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Geflohene Menschen bringen vieles mit. Diplome, traumatische Erlebnisse, Frauen und Kinder. Oft aber auch Blutgruppen, die in Deutschland sehr selten sind. Viele Blutgruppen vertragen sich untereinander nicht. Bild: Pixabay, Sabinurce, gemeinfrei.

Der „Rassismus im Blut“? – Migration bringt Blutspendeorganisationen in Bedrängnis

10. März 2019 | Gesundheit | Ernährung | Kriege | Revolutionen | Medizin | connectiv.events

Der „Rassismus im Blut“ – Migration bringt Blutspendeorganisationen in Bedrängnis

Um es vorweg zu nehmen: In diesem Artikel soll es nicht um die Flüchtlingspolitik gehen, es werden keine Debatten über die Zuwanderung von mehr als 1 Million Menschen aus fremden Ländern geführt und wir enthalten uns einer Meinung zu Themen wie „Integration“, „Religion“ und „Kulturvielfalt“. Auch bitten wir von Erbsenzählerei bei unserer Wortwahl abzusehen, wenn wir einen Menschen mit Migrationshintergrund erwähnen. Es ist gar nicht so einfach, politisch korrekt zu formulieren, während das Regelwerk hierfür auf das Ausmaß einer Brockhaus-Enzyklopädie anwächst. Hier soll es einzig und allein um ein faktenbasiertes Problem gehen, mit dem Mediziner zunehmend zu kämpfen haben, seit die Zuwanderungsrate steigt. Dieses Problem liegt in der Beschaffung passender Blutkonserven.

 

 

Blut ist rar – Jedenfalls für die Deutschen, die noch nicht so lange hier leben

Geflohene Menschen bringen vieles mit. Diplome, traumatische Erlebnisse, manchmal ihre Frauen und Kinder. Oft aber auch Phänotypen ihrer Blutgruppen, die in Deutschland schlicht sehr selten sind. Da sie in ihren Herkunftsländern anderen Krankheitserregern ausgesetzt waren und sich teils auch völlig andere erblich bedingten Besonderheiten entwickeln, als es in Europa der Fall ist, laufen sie natürlich Gefahr, Bluttransfusionen zu benötigen. Das Risiko dabei: Es mangelt noch deutlich an kompatiblem Blut. Aus diesem Grund schlägt das Deutsche Rote Kreuz Alarm und hat das Projekt BluStar ins Leben gerufen, um im Notfall niemanden diskriminieren zu müssen, der auf eine Blutspende angewiesen ist. Die Migranten selbst sind diejenigen, deren Spendenbereitschaft gefragt ist. Es gäbe genügend hilfsbereite Deutsche, aber Fakt ist: Häufig passt es einfach nicht. Blutgruppen und Erkrankungsrisiken sind weltweit alles andere als gleich verteilt.

Die Blutgruppen-Systeme – Vielfältig und bunt wie Deutschland

Die Deutschen, die schon etwas länger hier leben, werden nach dem AB0-System klassifiziert. Der Buchstabe besagt, wie die Zelloberflächen der roten Blutkörperchen beschaffen sind und gegen welche anderen Blutgruppenmerkmale Antigene enthalten sind:

  • Blutgruppe A besitzt Antigene gegen A
  • Blutgruppe B besitzt Antigene gegen B
  • Blutgruppe AB besitzt Antigene gegen beide Strukturen
  • Blutgruppe 0 hat weder etwas gegen A noch gegen B

In einem Blutspendeausweis steht außerdem der Rhesusfaktor geschrieben, der sich auf die Antikörper des Blutbesitzers beziehen. Diese schwirren im gesamten Immunsysten herum, um Feinde abzuwehren. Den Feind erkennen sie ganz einfach an der Proteinstruktur der Erythrozyten. Natürlich werden die körpereigenen Blutzellenmerkmale als Freunde erkannt – blöd sind sie ja nicht, die Antikörper. Trifft aber ein fremdes, nicht passendes Antigen auf solch einen Gesellen, gibt es keine Gnade: Das Blut wird angegriffen, niedergemetzelt und verklumpt.

Ein barbarischer Akt der Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit, nicht wahr? Gelungene Integration sieht anders aus. Da leider bislang jedes gute Zureden nicht half, dürfen bei einer Bluttransfusion nur passende Konserven übertragen werden. Wirklich!

 

 

Die Sache mit den Papieren

Viele Deutsche wehren sich ja vehement gegen jegliche Anspielung darauf, dass die Mitbringsel aus fernen Ländern kompliziert sein könnten. Wir schaffen das, das steht außer Frage. Aber, natürlich dauert es seine Zeit. Ein armer Tropf, der seinen Pass irgendwo im Mittelmeer verloren hat, wird höchstwahrscheinlich auch keinen Blutspendeausweis besitzen. Und selbst, wenn doch (oder wenn er ihn in weiser Voraussicht mit dem Smartphone fotografiert hätte):

In anderen Ländern werden andere Systeme benutzt. In Westafrika herrscht beispielsweise das Duffy-System vor. Andere der insgesamt 36 Blutgruppensysteme haben Namen wie Bombay, Kell, Diego oder Kidd. Während sich die Neubürger noch einleben und fleißig im Deutschkurs pauken, lauert bereits eine große Gefahr, von denen sie nichts ahnen. Was wäre, wenn nun einer von ihnen beim Schwimmunterricht am Beckenrand unglücklich stürzt und viel Blut verliert? Dann zählen Minuten und es bleibt zu hoffen, dass passende Spender vor ihnen in der Lage waren, den DRK-Fragebogen gewissenhaft auszufüllen. DRK & Co kämpfen bereits mit Faltblättchen um die Bereitschaft der neuen Mitbürger, sich zum Aderlass einzufinden.

