0 Eine AfD-Reisegruppe besucht Syrien und stellt die Mainstreampresse bloss | connectiv.events
Seite auswählen

Bild: Pixabay

Eine AfD-Reisegruppe besucht Syrien und stellt die Mainstreampresse bloss

12. März 2018 | Kriege | Revolutionen | Politik | Geo-Politik | Die Unbestechlichen

Seit Jahren berichtet die Presse über den Krieg in Syrien. Dieser Krieg dient weiterhin als angegebene Fluchtursache für sehr viele Syrer. Teil des Narrativ ist natürlich auch der vermeintlich diabolische Tyrann Assad, der seine Gegner erbarmungslos verfolgt. Aus diesem Grund dürfen in Deutschland anerkannte Flüchtlinge auch ihre Familie aus Syrien nach Deutschland holen. Doch ist diese Schilderung der Lage in Syrien überhaupt zutreffend?

Dr. Christian Blex ist 42 Jahre alt, Mathematiker und sitzt für die AfD im NRW-Landtag. Momentan befindet er sich mit anderen AfD-Abgeordneten auf einer Reise durch Syrien und sorgt damit beim Establishment für jede Menge Magengrummeln. Wo kämen wir denn hin, wenn Politiker plötzlich ihren Job ernst nähmen und sich Informationen aus erster Hand besorgen?

Aber Blex macht exakt das – er übernimmt persönliche Verantwortung und teilt Eindrücke von seiner Reise per Twitter, z.B. aus Damaskus, wo er den Basar besucht und von modernen Geschäften berichtet. An anderer Stelle berichtet er von Frauen mit Schleier, die wie selbstverständlich neben Frauen ohne Schleier entlang flanieren. Die Menschen sind offen und die Stimmung ist gut.

Während seiner Reise trifft der Abgeordnete des NRW-Landtags dann auch einen syrischen Minister, der ihm ganz klar sagt, dass in Syrien jeder Mann zum Wiederaufbau benötigt wird.

Blex und seinen Parteikollegen wird natürlich umgehend von den Altparteien unterstellt, dass er Assad-Gegner nach Syrien zurückschicken wolle. Aber darf man es sich wirklich so einfach machen und der AfD-Reisegruppe so einfaches Denken unterstellen?

Die Quintessenz dieser Reise von AfD-Abgeordneten hat aber eine verheerende Sprengkraft. Die Normalität scheint zumindest in einigen Teilen von Syrien schon länger wieder zurückgekehrt zu sein. Ebenso berichtet die Reisegruppe von einem modernen, ja fast schon weltoffenen Land, das mit dem Verhalten einiger vermeintlicher Flüchtlinge so gar nicht in Einklang zu bringen zu sein scheint.

Hier scheint es also definitiv ein Kommunikationsproblem zu geben, verursacht durch Politik und die Medien. Denn: Wenn die Lage in von Assad kontrollierten Gebieten so entspannt und scheinbar friedlich ist, warum kämpfen dann überhaupt irgendwelche Rebellen gegen Baschar al-Assad?

Es wurde und wird sich extrem viel Mühe gegeben, Assad (als legitimes Staatsoberhaupt von Syrien) in die Rolle eines unmenschlichen Massenmörders zu drängen. Stichworte sind hier: Fassbomben und Chlorgas. Die Quellen zur Verifizierung dieser Vorwürfe haben meist eine direkte oder zumindest indirekte Nähe zu den syrischen Rebellen, wie die Weißhelme oder die (in der Schweiz ansässige und aus nur einer Person bestehenden) Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Wie vertrauenswürdig sind also diese Quellen?

Weiterhin muss natürlich die Frage erlaubt sein, wer überhaupt die Rebellen sind, die vom Westen und damit auch von der BRD unterstützt werden. Gibt es irgendeinen Grund diese Kriegspartei zu unterstützen, außer dass sie gegen Assad kämpfen? Oder könnte es sogar sein, dass man hier geradewegs einen tollwütigen Bock zum Gärtner macht?

Weiterhin könnte man sich fragen, ob aus Syrien geflohene Rebellen grundsätzlich überhaupt ein Anrecht auf einen Flüchtlingsstatus haben, da die Legitimation dieser Kämpfer nun ja ebenfalls mit einem dicken Fragezeichen ausgestattet werden muss – oder lautet die Devise: Assads Feinde sind unsere Freunde?

Der große Peter Scholl-Latour brachte es einmal auf den Punkt, als er sagte, dass sich der Westen in seiner unglaublichen Arroganz immer wieder zu dramatischen Fehlern bei den Analysen des Nahen Ostens hinreißen lässt. Dort könne man einfach noch keine Demokratie nach westlichen Maßstäben errichten, weil die Menschen absolut noch nicht bereit dazu wären. Der Irak und vor allem Libyen sind dramatische Beispiele dafür, was passiert, wenn der Westen sich dennoch wieder einmischt: Chaos, Anarchie und die Mutation zum „Failed State“!

Syrien droht ein ähnliches Schicksal. Das Land ist geopolitisch wichtig, gerade auch für die Distribution von Erdgas mittels Pipelines. Der Trumpf von Assad ist aber der russische Marinestützpunkt in Tartus. Ein Verlust wäre für Russland eine absolute Katastrophe und würde seinen Einfluss in den Nahen Osten drastisch minimieren.

Gerade aufgrund dieser undurchsichtigen Gemengelage muss man jedem danken, der Syrien besucht und somit eine Gegenöffentlichkeit zu dem von den Massenmedien und der Politik konstruierten Bild des Konflikts in Syrien herstellt. Die Wahrheit kommt zwar immer ans Licht, aber sie muss auch zeitig enthüllt werden. Ansonsten wird es Syrien wie dem Irak ergehen, der aufgrund einer nachweislichen Lüge (angebliche Existenz Massenvernichtungswaffen) überfallen und danach marginalisiert wurde!

Das reich bebilderte Reisetagebuch von Dr. Christian Blex finden Sie auf seiner Facebookseite und in Auszügen hier:

Pin It on Pinterest

Share This