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Man sieht ihnen die Armut nicht an. (Bild: Pixabay)

Die Alibi-Rentenlösungen der GroKo: die Ärmsten bleiben im Regen stehn

17. Februar 2018 | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | Die Unbestechlichen

von Niki Vogt

Die Groko ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, aber es ist erkennbar, dass sich für die wirklich in Not lebenden Deutschen keine Wende zum Besseren abzeichnet. Insbesondere für die Kleinrentner bleibt es ein karges Brot. Es gibt ein paar wenige „Geschenke“ und die Vision einer „Grundrente“, die in den Sondierungsgesprächen an die Öffentlichkeit drangen. Doch das ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Die Mütterrente II wird gefeiert: Müttern die vor 1992 drei Kinder geboren haben, wir ein drittes Erziehungsjahr bei der Rente zugestanden. Mütter mit nur zwei Kindern bleiben außen vor.

Die von der SPD in den Verhandlungen durchgesetzte „Solidarrente“ soll bei Renten, die unter 838 Euro liegen, als Grundsicherung einspringen. Das bedeutet, die Betroffenen hätten einen Anspruch auf eine monatliche Grundsicherung von 880 bis 900 Euro. Der Pferdefuß: Die Solidarrente greift nur nach einer Bedürftigkeitsprüfung und – das muss man sich einmal vergegenwärtigen – ist nur dann möglich, wenn der Betroffene mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen kann (inclusive Kindererziehungs- und Pflegezeiten). Die Hürde liegt hoch, und gerade die armen Alten fallen durch das Raster. Vier von fünf Rentnern, die unterhalb des Grundsicherungsniveaus liegen, erfüllen diese Voraussetzung nicht. Nur etwa 20 % würden von diesen bescheidenen Wohltaten profitieren.

Es gibt bestimmte Menschengrppen in diesem Lande, in dem wir gerne gut leben würden, die haben noch nicht einen Tag hier gearbeitet und noch keinen Cent eingezahlt, stehen in vollem Saft und Kraft und bekommen alles, was sie brauchen. Unsere alten Mütter und Väter, die Deutschland aufgebaut haben, müssen dagegen hungern und frieren.

Nein, das ist nicht übertrieben. Die Professorin Irene Götz schreibt in der „Zeit“darüber. Sie hat sich auf Spurensuche gemacht. Sie hat arme Rentnerinnen besucht, begleitet und befragt. Zwei Ihrer Forschungsschwerpunkte sind „prekarisierter Arbeitsalltag“ und „Altersforschung“. Sie führt ein Interviewprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum prekären Ruhestand.

Sehr viele der ärmsten Rentner sind Frauen. Durch grundsätzlich kleinere Einkommen als die Männer, Kindererziehung und wechselnde Teilzeitjobs, oft auch durch die Pflege der alten Eltern haben sie nur wenige Punkte sammeln können. Sie sind im Leben meistens diejenigen, die die unentgeltliche Arbeit gemacht haben und davon ausgegangen, dass ihnen dann auch geholfen werden würde. Dass sie von der Rente des Mannes mitprofitieren. Eine Scheidung macht oft auch einen Strich durch diese Auffangposition.

Besonders Frauen, die aus der gutbürgerlichen Gesellschaftsschicht kommen, halten auf sich und achten darauf, dass man ihnen die Armut nicht ansieht. Da sie für die Kinder und das Haus, Erziehung, Schule, Einkauf, Kochen und Haus sauber halten zuständig waren, übten sie oft nur Halbtagsjobs aus oder arbeiteten sogar ehrenamtlich. Wenn dann mit Ende vierzig die Kinder aus dem Haus sind und der Ehemann eine Jüngere gefunden hat und sich scheiden lässt, finden diese Frauen keinen Job mehr, der die Rente aufbessert. Sie bleiben in den Aushilfstätigkeiten und Nebenjobs ohne Rentenansprüche. Kommen sie dann in das Alter, sind sie von heute auf morgen bettelarm. Frau Kanzlerins Empfehlung, doch „einfach zu riestern“ ist Hohn. Sie hatten nie die fünfzig oder hundert Euro übrig, um sie in eine Riesterrente zu stecken.

