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(Bild: collage connecitv / shuttertsock)

DIE VERTREIBUNG AUS DEM STEUERPARADIES

13. November 2017 | Wirtschaft | Finanzen | Die Unbestechlichen

Poetisch, paradiesisch: Warum nur werden „Tax Havens“ mit so wohlklingenden Namen bedacht? Die Steueroasen gaukeln Anlegern und vor allem solchen, die gerne welche wären, geradezu ein Bild von wogenden Palmen und klarem Brunnenwasser vor, inmitten der Steuerwüste. Vielleicht eine Freud’sche Fehlleistung? Denn nach außen hin geben sich alle empört. Vor allem die, die „paradiesisch“ investiert sind.

(Von Reinhard Schlieker)

Insgeheim wäre vielleicht mancher gern mit von der Partie, der allmonatlich hilflos seine Lohnabrechnung betrachtet. Da schlummert dann auch schon eine Antriebsfeder der allgemeinen Steuerhysterie: Dass es jemandem offensichtlich bessergeht als anderen, dass jene sich teuere Anwaltsfirmen leisten können und Zugang zu fernen Ländern mit laxer Gesetzgebung haben. In der Tat eine Art von Ungleichheit, die unverdient und unverschuldet ist, je nach Standpunkt. Was bei nüchterner Betrachtung aber dazu führen müsste, konfiskatorische Steuersätze wie in Belgien oder Deutschland mal auf den Prüfstand zu bringen – mit Sicherheit findet sich eine Vielzahl von Regulierungen, die den Bürger oder seine Firma eine Menge kosten, ohne dem Staat sonderlich viel einzubringen. Da wäre schon mal ein Ansatz, mit Entrümpelung für weniger Belastung zu sorgen.

Was die Verwendung der unglaublichen Milliarden angeht, die der Staat in diesen Tagen einnimmt, weil die Bewohner des Landes die Wirtschaft am Laufen halten, so hat gerade der Sachverständigenrat seine Empfehlungen gegeben. Welche mit absoluter Sicherheit stantepede im Papierkorb landen, denn vernünftiges Wirtschaften und Schonung der Steuerpflichtigen steht bei der Berliner Politik nirgendwo auf der Agenda. Ist das Geld anderer Leute erst einmal dort, so wird sich schon eine mehr oder minder schwachsinnige Verwendung dafür finden. Muss ja nicht gleich so groß geklotzt sein wie bei den sinnlosen Milliarden für die sogenannte Energiewende, an der die Welt genesen sollte, oder dem Verteilen des Erwirtschafteten an zugewanderte Dealerbanden, die dank sozialer Wohltaten aus und in Berlin jeder Sorge enthoben sein dürften, dass flaue Tage im Crack-Business sich existenzbedrohend auswirken könnten.

Es ist unschön, dass manche Vermögende offenbar bereit sind, zur Vermeidung relativ unschädlicher Steuerbeträge horrende Kosten internationaler Wirtschaftskanzleien auf sich zu nehmen – psychologisch aber wird es sofort verständlich, wenn man bedenkt, dass ein regelmäßig erneuertes Buch wie „1000 ganz legale Steuertricks“ in Deutschland jahrelang immer wieder die Bestsellerlisten anführte. Das wurde bestimmt nicht gekauft, um den Kindern abends daraus vorzulesen. Ein jeder, der nach seinen Möglichkeiten trickst und verschweigt und schwarzarbeitet oder arbeiten lässt, sollte sich zumindest der ganz großen Empörung enthalten.

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Quelle:

Die Unbestechlichen

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