. Ebenso scheint er eine aktive Rolle bei epileptischen Anfälle zu spielen.

Es gibt solide Belege dafür, dass die Aktivierung präsynaptischer CB1-Rezeptoren zu einer Hemmung der Freisetzung einer Reihe von verschiedenen erregenden oder hemmenden Neurotransmittern sowohl im Gehirn als auch im peripheren Nervensystem führen kann. Durch die Hemmung der Glutamatfreisetzung soll beispielsweise die Freisetzung von Dopamin (DA) in den Nucleus accumbens stimulieren werden können. Dieses Kerngebiet ist Teil unseres Belohnungssystems im Gehirn und auch mitverantwortlich für die Entstehung von Süchten. Dopamin gilt als „Glücksbotenstoff“ und man vermutete lange Zeit, dass dieser Botenstoff für unser Hochgefühl verantwortlich ist. Heute haben Hirnforscher allerdings festgestellt, dass es bei einer erhöhten Dopaminausschüttung viel mehr um das Verlangen nach einer Belohnung geht. Man könnte ihn sozusagen auch als effektiven Motivator bezeichnen.

 

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Der CB2 Rezeptor

Drei Jahre nach der Entdeckung des CB1-Rezeptors wurde in der Milz ein zweiter Cannabinoid Rezeptor entdeckt – der CB2-Rezeptor. Dieser soll hauptsächlich im Immunsystem zu finden sein. Auch hier hat man durch spätere Forschung entdeckt, dass der Rezeptor noch an weiteren Stellen im Körper vertreten ist. Der CB2-Rezeptor soll auch in das zentrale Nervensystem integriert sein, besonders auf Mikrogliazellen. Allerdings ist die Konzentration viel geringer als die des CB1–Rezeptors im ZNS. Man vermutet darüber hinaus, dass der CB2-Rezeptor teil eines generellen Schutzsystems ist. Dazu muss man sagen, dass der Säugetierkörper über ein hochentwickeltes Immunsystem verfügt, das vor ständig eindringenden Proteinangriffen schützt und darauf abzielt, den zugefügten Schaden zu verhindern, zu mildern oder zu reparieren. Es ist denkbar, dass sich evolutionsbedingt analoge biologische Schutzsysteme gegen Nichtproteinangriffe entwickelt haben. Neue Studien haben festgestellt, dass die CB2-Rezeptoren einen Teil eines solchen Schutzsystems darstellen können. Und zwar mit Hilfe der Signalwege von Endocannabinoiden.

Aufgrund der unterschiedlichen Schutzwirkungen des CB2-Rezeptors wurden mehrere synthetische CB2-spezifische Rezeptoragonisten synthetisiert. Als Rezeptoragonist werden Substanzen bezeichnet, welche an den Rezeptor andocken und damit den dazugehörigen Signalweg aktivieren. Es wurden bereits einige Agonisten erforscht, die nur an den CB2-Rezeptor binden aber nicht an den CB1. Hintergrund ist der, dass keine psychoaktiven Effekte auftreten sollen, welche mit dem CB1-Rezeptor in Verbindung stehen. Viele Pharmaunternehmen sind dabei diesen Mechanismus weiter zu erforschen um solche Agonisten als Medikamente in verschiedenen Bereichen einzusetzen.

Endocannabinoide als Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten und -Antagonisten

Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten müssen allerdings nicht zwingend synthetisch hergestellt werden. Die Natur und damit auch unser Körper liefern bereits eine Vielzahl an natürlichen Agonisten. Ebenso wie Antagonisten. Letzteres bindet nicht an den entsprechenden Rezeptor um die dahinterliegenden Prozesse zu aktivieren, sondern vielmehr um sie zu hemmen. Durch das Blockieren des Rezeptors behindern die Antagonisten das Anbinden eines Agonisten. Die Cannabinoide der Cannabispflanze sowie die körpereigenen (Endocannabinoide) liefern solche Agonisten und Antagonisten.

 

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Man hat damals bereits festgestellt, dass THC als Bestandteil der Cannabispflanze an einen solchen Rezeptor bindet. Da THC eine Lipidverbindung ist, resultierte man daraus die Annahme, dass alle möglichen endogenen Cannabinoidmoleküle ebenfalls Lipide sein würden. 1992 wurde in einem Schweinegehirn zum ersten Mal das Endocannabinoid Anandamid (AEA) identifiziert. Damit begann die Erforschung der körpereigenen (endogenen) Cannabinoide. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den Endocannabinoiden tatsächlich um Lipidmediatoren handelt.

