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Delphin-Männergruppen rufen sich beim Namen

16. Juni 2018 | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Die Überschrift der Studie klingt sehr kompliziert: „Bottlenose Dolphins Retain Individual Vocal Labels in Multi-level Alliances“. Es heißt übersetzt: Die großen Tümmler erhalten individuelle Lautbezeichnungen in vielschichtigen Bündnissen. Das, was die Studie herausgefunden hat, ist aber gar nicht trocken und kompliziert, sondern sehr faszinierend und erstaunlich. Der „große Tümmler“ ist wohl die bekannteste Delphinart. Dass die tiere sehr intelligent sind, ist nicht erst seit „Flipper“ bekannt.

Die Biologen haben das Sozialleben der Delphine strudiert und fanden heraus, dass sie Boygroups bilden: Männliche Delphine sind gern in Gruppen unterwegs und pflegen darin langjährige und feste Männerfreundschaften.  Dabei nennen sie sich gegenseitig beim Namen. Sie halten über ganz persönliche Geräuschfolgen miteinander Kontakt, diese persönliche, nur auf ein Individuum bezogene Lautfolge hat quasi die Funktion einer Anrede mit Namen, sagen die Forscher in ihrem Bericht im Fachjournal „Current Biology“: „Wir haben herausgefunden, dass Große Tümmler-Männer, die langfristigefreundschaften oder ein Bündnis eingehen, individuelle Stimm-Kennzeichnungen haben, die es ihnen möglich machen, viele unterschiedliche Freunde und Konkurrenten in ihrem sozialen Netzwerk zu unterscheiden“, sagte die Wissenschaftlerin Stephanie King von der University of Western Australia in Perth.

 

Wie auf dem Schulhof: Wo sind meine Freunde und wo sind die blöden Typen von der Parallelklasse?

Da es dieselbe Funktion erfüllt und auch eine „stimmliche Identifizierung“ ist, wie der Rufname beim Menschen, interpretieren die Forscher diese individuellen Lautfolgen als eine Art delphinischen Namen. „Unsere Arbeitsergebnisse belegen, dass diese Namen den männlichen Delphinen ermöglichen, den Überblick über ihre vielen unterschiedlichen Beziehungen zu behalten: Wer ist ihr Freund, wer sind die Freunde ihres Freundes und wer sind ihre Konkurrenten?“ Also, wer gehört zur anderen Gang? Was machen die grade? Wo sind meine Kumpels und besten Freunde? Und genau, wie bei Menschen ist des praktisch und bringt Ordnung in die Sache, wenn man jeden mit seinem Namen identifizieren kann. Und man verständigt sich schneller. Vielleicht kann man es so ausdrücken: Wenn Flipper seinem Freund sagen will „Du, Grauflosse, Warnung, Schiefzahn hat was gegen dich vor!“ ist das wesentlich einfacher als „Du da neben mir! Hallo, ja dich mein ich! Warnung! Da, wo ich hingucke, der da hinten, siehst Du den? Nein den anderen daneben! Warnung!“

Ob nur Delphinmännchen sich gegenseitig mit Namen identifizieren und verständigen, sondern auch Weibchen sich ähnlich verhalten, wurde noch nicht untersucht. Auch die Weibchen bilden meistens eigene Gruppen, die aus einem älteren Männchen, verschiedenen Weibchen und Jungtieren bestehen, während die jungen Delphinmänner gern unter sich bleiben und eigene Gruppen bilden. Die australischen Forscher untersuchen die Delphine in der Meeresbucht „Shark Bay“ schon seit mehr als 30 Jahren. Schon in früheren Studien wurde festgestellt, dass  männliche Delphinteenager in ihren Gruppen manchmal mit anderen Männchen Bündnisse über Jahrzehnte schließen. Filmaufnahmen mit Kameradrohnen zeigen immer wieder, wie männliche Delphinfreunde nebeneinander herschwimmen, sich dabei mit Brustflossen und Schwanzflossen berühren und aneinander reiben, als würden sie kuscheln und ihre Zuneigung zeigen wollen. Die Forscher vermuten, das dies die persönlichen Bindungen stärkt.

Gemeinsam erobert man leichter die Mädels

Diese Freundschaften und der Teamgeist sinnd aber auch durchaus nicht nur rein zweckfrei. Die Zusammenarbeit zwischen befreundeten Männern in der Gruppe hat auch handfeste Vorteile. Sie Forscher beobachteten, dass solche Gruppen sich gegenseitig helfen, an Weibchen zu kommen und sich mit ihnen zu paaren. Zusammen können die Mänchen auch Rivalen fernhalten, so dass jeder von ihnen abwechselnd die Gelegnheit bekommt, im Schutz der Kameraden ein Weibchen zu finden, zu umwerben und in Ruhe zu begatten. Dann muss nicht jeder von ihnen auf sich gestellt den Stress auf sich nehmen, gleichzeitig Konkurrenten wegzujagen und das Weibchen zu überzeugen – womöglich auch noch während der Auseinandersetzung m,it einem Rivalen zu riskieren, dass ein Dritter Selphinmann zum Zuge kommt.

Die australischen Forscher wollten aber noch mehr über die Namen und die Sprache der Delphine herausfinden. In einer neuen Studie machten sie sich daran, besser zu verstehen, welche Rolle diese Lautkommunikation spielt. Dazu zeichneten sie die „Sprache“ der Delfine mit Unterwassermikrofonen auf und bestimmten undkennzeichneten den individuelle Namenslaut  von jedem Männchen. Daraufhin maßen sie die Ähnlichkeit dieser Namenslaute innerhalb einer Gruppe und zwischen Gruppen, um herauszufinden, ob Delphinmänner mit stärkeren sozialen Beziehungen ähnliche Lautsignale verwenden. Die Analyse ergab aber, dass sich die Namenssignale von Männchen in einer Gruppe deutlich voneinander unterscheiden. Das läßt darauf schließen, dass diese Rufe tatsächlich den Zweck individueller Namen erfüllen.

 

Auch andere Tiere vergeben Namen

Delphine sind aber nicht die einzigen Tiere, die anderen Namen geben. Von Hühnern haben Forscher herausgefunden, dass sie  – solange sie in kleinen Gruppen miteinander frei und natürlich leben – auch untereinander individuelle Namen verwenden. Papageien zum Beispiel kommunizierenauch über Namen. Die stehen aber meistens Fällen nicht für das einzelne Individuum, sondern bezeichnen eine bestimmte Gruppe, wie bei Menschen Müller, Meier oder Schmitz, also eine Art Familienname.

Die männlichen Großen Tümmler können den australischen Forschern zufolge aber schon über die individuellen Namens-Signale ein beeindruckend kompliziertes, soziales Netzwerk kooperativer Beziehungen beherrschen. Die Wissenschaftlker wollen dieser Fähigkeit weiter auf den Grund gehen und wollen zum Beispiel die „Namen“ einzelner Männchen abspielen und sehen, wie die Tiere auf Namen von Gruppenmitgliedern in unterschiedlichen Situationen und Zusammenhängen reagieren.

 

https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(18)30615-8
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Quelle:

connectiv.events

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