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Das Virale Video mit dem Baby-Bär – und warum es gar nicht so toll ist

8. November 2018 | Natur | Umwelt | Psychologie | Gesellschaft | connectiv.events

 

Es ist ein zweieinhalb Minuten langes Video eines kleinen, braunen Babybären. Er versucht beharrlich, eine schneebedeckte Steilwand zu erklimmen, und gibt trotz aller Rückschläge nicht auf. Das erschien vielen ein wunderbares Beispiel für die Kraft der Beharrlichkeit zu sein. Am Anfang steht das Junge mit seiner Mutter auf einem gefährlich steilen Bergrücken. Die Bärenmutter läuft auf einmal los, und obwohl sie ein paar Mal auf dem losen Schnee ausrutscht, erreicht sie schnell das flache Plateau oben. Ihr Jungtier, das vorsichtig und zögernd folgt, hat nicht so viel Glück. Es verliert den Halt und rutscht einige Meter. Es reißt sich zusammen und versucht den Aufstieg erneut, bevor er wieder und wieder abrutscht.

Endlich ist das Jungtier fast oben. Doch als sich das Filmmaterial auf den Moment konzentriert, an dem Mamabär und Babybär wieder zusammensind, schubst die Mutter das Junge unerklärlicherweise mit der Pfote weg und es rutscht wieder nach unten. Es rutscht einen langen Weg hinunter, kämpft um einen festen Halt und findet ihn, kurz bevor es auf nackten Felsen trifft. Wieder beginnt es zu klettern, und nach einer fürchterlichen Ewigkeit für alle, die sich das ansehen und mit dem Kleinen bangen, erreicht es seine Mutter. Die beiden gehen weg.

 

 

Nachdem dieses Video auf Twitter veröffentlicht wurde, wurde es schnell viral. 17 Millionen Mal angeklickt. Es hatte alles, was eine berührende und unglaubliche Geschichte brauch: den niedlichsten Protagonisten, Aufstieg und Fall und das tapfere, kleine Kerlchen –  und ein glückliches Ende. Es war eine Geschichte von Hartnäckigkeit angesichts von Widrigkeiten, eines leinen Kämpfers gegen das harte Leben.

Doch das Bärenjunge hätte diesen Kampf nicht kämpfen müssen. Biologen, die sich mit Wildtieren auskennen sagen: Das Video sei eindeutig von einer Drohne aufgenommen worden. Und das sei ziemlich unverantwortlich von dem Drohnenpiloten gewesen. Um gute Szenen von einer Bärenmutter und ihrem Jungen zu bekommen, habe er die beiden in eine gefährliche Situation getrieben, die das Junge fast das Leben gekostet hätte. „Es fiel mir wirklich schwer, zuzusehen“, sagtSophie Gilbert, Ökologin an der University of Idaho, die unter anderem untersucht, wie sich Drohnen auf die Tierwelt auswirken. „Es zeigte sich ein ziemlich krasses Unverständnis des Drohnenpiloten dafür, was er damit den Bären angetan hat.“ Aber nicht nur die Wissenschaftler, auch mehrere Drohnenpiloten waren über die Aufnahmen bestürzt.

 

 

Mit einem so kleinen und verletzlichen Jungtier an der Seite durchquert eine Bärin eine so steile und rutschige Steigung nicht freiwillig. „Es gibt keinen Grund, warum ein Weibchen so ein Risiko eingeht, es sei denn, sie wurde dazu gezwungen“, sagt Clayton Lamb von der University of Alberta, der Grizzlybären in den kanadischen Rockies studiert und dazu Drohnen einsetzt. Während des gesamten Videos, bemerkte er, dass  die Mutter ständig zu der Drohne aufschaut und sich offensichtlich durch ihre Anwesenheit gestört fühlt.

Drohnen sind eigentlich ein Glücksfall für Biologen, wenn sie Wildtiere beobachten wollen, die sonst nur schwer zu erreichen sind. Drohnen sind einfach bequemer als Messungen vor Ort und billiger, sicherer und leiser als Flugzeuge. Die Forscher setzen sie beispielsweise ein, um Vögel zu zählen, die an unzugänglichen Felsenrändern nisten, Leopardenrobben in der Antarktis und Meeresschildkröten in Costa Rica zu überwachen, Orang-Utans zu untersuchen, indem sie nach ihren Baumkammernestern suchen, und die DNA des Wals durch das Ausblasen der Blase zu sammeln . Drohnenbasierte Zählungen können genauer sein als Erhebungen vor Ort und sind oft weniger belästigend für die Tiere. „Um Nistvögel zu beobachten, müssen wir auf Bäume klettern und Küken zählen, was die Vögel enorm stört“, sagt Gilbert. „Wenn Sie eine gute Kamera haben, können Sie von weitem zoomen.“

 

 

 

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