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Man kann sich auch inmitten von Menschen einsam fühlen. Die Gründe für Einsamkeit sind vielfältig, treten aber in bestimmten Lebensphasen gehäuft auf.

Epidemie Einsamkeit in 3 Lebensphasen & was uns davor schützt

7. März 2019 | Bewusstsein | Spiritualität | Familie | Soziales | Gesundheit | Ernährung | Psychologie | Gesellschaft | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

 

Wer sich chronisch einsam fühlt, bei dem erhöhe sich nach den feststellungen der Medizinforschung Das Risiko auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Sogar eine Krebserkrankung kann nach den Erkenntnissen der Umfragen durch Einsamkeit gefördert werden. In Großbritannien hat Frau Premierministerin Theresa May ein Ministerium gegen Einsamkeit ins Leben gerufen. Einsamkeit sei ein verborgenes Leiden und es leiden mehr Menschen darunter, als bisher gedacht. Das Phänomen einer Gesellschaft der Einsamen nimmt überdies stetig zu. Einer US-Studie zufolge hat sich der Anteil der Menschen, die sich einsam fühlen, in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Besonders betroffen sind davon nicht nur alte oder kranke Menschen. Auch im Alter von Ende 20 und Mitte 50 gibt es eine Hochphase der Einsamkeit, wie die Wissenschaftler herausgefunden haben. Dabei ist „allein sein“ nicht gleichbedeutend mit „Einsamkeit“.

 

 

Mancher fühlt sich inmitten eines Lebens mit vielen Kollegen, Ehepartner und Kindern einsam, weil er mit den Kollegen zwar ein gutes Verhältnis hat, aber außer rein beruflichen Dingen nichts, was verbindet und die Abende ewig lang und leer sind. Die Mutter erwachsen gewordener Kinder hat zwar eine Familie, aber jeder geht eigene Wege, die Lebenseinstellungen passen nicht zusammen und der Ehemann ist beruflich voll eingespannt, fühlt sich aber auch einsam. Ein alter Mensch ist möglicherweise sehr viel allein, aber nicht einsam. Er ist gern allein, malt, liest, hört Musik, geht wandern und schreibt wunderbare Bücher. Er (oder sie) ist weise geworden und will am liebsten allein in der Natur sitzen, zuschauen, zuhören, zufühlen und glücklich sein. Er ist allein, aber nicht einsam. Es gibt geborene Einzelgänger und geborene Familienmenschen.

Wer sich aber einsam fühlt, dessen Seele leidet. der fühlt sich auch inmitten von Menschen isoliert und unbeachtet. Aber das Gefühl der sozialen Isolation hat früher oder später auch konkrete körperliche Auswirkungen und kann sogar Krankheit verursachen. Einsamkeit schwächt das Immunsystem, so dass Betroffene leichter krank werden und möglicherweise sogar schneller altern. 200 Frauen, die eine Brustkrebstherapie hinter sich hatten, nahmen an einer US-Studie teil. Sie waren im Schnitt 51 Jahre alt. Teilnehmerinnen, die über Einsamkeit klagten, wiesen im Vergleich zu den anderen deutlich höhere Titer gegen Zytomegalie-Viren aus der Familie der Herpesviren auf. Damit verbunden waren vermehrte Schmerzen, Depressionen und Fatigue (chronische Müdigkeit).

Wissenschaftliche Studien belegen, Einsame schlafen schlechter, sie sind sind gestresster, auh wenn sie objektiv keinen Streß haben müssten. Bei Schmerzen und Krankheitssymptomen fühlen sich viele Einsame besonders allein gelassen und hilflos und empfinden ihre Situation als noch wesentlich schlimmer. Das ist auch mit ein Grund, warum die Wartezimmer der Ärzte so voller alter Leute sind. Viele von denen kommen nicht, weil sie akut ärztliche Hilfe brauchen, sondern weil der Arzt und die Arzthelfer sich um sie kümmern, sich mit ihnen befassen, Aufmerksamkeit schenken. Und weil sie im Wartezimmer mit anderen Alten reden können.

 

 

Erschreckend: Drei Viertel der Menschen fühlen sich einsam

Doch wie viele Menschen sind von der Einsamkeit betroffen? Und was genau sind die Gründe? Was ist Einsamkeit? Ist sie eine von außen induzierte Situation oder liegt es an der Persönlichkeit der Beetroffenen? Ellen Lee von der University of California in San Diego und ihr Team gingen diesen Fragen in einer Studie mit 340 Teilnehmern zwischen 27 und 101 Jahren nach. Sie verwendeten einen standardisierten Psychotest, um die Art und Intesität der Einsamkeit ihrer Probanden unter Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände zu bestimmen. Das Ergebnis erstaunte – und schockierte: Drei Viertel der Teilnehmer empfanden sich selbst als mittel- bis schwergradig einsam. „Das verwundert“, meint Lees Kollege Dilip Jeste, „weil die Teilnehmer unserer Studie im Vorfeld vorher nicht besonders anfällig für Einsamkeit wirkten“. Die Probanden zeigten in der Vorauswahl keine psychischen Störungen oder besonderen Erkrankungen und waren auch nicht in außergewöhnlicher Weise sozial isoliert. „Unsere Teilnehmer waren ganz normale Leute“, wundert sich Jeste.

