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Eliten-Netzwerk „Atlantik-Brücke“ nominiert Sigmar Gabriel als Vorsitzenden

12. Mai 2019 | Kriege | Revolutionen | Politik | Geo-Politik | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

 

Die Atlantik-Brücke? Was soll das sein? Für eine physische Brücke ist der Atlantik zu groß, also ist es ein „Bild“, das bedeutet, dass diese Institution eine Verbindung zwischen den USA und Europa schafft. Aber was genau sind diese Verbindungen? Um einen Kaffeekränzchen-Verein wird es wohl nicht gehen.

Die Atlantik-Brücke ist ein Verein, dem führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, den Streitkräften, der Wissenschaft, den Medien und der Kultur angehören, die über das gemeinsame Netzwerk gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen und Kontakte pflegen. Neben Entscheidungsträgern aus diesen Bereichen, die bei der Atlantik-Brücke einen Rahmen für vertrauliche Gespräche finden, gehören zu dem Verband aber auch Nachwuchsführungskräfte, die auf den „Young Leaders“-Konferenzen Netzwerke schmieden. Die Organisation hat 500 Mitglieder. Unter den Mitgliedern spielen Spitzenmanager und diesen nahestehende Politiker eine herausragende Rolle. Der bisherige Vorsitzende, Friedrich Merz, ist ein mit der Wirtschaftslobby bestens vernetzter ehemaliger hochrangiger CDUPolitiker.

Die Historikerin Anne Zetsche hat ihre Doktorarbeit über diese Organisation geschrieben. Im Interview mit den NachDenkSeiten gibt sie einen Einblick in ihre Forschungsarbeit und zeigt auf, dass die Atlantik-Brücke nicht einfach nur ein Verein ist, bei dem es um Kaffeekränzchen geht:

 

„In meiner Doktorarbeit habe ich die Geschichte der Atlantik-Brücke und ihrer Schwesterorganisation American Council on Germany (ACG) von 1949 bis 1974 und ihre Rolle in den deutsch-amerikanischen Beziehungen untersucht. (…) Insbesondere für die Atlantik-Brücke waren aber die zahlungskräftigen Vertreter der Industrie in den Reihen ihrer Mitglieder die wichtigsten Finanziers, die letztlich auch geholfen haben, die amerikanische Partnerorganisation über Wasser zu halten. (…) Was ich allerdings kritisch sehe, ist der Charakter des gemeinsamen Projekts. Es war eben ein transatlantisches Eliteprojekt. (…) Mitglieder waren größtenteils Vorstandsvorsitzende großer Konzerne und Banken und Politiker; zu einem geringeren Teil Journalisten (wobei Marion Dönhoff bis in die 1970er Jahre hinein die einzige Frau in den Reihen der Atlantik-Brücke war) in leitenden Positionen der Leitmedien. Die Veranstaltungen der beiden Organisationen ermöglichen und fördern den privilegierten Zugang zu politischen Entscheidungsträger*innen für Vertreter aus der Wirtschaft und Medienleuten. Über diese Zirkel können also schon seit den 1950er Jahren demokratisch nicht-legitimierte Privatpersonen Einfluss auf die Politik Deutschlands und der USA nehmen. Aufgrund der besonderen Mischung der Mitglieder fungierten die beiden Organisationen auch als Lobbyorganisationen (deep lobbying) für die transatlantische Partnerschaft/ Gefolgschaft und für die Nato. (…) Die Frage ist ja aber, wenn das alles so ehrenhaft ist, warum macht die Atlantik-Brücke so ein Geheimnis um ihre Mitglieder? Es müssten sich ja alle sehr geehrt fühlen, dort Mitglied sein zu dürfen. Interessanter fand ich Claus Klebers Reflex, Verschwörungstheoretiker heranzuziehen, die in der Atlantik-Brücke, der Trilateralen Kommission, den Bilderbergen eine geheime Weltregierung sehen. Damit wird jegliche konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit diesen Eliteorganisationen sofort diskreditiert. Gern werden die Veranstaltungen der Atlantik-Brücke zu Kaffeekränzchen verklärt, die keinerlei Einfluss auf irgendetwas haben. Warum gibt es sie dann?

 

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Auf diesem Hintergrund ist klar, um welchen Posten es bei dem Vorsitz geht, nämlich um nichts anderes als eine nicht nur wohldotierte, sondern auch einflussreiche Stelle in einem Verein, der die Interessen der USA in Deutschland schützt und befördert und Lobbyarbeit betreibt, an sehr wichtigen nationalen Entscheidungen in Deutschland mitwirkt und Politiker (m/w/d) auch unter Druck setzen kann. Die Atlantikbrücke ist, dem Bild des Namens entsprechend, ein Brückenkopf der USA nach Deutschland hinein.

Die Atlantikbrücke hat also Sigmar Gabriel als neuen Vorsitzenden auf deutscher Seite nominiert.

Der frühere SPD-Chef machte keine allzu glückliche Figur in seinem politischen Amt, aber ganz nach dem Motto „es kommt nichts Besseres nach“, erweist sich Frau Nahles als Parteivorsitzende nicht gerade als Verbesserung. Selbst Kritiker von Sigmar Gabriel bescheinigen ihm, gegen Frau Nahles ein Lichtblick gewesen zu sein. Bei der Mitgliederversammlung der Atlantikbrücke am 26. Juni wird er nun vorgeschlagen, wie eine Mitarbeiterin der dpa bestätigte.

Nun ist die Atlantikbrücke eine Organisation, die sich nicht Funktionäre suchen muss, die über sehr hohes Ansehen und besonders hohe Fähigkeitsprofile verfügen, um ihre Interessen zu verfolgen. Die Organisation als solche ist extrem einflussreich und jedweder Kandidat wird allein deswegen überall in Deutschland auf großen Kooperationswillen stoßen. Analog zu Bayern, wo lange das geflügelte Wort umlief, dass die CSU auch einen Besenstiel als Kandidaten aufstellen könne, er würde gewählt. Böse Zungen aus dem Berliner Politzirkus behaupten gar, ein Vorsitzender mit allzu klaren persönlichen Überzeugungen und eigenen Sichtweisen sei den Zielsetzungen der Atlantikbrücke sogar eher weniger zuträglich.

Die Wahl des ehemaligen, relativ glücklosen SPD Vorsitzenden Gabriel scheint beschlossene Sache. Der Stellvertreter Sigmar Gabriels soll zum einen der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU) werden, zum anderen, als zweiter Stellvertreter der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther. Er steht in der Tradition der Wirtschaftseliten.

Die Atlantik-Brücke hat viele sehr bekannte Mitglieder aus der deutschen Prominenz. Sieht man sich die Namen an, und kennt die Position und die politischen Ansichten derjenigen, erhält man auch eine recht genaue Vorstellung davon, was Sinn und Zweck der Atlantikbrücke ist. Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel gehört beispielsweise dazu, wie auch Kai Diekmann, Ex-BILD-Chefredakteur.

 

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Niki Vogt

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