Irene Götz sucht sich für ihr Projekt das gefährlichste Biotop für alte, arme Frauen aus: München, die Stadt mit Herz … und absurd hohen Wohnraumpreisen. Fünfzig allein lebende Frauen zwischen 60 und 80 Jahren wurden stundenlang befragt und ihr Umfeld angesehen.

Etwa viereinhalb Prozent der Deutschen stocken schon beim Eintritt in die Rente durch Zuwendungen vom Sozialamt auf, weil die Rente nicht einmal das Existenzminimum erreicht. Das ist das Doppelte der Anzahl von 2005. Die Dunkelziffer dabei ist hoch. Vielen armen Alten ist es peinlich, beim Sozialamt betteln zu gehen. Und sie wollen auch ihre Kinder nicht belasten.

In dem Bericht in der Zeit erfährt man von den Existenzängsten der bettelarmen Frauen. Ganz obenan steht die Angst, aus der Wohnung ausziehen zu müssen, weil die Miete erhöht wird oder die Heizkosten steigen oder der Strompreis. Das ist der Alptraum, denn das führt nicht selten in Obdachlosigkeit oder zur Desintegration und Isolation in einer Wohnung auf dem Land, wo niemand sie kennt oder in ein Heim. Bisweilen auch in den Selbstmord. Die Alten können einen Umzug nicht meistern. Schon die Mittel für Fahrzeug und Packer fehlen. In Fällen, wo das Amt hilft, werden sie einfach „irgendwohin verfrachtet“.

Was Jüngere nicht bedenken: Die Alten haben schon ihre Einschränkungen, aber auch gelernt, damit umzugehen. Sie haben ihren vertrauten Hausarzt, die nette Nachbarin, die ihnen den kleinen Einkauf mitbringt und oft nur einen Teil der Summe verlangt. Eine andere Nachbarin, die mit angeblichen „Essensresten“ vor der Wohnungstür steht, Freunde, die sie auch einmal hierhin oder dorthin fahren. Möglicherweise wohnt eine Tochter oder ein Sohn in der Nähe und kümmert sich ein bisschen.

Wie sehr solche Freunde oder Angehörige zum Retter in der Not werden, zeigt ein Fall, den der Zeit-Artikel beschreibt: Eine ehemalige leitende Altenpflegerin klagte, schon lange auf eine Sozialwohnung zu warten. Provisorisch schläft sie seit zwei Jahren auf einem Klappbett im Flur der Tochter. Sie hat über 40 Jahre alte Menschen versorgt und nun findet sie im Alter keinen bezahlbaren Wohnraum.“

Der Sparzwang für die alten Frauen ist brutal. Sie besorgen sich das Essen aus Superbillig-Ramschkörben mit abgelaufenen Warenresten in den Supermärkten oder kostenlos an den Tafeln. Es gibt das, was man möglichst billig bekommen kann, nicht das, was man möchte oder was gesund wäre. Alles, was nicht absolut lebensnotwendig ist, wird gekündigt und abgeschafft. Sie heizen nur noch ein Zimmer in der Wohnung, gehen auch lange Strecken zu Fuß, weil sie sich die öffentlichen Verkehrsmittel nicht leisten können. Sie sammeln die weggeknickten, halb welken Kohlrabiblätter aus der Müllkiste am Gemüsestand ein, um daraus eine Brühe zu kochen, die nicht nur heißes Salzwasser ist. Sie suchen die Mülleimer nach Pfandflaschen oder anderem, Verwertbaren ab.

Die Gesundheit ist ein Groschengrab. Die Zuzahlungen zu den Kassenrezepten sind nicht zu leisten. Eine neue Brille ausgeschlossen.

Die Pläne der zukünftigen Groko, die Grundrente oder Aufstockung erst nach einer Bedürftigkeitsprüfung auszahlen zu wollen, wird genau wieder die ärmsten der Armen im Regen stehen lassen. Die Herrschaften Politiker sind pekuniär bestens ausgestattet und haben einfach keine Ahnung, wie ihr Wahlvolk leben muss. Die meisten armen Rentner werden sich schämen, auf‘s Sozialamt zu gehen und betteln und sich rechtfertigen zu müssen. Sie müssten alles bis ins Kleinste offenlegen und damit das letzte bisschen Stolz und Privatheit opfern – und bekämen am Ende vielleicht nicht einmal etwas.

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Quelle:

Die Unbestechlichen

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