Mischen impossible: Wer kann mit wem und warum?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Blutgruppen weltweit nicht gleich verteilt sind. Über die Ursachen besteht noch Unklarheit. Ob nun die Wiege der Menschheit in Afrika steht oder wir teilweise Alien-Hybriden sind, sei einmal dahingestellt und füllt ganze Bücher. Fakt ist, dass bestimmte Blutgruppen unter bestimmten Ethnien häufiger vorkommen. Die Häufung kann damit zusammenhängen, dass die Beschaffenheit der Blut-Antikörper die Träger einer Blutgruppe resistenter gegen bestimmte Krankheiten machen. So soll sich Blutgruppe B in Gebieten manifestiert haben, die sich in der Vergangenheit mit Pocken und Pest herumschlagen mussten. Das gilt in diesem Beispiel für Teile Asiens, während Australier und peruanische Ureinwohner praktisch gar kein Anti-A (also Blutgruppe B) entwickelt haben.

 

 

Welche sind die seltensten, welche die häufigsten Blutgruppen?

Hier lassen wir einmal der Prominenz den Vortritt:

AB negativ ist weltweit nur mit 1 % vertreten. Die Randgruppe blutet am cleversten, denn sie kann Blut von allen anderen Blutgruppen erhalten. Man nennt sie ehrfürchtig Universalempfänger. Hat man aber im vorherigen Abschnitt oder damals im Bio-Unterricht aufgepasst, ahnt man es schon: mit ihren Antigenen gegen A und B können sie nur „Ihresgleichen“ spenden.

Die Gruppe 0 negativ, also gut 7 % der Weltbevölkerung, sind die heimlichen Helden im DRK-Saal. Sie dürfen sich mit dem glorreichen Titel „Universalspender“ schmücken. Sie können, dürfen und sollen jeder anderen Blutgruppe spenden, ohne dass ein klumpiges Massaker beim Empfänger zu befürchten wäre. Geht ihnen selbst einmal der Sprit aus, brauchen sie aber einen 0-negativen Spender, denn sie sind in den anderen Kreisläufen keine gern gesehenen Gäste.

AB positiv gibt es weltweit nur bei 3 % der Menschen, B negativ bei 2 %, A negativ 6 %, B positiv 9 %. Am häufigsten sind 0 positiv mit 38 % und A positiv mit 34 % vertreten.

 

 

Anämie im Beutel aus Angst vor fremden Krankeiten

Nun ist es nicht so, dass es keine Spendenbereitschaft unter zugewanderten Mitbürgern gäbe. Viele haben bereits in ihrer alten Heimat gespendet und möchten auch in ihrem neuen Land etwas zurückgeben und helfen. Nicht wenige Spendenbereite erlebten dabei bereits eine handfeste Abfuhr. Sie wurden aufgrund ihrer Herkunft vom Blutspendedienst unverrichteter Dinge weggeschickt. Die Begründung lautet hierbei: Angst vor Malaria. Wer sich innerhalb der vergangenen vier Jahre vor der Spendenaktion in einem Risikogebiet aufgehalten hat, wird vom Spenden ausgeschlossen. Laut Robert-Koch-Institut wäre eine Laboruntersuchung auf den Erreger zwar preiswert, aber ein negatives Testergebnis sei noch kein absolut sicherer Beweis, um die Krankheit völlig ausschließen zu können. Die Tatsache, dass viele Spendenwillige mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer Biographie schlichtweg abblitzen, muss an dieser Stelle erwähnt werden, damit kein falsches oder einseitiges Bild von der Situation entsteht.

Die große Herausforderung: Chancengleichheit schaffen

Hämoglobin-Krankheiten wie Sichelzellanämie und Thalassemie nehmen in Deutschland mit der Einwanderung zu und lassen den Bedarf an Blutspenden steigen. Da es weltweit um die 320 Blut-Untergruppen gibt, und eine versehentliche Transfusion von unkompatiblem Blut für den Empfänger zu einem fatalen Ende führen würde, muss eine Lösung her. Die viel gepriesene Vielfalt muss schnellstens auch in den Blutspendelokalen Einzug halten – aber nicht auf Kosten der Sicherheit. Wildes Draufloszapfen, Eintüten und Beschriften mit dem Verweis auf das Herkunftsland widerspräche dabei unserer Willkommenskultur und wäre mit dem Diskriminierungsverbot keinesfalls vereinbar. Ganze Personengruppen gerieten so unter Pauschalverdacht, ganz so, wie Homosexuelle noch bis zum Jahre 2017. Wir können eigentlich nur hoffen, dass die einmal von der Spende Ausgeschlossenen nach der Vierjahresfrist wieder an die DRK-Pforten klopfen – Im Sinne der Integration und Blutsbrüderschaft.

 

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