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Sibirien, Eisscholle, Bild: Pixabay

Ein russischer Forscher spritzt sich ein 3,5 Millionen Jahre altes Bakterium – und erhofft sich davon Unsterblichkeit

14. März 2018 | Medizin | Wissenschaft | Forschung | watson

Es klingt wie ein Klischee: Ein (verrückter) russischer Wissenschaftler spritzt sich selbst 3,5 Millionen Jahre alte Bakterien aus dem sibirischen Permafrost und wird gesünder, aktiver – und vielleicht sogar bald unsterblich.

Anatoli Brouchkow ist Wissenschaftler an der Staatlichen Universität Moskau. Der «Bazillus F», auf dem nun alle und vor allem seine Unsterblichkeits-Hoffnungen ruhen, wurde 2008 am «Mammutberg» in der Republik Sacha im Nordosten Russland entdeckt. Dort hat er all die Jahre im Tiefschlaf gelegen, wurde dann von den Wissenschaftlern aus dem sibirischen Frost geholt und zu neuem Leben erweckt.

«Ich würde sagen, dass es [auf der Welt] unsterbliche Bakterien, unsterbliche Wesen gibt. Sie können nicht sterben. Genauer gesagt, können sie sich schützen“, sagte er RT. „Unsere Zellen sind nicht in der Lage, sich vor Schaden zu schützen. Doch diese Bakterienzellen können sich selbst schützen.»
Anatoli Brouchkow

Seither hat man die Bakterien an Mäusen getestet: Sie wurden fast doppelt so alt wie die Mäuse in der Kontrollgruppe, denen der Bazillus nicht gespritzt wurde. Und nicht nur das. Die geimpften Tierchen wurden auch sexuell aktiver – «sogar Oma-Mäuse haben noch Junge zur Welt gebracht», sagte Vera Samsonowa, ebenfalls Wissenschaftlerin am Institut Brouchkows.

Das war wohl genug Beweis für Anatoli Brouchkow: Die Bakterien müssen lebensverlängernde Eigenschaften besitzen – und so spritze er sich die 3,5 Millionen Jahre alten Bakterien selbst. Der Sibirian Times sagte der Wissenschaftler:

«Der sibirische Frost taut und die Bakterien gelangen ins Wasser. Die lokale Bevölkerung, die Jakuten, nehmen sie auf und scheinen dadurch länger zu leben als manch andere Nationen. Deshalb bestand keinerlei Gefahr für mich.»
Anatoli Brouchkow

Seither sei er deutlich aktiver geworden, fährt Brouchkow fort:

«Ich fing an, länger zu arbeiten. Ich habe in den letzten zwei Jahren keine Grippe gehabt. Natürlich sind weitere Versuche im Labor nötig. Wir müssen herausfinden, wie die Bakterien das Altern verhindern. Ich denke, das ist die Richtung, in die sich diese Wissenschaft entwickeln sollte. Was hält diesen Mechanismus am Leben? Und wie können wir ihn zu unserem Vorteil nutzen?»
Anatoli Brouchkow

Bacillus F war eine von drei extrem alten Bakterienarten, die 2009 im ewigen Eis an einem als „Mammutberg“ bekannten Ort in der Republik Sacha im Nordosten Russland entdeckt wurden. Seit der Entdeckung haben Wissenschaftler—wie Professor Sergej Petrow vom Forschungszentrum in Tjumen—verschiedene Tierversuche durchgeführt, wobei sie festgestellt haben, dass die Bakterien die Langlebigkeit und Fruchtbarkeit von Mäusen erhöhen („Mäuseomas fingen nicht nur an zu tanzen, sondern auch, Nachkommen zu kriegen“, sagte er Siberian Times gegenüber—was für ein Zitat). Außerdem haben die Forscher Versuche an menschlichen Blutzellen durchgeführt. Doch im Moment ist Brouchkow der einzige, der einfach komplett auf die Regeln gepfiffen und sich selbst Millionen Jahre alte Bakterien geschossen hat.

(Textquellen: Vice.com, watson.ch)

 

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