Bei der Studie zeigte sich, dass es im Leben eines Durchschnittsmenschen im Prinzip drei sehr häufig vorkommende Lebensphasen gibt, in denen Menschen sich plötzlich einsam fühlen, insbesondere dann, wenn eine Änderung der Lebenssituation neue soziale Strategien erforden und der Betroffene genau damit Probleme hat. Menschen mit Ende 20 offenbar besonders häufig unter Einsamkeit. Die Erwartung, in diesem Alter Spaß zu haben, eine tolle Freundesclique und/oder eine große Liebe gefunden zu haben, Erfolg im Beruf und ein ausgefülltes Leben, das in allen Bereichen brummt lässt einen „Misserfolg“ auf einem oder mehreren Feldern als sehr schmerzhaft erscheinen. Je weniger gut der junge Erwachsene aufgestellt ist, desto schwerer wird es für ihn. Was macht er (oder sie) falsch? Warum gibt es nicht die tolle Beziehung? Warum gibt es keinen vor Spaß platzenden Freundeskreis? Was ist falsch mit mir, dass niemand mich gern hat und wirklich bemerkt?

 

 

Die Lebensphasen der Einsamkeit

Die nächste Lebensphase mit hohem Einsamkeitspotenzial ist die klassische Midlife-Crisis: das Alter um Mitte 50 plus. Man fühlt, dass man nicht mehr jung ist, das Leben ist nicht mehr eine riesige Wunderdose, die noch alles bereit hält. Ist eine Partnerschaft oder Ehe gescheitert, vielleicht zum wiederholten Mal, bekommt mancher Angst, allein zu bleiben und ist enttäuscht, fürchtet aber die Enttäuschung einer neuen Beziehung. Wer noch in einer Ehe lebt, stellt oft fest, dass es eine eingefahrene Zweckgemeinschaft geworden ist. Wenn dann auch noch die Kinder das gemeinsame Hauptthema waren und diese aus dem HAus sind, weird es besonders schlimm.

Eine besondere Hochphase der Einsamkeit tritt oft gegen Lebensende, bei den über 80-Jährigen auf. Die soziale Isolation vieler alter Menschen kann viele Gründe haben, oft kommen mehrere zusammen. Beruflich hat man schon lange keine Beschäftigung und Begegnungen mehr. Die Kinder – wenn vorhanden – sind erwachsen und selbst eingespannt. Viele Freunde sind schon gestorben. Vielleicht ist auch der Lebenspartner durch Tod verloren. Dazu kommt bei vielen noch Geldmangel im Alter. Man kann sich kaum noch irgendwelche Aktivitäten leisten, die nicht lebensnotwendig sind. Viele schämen sich ihrer Armut und gehen kaum hinaus. Dazu kommen schlechteres Sehen und Hören, was den Alltag mühsam macht und die Kommunikationsfreude bremst.

Diese drei auffälligen Hochphasen zeigen sich sowohl bei Männern wie auch Frauen. Möglicherweise kann in Zukunft auch die neue gesellschaftliche Gruppe derer, die allgemein als „divers“ bezeichnet werden, in besonderem Maße von Einsamkeit betroffen sein, weil die Partnerbeziehungen komplizierter sind. Es gibt keine klassischen Lebensaufgaben mehr, meist keine Erwartung lebenslanger Paarbeziehungen, die auch durch Gesellschaft und menschheitsalte Verhaltensmuster unterstützt werden. Die physisch-attraktive Selbstpräsentation ist in diesen Gruppen noch wichtiger, als in den klassischen Mann-Frau-Beziehungen, und wird mit steigendem Alter schwieriger. Die Offenheit und Freiheit, die diese Menschen in ihrer sexuell aktiven Phase schätzen, könnte sich im Alter als Einsamkeit bemerkbar machen.

 

 

Weise Menschen sind weniger einsam

Gewöhnlich nimmt man soziale Isolation als Hauptgrund für dieses Lebensgefühl an. Die neue Studie konnte das aber nur in teilweise bestätigen: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir anders über Einsamkeit denken müssen. Es geht nicht nur um soziale Isolation. Ein Mensch kann allein sein und sich trotzdem nicht einsam fühlen. Ein anderer ist dagegen inmitten von Menschen und fühlt sich dennoch einsam.“ fanden die Wissenschaftler. Drei Faktoren scheinen aber zumindest in gewissem Maße einen Einfluss zu haben: Anfälliger sind demnach Menschen die alleine leben. Besser geschützt scheinen dagegen diejenigen, die mental eher positiv und stabil eingestellt sind sowie Personen mit einer höheren Weisheit. „Das könnte an den Eigenschaften liegen, über die Weisheit gemeinhin definiert wird: Empathie und Mitleid, eine gute emotionale Selbstkontrolle und die Fähigkeit zur Selbstreflexion können der Einsamkeit effektiv entgegenwirken oder sie sogar verhindern“, erklärt Lee. „Eine weisere Gesellschaft könnte demnach auch eine glücklichere und weniger einsame Gesellschaft sein.“

(Quelle. International Psychogeriatrics, 2018; doi: 10.1017/S1041610218002120)

 

 

 

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