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Das Christentum übernahm immer gern die Mythologie des Heidentums der Germanen, um die Menschen in ihren Herzen und ihrer Seele zu berühren. So wurde die Sage vom heiligen Hubertus, dem Schutzheiligen der Jäger, geboren. (Bild: pixabay, Ellasommer)

Der Hirsch: Ein heiliges Tier unserer Vorfahren. Doch warum braucht er so ein Geweih?

14. April 2019 | Bewusstsein | Spiritualität | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Der Hirsch ist ein heiliges Tier

Der Hirsch war unseren Vorfahren ein heiliges Tier. Sie waren dem Gott Freyr geweiht und die Hirschkühe der Göttin Frigg. Der Hirsch galt auch als Symbol für die Sonne und die Fruchtbarkeit, die durch die Strahlen der Sonne auf der Erde entsteht. Die Göttin Frigg steht auch für die Erde, und da das Sonnentier, der Hirsch die Erde erwärmt und seine Kraft in seinem stolzen Geweih zeigt, und Frigg für die Erde. Die trächtigen Hirschkühe und die Geburt des neuen Lebens, geweckt durch die Sonnenstrahlen des Frühlings, stehen für die wiederkehrende Sonne und das Sprießen der Pflanzen, wie auch all die Jungen, die die Tiere im Frühjahr auf die Welt bringen – ein einziges Fest des neuen Lebens.

Das Christentum übernahm immer gern die Mythologie des Heidentums der Germanen, um die Menschen in ihren Herzen und ihrer Seele zu berühren. So wurde die Sage vom heiligen Hubertus, dem Schutzheiligen der Jäger, geboren. Der Legende nach lebte Hubertus von Lüttich Anfang des 8. Jahrhunderts im heutigen Belgien. Als seine Frau starb, verlor Hubertus den Glauben an Gott. Von da an zog er in die Wälder und jagte wahllos Tiere, um so sein Leid zu betäuben. Eines Tages – der Geschichte nach war es ein Karfreitag – verfolgte er mit seiner Hundemeute einen besonders großen Hirsch, den er erlegen wollte. Auf einer Lichtung blieb das Tier schließlich stehen. Gerade als Hubertus den Hirsch erlegen wollte, sah er ein Kreuz zwischen den Geweihstangen leuchten. Das Licht war so hell, dass der Hirsch weiß aussah. Die Legende sagt, dass Hubertus im selben Moment eine Stimme hörte, die ihn zur Umkehr aufforderte. Daraufhin kniete Hubertus vor dem Hirsch nieder und war geläutert. Von nun an wollte er nicht mehr Tiere töten, sondern Gott und den Menschen dienen. Er wurde Mönch und später Bischof.

 

 

Auch die Kelten verehrten den Hirsch als göttliches Lebenssymbol. Der Hirsch ist das Tier der keltischen Gottheit Cernunnos, der selbst einen Helm mit Hirschgeweih trägt. Die berühmteste Abbildung des Gottes dürfte die auf dem „Kessel von Gundestrup“ sein. Der Kessel wurde 1891 in Nordjütland (Dänemark) gefunden und stammt aus dem 1. oder 2 Jh. v. Chr. Die Abbildung darauf zeigt den Gott mit Hirschgeweih auf seinem Helm in einer Gruppe von Tieren sitzend, mit einem Hirschen rechts und einem Wolf links. Er sitzt trennend zwischen diesen beiden Tieren, die für das Leben (Hirsch) und für Tod und Vernichtung (Wolf) stehen. Cernunnos zwischen den beiden Tieren vermittelt zwischen Tod und Auferstehung.

Auch diese jahrtausendealte Assoziation übernahm das Christentum, obwohl das ursprünglich natürlich mit dem Christentum nichts zu tun hatte. Aber der tiefe Glaube und die Naturverbundenheit unserer Vorfahren nötigte die Kirche dazu, wenn sie die Menschen erreichen wollte. Seitdem ist der Hirsch ein Symbol für Jesus Christus, insbesondere der weiße Hirsch.