Lipidmediatoren können als eine Klasse von bioaktiven Lipiden bezeichnet werden. Sie werden lokal durch biosynthetische Abläufe produziert. Binden tun die Lipidmediatoren an ihre kognitiven G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Beteiligt sind die Lipidmediatoren an vielen physiologischen Prozessen. Eine Fehlsteuerung dieser Lipide konnte mit entzündlichen Krankheiten, Unfruchtbarkeit, Atherosklerose, Stoffwechselproblemen und Krebs in Verbindung gebracht werden. Man könnten die daher auch als lokale Hormone betrachten.

Endocannabinoide werden aus Gehirn- und peripheren Geweben isoliert. Sie umfassen Amide, Ester und Ether von langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Neben AEA wurden noch weitere Cannabinoide im menschlichen Körper sichergestellt. Dazu zählt beispielsweise das 2-Arachidonoylglycerin (2-AG). Gemeinsam bilden sie die bioaktivsten Endocannabinoide:

  • AEA spielt bei der Regulierung des Appetits und der Schmerzempfindung eine entscheidende Rolle. Auch Glücksgefühle wie Freude und Euphorie werden durch dieses Endocannabinoid beeinflusst, was den Namen erklärt. Anandamid stammt von dem Sanskrit-Wort „Ananda“ ab, was übersetzt „Glückseligkeit“ bedeutet. Dieses Endocannabinoid agiert als voller Cannabinoid Rezeptor Agonist.
  • 2-AG weist zusätzlich eine erhöhte Beteiligung am Immunsystem sowie einen stimulierenden Effekt auf das Knochenwachstum auf. Auch hier handelt es sich um einen vollen Agonist gegenüber den CB1- und CB2-Rezeptoren.

Freigesetzt werden diese „on demand“. Verschiedene Enzyme und Stoffwechselwege sind an der Produktion beteiligt. Der Abtransport der Endocannabinoide erfolgt schnell und mittels eines noch nicht vollständig charakterisierten Membrantransportprozesses. Dies steht im klaren Gegensatz zu der Verstoffwechselung und Ausscheidung von THC, was sich über mehrere Stunden zieht.

 

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Die Aufgaben der endogenen Cannabinoide

So wie man damals Parallelen über die Beschaffenheit von Endocannbinoiden und THC ziehen konnte, kann man das auch in der Wirkungsweise. Die Wirkung in verschiedenen biologischen Prozessen von THC konnte mit der der Endocannabinoide gleichgesetzt werden.

Zu den Hauptaufgaben der Endocannabinoide kann man daher das Aktivieren (Agonist) bzw. Blockieren (Antagonist) der bekannten Cannabinoid Rezeptoren zählen. Dies ermöglicht wiederum eine Aktivierung oder Hemmung verschiedener dort vorhandener Neurotransmittersysteme. Dadurch nehmen die Endocannabinoide eine wesentliche Rolle bei mehreren physiologischen Prozessen von Säugetieren ein. Wie bereits beschrieben, sind die unterschiedlichen Rezeptoren für diverse Prozesse im peripheren und zentralen Nervensystem verantwortlich. Somit sind die Endocannabinoide, welche zu einer Aktivierung oder Hemmung dieser Prozesse führen, letztendlich der Auslöser. Man kann das System so betrachten, als wären die Endocannabinoide in dem Fall entweder diejenigen, welche die Dominosteine anstoßen. Je nachdem für welchen ersten Stein man sich entscheidet, wird die dahinterliegende Reihe in Bewegung gebracht. Oder sie setzen sich schützend vor den ersten Stein in der Reihe, dass kein anderer diesen anstoßen kann und hemmen damit den dahinterliegenden Prozess.

Somit sind es also die Endocannabinoide, die im Endeffekt unter anderem für die Appetitsteuerung, die Fruchtbarkeit sowie diverse Immun- und auch Gedächtnisfunktionen verantwortlich sind. Auch die Neuroprotektion (der Erhalt von Nervenzellen und Nervenfasern) und Schmerzmodulation lassen sich durch Endocannabinoide steuern. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich gezeigt, dass eine Funktionsstörung der körpereigenen Cannabinoide mit pathologischen Zuständen einhergeht. Das ist der Grund, weshalb eine Modulation der Endocannabinoide für die Forschung und Entwicklung im Gesundheitsbereich relevant ist und stark erforscht wird. —> weiter lesen 

 

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DAS HANFBLATT

Quelle:

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