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Datenmissbrauch, Zensur, Sperrungen – Facebook, Twitter, Snapchat verlieren Millionen Nutzer

2. November 2018 | Familie | Soziales | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Investoren und Werbtreibende werden langsam nervös. Viele fürchten den großen „Facebook-Exodus“, ein Wort, das nun durch die Medienlandschaft geistert. Schon zum zweiten Mal hintereinander enttäuschen die Jahreszahlen. Die Firma Zuckerbergs steigerte die Zahl ihrer Fans im dritten Quartal nur wenig auf 2,27 Milliarden. Eine Million EU-Nutzer verließen das Netzwerk in den letzten drei Monaten. In einer im September veröffentlichten Befragung von Pew Research stellte sich heraus, dass 26 Prozent der erwachsenen US-Bürger ihr Facebook-Account gelöscht haben. Das ist nicht wenig. Das isst ein massiver Einbruch.

 

 

Dennoch verdient Facebook immer noch Milliarden durch seine User. Der Gewinn der Social Media Plattform stieg im dritten Quartal um neun Prozent auf knapp 5,14 Milliarden Dollar.

Die Leute ziehen sich zurück von zuviel Öffentlichkeit. Sie bevorzugen jetzt privatere Wege, miteinander zu kommunizieren und wollen offenbar nicht mehr, dass alles, was da mal im Netz stand, für immer drin bleibt. Anstatt sein Leben via Facebook-Timeline mit der ganzen Welt zu teilen, kommunizieren sie nun lieber in geschlossenen, privaten Chats bei WhatsApp oder bei Messenger und Instagram. Die kurzen Video- und Foto-Schnipsel beim Konkurrenten Snapchat bleiben auch nicht ewig dort stehen, sondern verschwinden nach 24 Stunden automatisch oder können direkt an einzelne Freunde verschickt werden, aber auch Snapchat verliert massenweise User – zuletzt zwei Millionen. Privatsphäre steht wieder höher im Kurs, und Facebook steht nun nicht gerade dafür – insbesondere nicht nach den letzten Skandalen.

 

 

Facebook hat sich im letzten Jahr mit einer Reihe von Daten-Lecks und Datenmissbrauch, einschließlich eines FBI-Berichts, der behauptete, russische Aktivisten hätten über Facebook falsche Nachrichten verbreitet, um die Präsidentschaftswahlen 2016 zu beeinflussen. Nun, es waren weniger die Russen, als vielmehr eine PR-Strategie von Steve Bannon, der die Forschungsfirma Cambridge Analytica beauftragte durch geschickte, nicht einmal wirklich illegale, massenhafte Verwendung personenbezogener Daten eine Wahlkampfstrategie für Donald Trump zu fahren. Mit Erfolg.

Die Plattformen kämpfen immer noch mit den Folgen der Enthüllungen um diverse Datenlecks und der Aufarbeitung von Cambridge Analytica sowie Hacks bei Facebook und Google. Alphabet schließt Google + nach einer Sicherheitslücke, von der bis zu 500 Millionen Nutzer betroffen sein könnten. Dazu kommt ein Unbehagen der digitalen Gesellschaft gegenüber sozialen Netzwerke und ihren negativen Auswirkungen. Die krasseste war wahrscheinlich, dass ein deutscher Urlauber in der Türkei inhaftiert wurde – wegen eines „Like“ auf Facebook.

 

 

Die massenhaften Sperrungen und Löschungen von Accounts auf den sozialen Netzwerken aller Art macht die Nutzer überdies ratlos und zornig. Man weiß oft nicht einmal, warum es einen trifft, man erfährt es auch nicht. Viele Nutzer haben solche Sperrungen via Klage schon aushebeln können, aber es bleibt ein ungutes Gefühl. Die User fühlen sich beobachtet, zensiert, gegängelt und hilflos.

Gleichzeitig sind die Betriebskosten explodiert auf zuletzt 7,95 Milliarden Dollar pro Quartal, das sind 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier schadet die unsägliche Datenschutz-Grundverordnung sowie der weltweite „Kampf gegen Hass und Hetze“, die die Sozialen Medien dazu zwingt, Heerscharen von Zensoren zu beschäftigen, die im Akkord löschen und sperren. Diese Entwicklung scheint sich sogar noch zu verschärfen: Im Gesamtjahr werden die Ausgaben um über 50 Prozent steigen und 2019 noch einmal um weitere 40 bis 50 Prozent.

 

 

Eine Untersuchung in den USA hat ergeben, dass es vor allem die jungen Nutzer sind, die sich von Facebook & Co abwenden. Das Skandaljahr von Facebook hat laut einer Pew-Umfrage zwar aus allen Altersklassen und Schichten Leute abgeschreckt, ganz besonders aber die Unter-30jährigen: Pew befragte im Mai und Juni mehr als 3.400 US-Facebook-Nutzer und fand heraus, dass 44 Prozent der 18- bis 29-Jährigen angaben, die App im letzten Jahr von ihrem Telefon gelöscht zu haben. Einige von ihnen haben es später erneut installiert. Insgesamt sagten 26 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie die App gelöscht haben, während 42 Prozent mehrere Wochen oder länger eine Pause eingelegt haben und 54 Prozent ihre Datenschutzeinstellungen angepasst haben.

Das Ende der Netzwerke, wie wir sie kennen, kündigt sich so langsam an. Die blaue Facebook-App verliert Nutzer. Diese wenden sich anderen Formaten zu.

 

 

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