Das Hirschgeweih – ein beeindruckendes Naturwunder

Einen ausgewachsenen Rothirsch mit voll entwickeltem Geweih im Wald zu sehen, ist schon ein Erlebnis und man beginnt zu verstehen, warum ihn unsere Vorfahren und auch die Griechen, die ihm in ihren Wäldern begegneten, so beeindruckt waren. Er ist schon eine imposante Erscheinung und das größte, freilebende Tier in Mitteleuropa. Das Geweih macht für den Auftritt des Königs des Waldes auch wirklich was her. Jeden Februar-April wirft er das kiloschwere Gestänge ab. Dabei kostet es ihn enorm Kraft und Energie, es jedes Jahr neu aufzubauen – und jedes Jahr größer und schöner.

Im Prinzip besteht das Geweih aus Knochenmasse, und während es wächst, ist es sogar gut durchblutet und von einer Art pelzigen Haut überzogen, die „Basthaut“. Ist das Geweih für dieses Jahr ausgewachsen, streift der Hirsch die Haut ab, indem er damit an Zweigen und Stämmen entlangreibt. Im Sommer findet man dann bisweilen blutige Hautstreifen an Ästen und Zweigen hängen.

 

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Aber wozu brauchen Hirsche ein Geweih?

Das Geweih hat mehrere Funktionen. Es dient zum einen als Abwehrwaffe. Im Prinzip hat der Hirsch, Elch oder Rehbock mit seinem Geweih das fest angewachsen und jederzeit bereit, was in der Wirtshausschlägerei die Stühle sind. Bei einer zünftigen Prügelei greifen die Burschen gern zu Stühlen, da man sich damit einerseits den Gegner gut vom Leib hält und andererseits mit den Stuhlbeinen den anderen recht schmerzhaft treffen kann. Dass man sich mit den Stühlen genauso gut verkeilen kann wie Hirsche mit ihren Geweihen, liegt auf der Hand.

Der andere Zweck des imposanten „Gestänges“, wie es die Jäger nennen, ist das „Eindruckschinden“ vor den Hirschkühen. Je größer und prachtvoller das Geweih ist, desto stärker und prachtvoller der Hirschmann. Ein echter „Platzhirsch“ eben. Das verspricht gesunden Nachwuchs und gute Gene und macht die Hirschdamen ganz schwindelig. Interessanterweise fand man heraus, dass für die Hirschdamen aber nicht so sehr die Größe, sondern die Symmetrie am verlockendsten ist. Ein perfekt symmetrisches, gut entwickeltes Geweih scheint einen „gutaussehenden“ Hirsch-Traumprinzen auszumachen. Eine Überraschung ist das nicht. Auch wir Menschen empfinden ein Gesicht als schön, wenn es ebenmäßige, gut proportionierte Züge aufweist und ganz besonders, wenn es sehr symmetrisch ist. Diese Bevorzugung der Symmetrie findet man im ganzen Tierreich.

Und warum werfen sie es jedes Jahr ab?

Alle Verwandten der Hirsche, auch Rehe und Elche, werfen jedes Jahr ihr Geweih ab. Einen solch prächtigen Kopfschmuck zu bilden, kostet den Körper enorm Reserven. Wenn die Zeit zum Abwerfen des Geweihs kommt, schüttet der Körper Geschlechtshormone und Schilddrüsensekrete aus. Warum die Tiere sich diese unglaubliche Anstrengung und den Aufwand antun, war lange Zeit umstritten und es gab verschiedene Erklärungen.

Zwei kanadische Biologen, V. Geist und P. T. Bromley von der Universität Calgary in der kanadischen Provinz Alberta, sind der Meinung, den Grund gefunden zu haben. Sie haben beobachtet, dass die männlichen Hirsche ihre Geweihe deshalb abwerfen, weil sie nach der Brunft ausgepowert und erschöpft sind, manchmal auch verletzt – und das Tragen des schweren Geweihs Raubtieren einen Vorteil beim Jagen bietet. In gemischten Herden würden die geweihtragenden Männchen dann den Angriffen besonders ausgesetzt sein, vor allem gegen sichtlich geschwächte Tiere. Nach dem Abwurf der Geweihe sind die erschöpften Hirschmännchen von den Raubtieren in der übrigen Herde kaum zu unterscheiden und deshalb besser vor Feinden geschützt – und können sich ungestört erholen.

 

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