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(Foto: ORF.at)

Dunkler Schatten über Schlüsselrohstoff

16. November 2017 | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | ORF.at

E-Mobilität auf Kosten der Ärmsten

Mehr als die Hälfte des weltweit abgebauten Kobalts, das eine Schlüsselrolle in den Akkus von Elektronikgeräten wie Smartphones, aber auch von E-Autos spielt, stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wird Kobalt dort unter „grausamen Bedingungen“ abgebaut – viele Unternehmen scheint das allerdings wenig zu kümmern.

Laut dem von AI am Mittwoch vorgestellten Bericht „Time to Recharge“ – was neben „Zeit zum Wiederaufladen“ auch „Zeit für eine neuerliche Anklage“ heißen kann – haben nur einige wenige Unternehmen in den letzten Monaten ihre jeweilige Beschaffungsstrategie für Kobalt verbessert. Andere würden allerdings „nach wie vor nicht einmal grundlegende Schritte setzen und beispielsweise ihre Lieferketten in der Demokratischen Republik Kongo untersuchen“.

„Einige der reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt finden immer noch Ausreden dafür, warum sie ihre Lieferketten nicht genauer unter die Lupe nehmen“, sagte dazu die AI-Beauftragte für Unternehmen und Menschenrechte, Seema Joshi.

„Nicht einmal grundlegende Informationen“

Dieser zufolge sei es auch kaum verwunderlich, dass Konsumenten und Konsumentinnen hier vielfach im Dunkeln tappen. Ganz im Gegenteil habe man mit Schrecken herausgefunden, dass auch viele Unternehmen nach wie vor „nicht einmal grundlegende Informationen haben, woher ihr Kobalt stammt“.

Eigenen Angaben zufolge habe AI bereits vor fast zwei Jahren dokumentiert, dass Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo unter anderem mit Kinderarbeit in Verbindung stehe. Auch von anderer Seite wurde in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, Licht in den undurchsichtigen Kobalthandel zu bringen. Im Fokus steht laut Deutscher Welle dabei der Kleinbergbau, „wo Männer mithilfe von einfachen Handwerkzeugen tief in die Erde graben, während andere – auch Frauen und Kinder – die schweren Säcke mit Steinen schleppen, aus denen Kobalt gewonnen wird“.

„Entsetzliche Arbeitsbedingungen“

Der für AI tätige Wissenschaftler Matt Dummlet spricht gegenüber der Deutschen Welle von entsetzlichen Arbeitsbedingungen: „Es gibt keine Sicherheitsausrüstung und die Menschen riskieren es, in den von Hand gegrabenen Minen lebendig begraben zu werden.“

Alle kobaltverarbeitenden Unternehmen in der Lieferkette müssten im Einklang mit den UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den Leitsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für Minerale ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht erfüllen, forderte Amnesty. Das gelte von der Mine über die Verhüttung bis zur Produktionsstätte. Bei Menschenrechtsverstößen müssten sie Gegenmaßnahmen ergreifen und für Abhilfe sorgen.

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http://orf.at/stories/2414867/2414868/
Bildredakteur:

connectiv.event

Textredakteur:

connectiv.events

Quelle:

ORF.at

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