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Otto I. neben Adelheid von Burgund im Meißner Dom. © by User: Kolossos (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0, Wikimedia Commons

Der erste Kaiser des Heiligen Reiches

18. Dezember 2017 | Geschichte | Compact Online

Endlich, nach Jahrzehnten, hatten die deutschen Stämme den Mut aufgebracht, sich gegen fremdländische Invasoren zu wehren. Sie zogen unter Führung ihres Königs Otto I. (912–973) in die Ungarn-Schlacht – an der Spitze damals schon die Sachsen. Der spätere Kaiser Otto, der Große, ist einer von 14 „Deutschen Helden“, die wir in Band 2 unserer Serie COMPACT-Geschichte vorstellen!

«Seht, hier führe ich vor Euch Otto, den von Gott erwählten und vom Herrn des Königreiches, Heinrich, als König bezeichneten und nun von allen Fürsten zum König erhobenen Otto. Wenn Ihr mit dieser Wahl einverstanden seid, so erhebet die rechten Hände zum Himmel.» Feierlich verkündet der Mainzer Erzbischof Hildebert im Aachener Dom den Krönungstext für seinen neuen Herrscher, der an diesem 7. August 936 vor dem Marmorthron Karl des Großen steht. Es ist der 23-jährige Otto aus sächsischem Geschlecht.

Hier präsentiert sich nun der Monarch als Held. Denn: «Deutschlands Geschichte ist damals die Geschichte seiner Könige gewesen. Heutzutage ist das natürlich anders. Schöner. In einer perfekten Demokratie wie der gegenwärtigen regieren Parteien und Fraktionen in bescheidener Anonymität, und niemand braucht mehr die Verantwortung zu übernehmen», schrieb Joachim Fernau schon vor 40 Jahren.

Ottos Vater Heinrich I. legte den ersten Keim für das Aufkommen der deutschen Nation. Obwohl er ursprünglich nur Herzog von (Nieder-)Sachsen war, einem Stamm, der als letzter von Karl dem Großen mit seiner Christianisierung dem Reich einverleibt werden konnte, leistete Heinrich als König Vorbildliches für die Einigung der fünf deutschen Stämme Bayern, Franken, Schwaben, Lothringen und Sachsen.
Otto führte dieses Werk mir aller Energie und Schlauheit fort. Jahrelang hatte er zu kämpfen mit Familien- und Verwandtenaufruhr, Vasallenerhebung, Untreue. Namentlich sein Halbbruder Thankmar und der jüngere Bruder Heinrich machten ihm das Leben schwer. Heinrich rebellierte mehrfach, bis er sich am Weihnachtstag 941 endgültig unterwarf und Otto ihm «zu Quedlinburg im Dome» großmütig seine Sünden vergab.

«Löwenhafte Kraft» und «raubtierhafte Unruhe» bescheinigen ihm seine Biografen sowie außerordentliche
Beredsamkeit. Otto konnte hervorragend schreiben und beherrschte drei Sprachen. Seinen langen rötlichen Bart pflegte er zu fassen, wenn er einen Schwur bekräftigen wollte. Über seine zwei Ehen mit der Angelsächsin Edgitha und später mit Adelheid von Burgund wissen die Chronisten nur Mustergültiges zu vermelden. «Eine der bezauberndsten Gestalten des Großen Welttheaters » nennt Fernau den König.

Seine Ziele verfolgte Otto vor allem mit Hilfe der damals noch an deutschen Interessen orientierten Kirche, deren Bischöfe er unabhängig vom Papst in seiner Eigenschaft als Priester und König in ihre Ämter einsetzte. Dabei ging es vor allem darum, die slawischen Völker an der Elbe dauerhaft zu integrieren.

Es begann eine planmäßig durchgesetzte Christianisierung der heidnischen Stämme. Bereits 937 gründete Otto zu diesem Zweck in Magdeburg als Missionsstützpunkt ein Kloster, zu dessen Schutzpatron er demonstrativ den Heiligen Mauritius, den Bekämpfer der Heiden, bestimmte. In den westslawischen Gebieten wurden 948 die Bistümer Brandenburg und Havelberg gegründet; Magdeburg stieg 968 sogar zum Erzbistum auf. Der König sicherte das Gebiet an der unteren Elbe (Billunger Mark) und in der Region beiderseits von Elbe und Saale (Elbmark) durch Markgrafschaften. Ihre Grafen sollten die Grenzen gegen feindliche Einfälle schützen. Überdies dienten die Marken als Operationsbasis für neue Eroberungen. So konnte die Grenzlinie des Reiches bis zur Oder vorgeschoben und sogar geschützt werden.

Otto gelang es in zäher Kleinarbeit, die Macht der häufig ebenso selbstbewussten wie rebellischen
Herzöge zu brechen und sie zu unterwerfen. Damit endeten auch die das Land peinigenden Kämpfe der großen Feudalherren und ihrer Gefolgsleute, die für das einfache Volk Ängste, Tod und Zerstörungen mit sich brachten.

Das gesamte Portrait finden Sie in COMPACT-Geschichte: „Deutsche Helden – Unser Vermächtnis aus 2000 Jahren“

Weiter lesen auf:

https://www.compact-online.de/der-erste-kaiser-des-heiligen-reiches/
Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

Compact Online

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