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Bildquelle: flickr.com, Esparta Palma, Bildlizenz: CC BY 2.0

„Elysium“-Betreiber wegen Missbrauch von Babys & Kleinkindern vor Gericht

9. März 2019 | Familie | Soziales | Psychologie | Gesellschaft | connectiv.events

Sechs Monate wurde das Portal im Internet betrieben, in dem kleine Kinder und sogar Babys missbraucht und dabei zur Schau gestellt wurden. Sechs Monate reichten aus, um fast 112.000 User für die Abscheulichkeiten zu gewinnen.

„Wir haben doch nur Bilder geguckt“

Diesen und weiteren Ausflüchten sah sich Richter Marco Schneider während der 18 Prozesstage gegenüber. „Hinter jedem einzelnen Bild, hinter jedem einzelnen Video, steht der Missbrauch eines Kindes. Zu sagen, wir haben doch nur Bilder geguckt, ist eine Bagatellisierung, die im Zusammenhang mit Kinderpornographie nichts zu suchen hat“. Die Worte richtete er am Ende an die vier Täter Joachim P., Frank M., Bernd M. und Michael G., die nach einjähriger U-Haft auf Milde, ja, teilweise sogar einen Freispruch hofften.

 

Dabei waren sie um keine Ausrede verlegen, als sie sich vor der Ersten Großen Jugendkammer am Landgericht Limburg wegen Anstiftung zum Kindesmissbrauch, Verbreitung von Kinderpornographie und schweren sexuellen Missbrauchs verantworten mussten. Die schwachen Ausflüchte kamen gegen die 154 Seiten starke Anklageschrift der zuständigen Staatsanwältin aus Gießen, Julia Bussweiler, nicht an. Es wurden mehrjährige Freiheitsstrafen verhängt.

Elysium.
Das bedeutet einer griechischen Sage zufoge: Land der Seligen in der Unterwelt. Dichterisch ist es der Zustand vollkommenen Glücks. Das war einmal, denn jüngst wurde das Wort zum Sinnbild für abartigste Phantasien, die Pädokriminelle auf der gleichnamigen Online-Plattform hemmungslos auslebten.

Elysium.
Das steht für unfassbares Leid, das Kindern für Pornos und organisierten Missbrauch angetan wurde. Und für die Erkenntnis, dass organisierter und ritueller Missbrauch der Kleinsten und Schwächsten immer und überall passiert. Nicht im anonymen Darknet, das weit und nicht wirklich greifbar ist. Sondern ganz in der Nähe – diesmal in Limbach, im Taunus.

Zeugnisse menschlichen Abschaums auf 154 Seiten

Dass die Opfer nicht aussagen mussten, war die einzige Gnade, die ihnen zuteil wurde. Für die Plattform Elysium wurden sie zur Vergewaltigung angeboten, gedemütigt, gefoltert. Es wurden Verabredungen zum Missbrauch organisiert. Die Fotos und Videos, zehntausende Gigabyte, hatten teils auch sadistische und sodomische Inhalte und trugen Titel wie „11-jährige Süße mit Besen“ oder „Neue heiße Löcher“. Ein nackter Junge mit Skimaske posiert für ein Foto, in der Hand ein Schild: „Ich bin eine Hure für Bernd“.

 

Unfassbar, was Kindern angetan wird. (Symbolbild) Bildquelle: maxpixel.net, Bildlizenz CC0 public domain

 

„Panda“ Bernd M.: 3 Jahre, 10 Monate für den Moderator

Der 57jährige Baden-Württemberger bestritt pädophile Neigungen. Er sei verheiratet, Vater eines Sohnes und ihm sei es um Recht und Ordnung auf der Seite gegangen. Er fungierte als Moderator im Chat und sorgte dafür, dass keine Anstandsregeln verletzt wurden. Beleidigungen und rassistische Äußerungen waren laut dem „Anstands-Wauwau“, der außerhalb Elysiums Hilfsarbeiter war, tabu. Die technische Funktionalität der Downloads behielt er ebenfalls im Auge – dafür benötigte er natürlich selbst hunderte Bilder und Videos zu Testzwecken. „Nein“ sagen sei nicht seine Stärke und er wurde ja schließlich gefragt.

„Noctua“ Joachim P.: 6 Jahre, 6 Monate für den Hauptadmin

Der 59jährige, ebenfalls aus Baden-Württemberg, bereut seine Tat und gibt seinen Anteil zu. Dieser ist jedoch groß: Er richtete die Plattform ein programmierte die technischen Funktionen. Er ist Perfektionist, der am meisten unter dem technischen Versagen zu leiden scheint. Trotz seiner frühzeitigen Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlungsbehörden konnte das Urteil laut Richter Schneider nicht geringer ausfallen: „Sie sind nunmal der Vater von Elysium. Ohne Sie hätte es die Plattform nicht gegeben“.

„Berndinihr“ Frank M.: 8 Jahre für den Seitenbetreiber und selbsternannten verdeckten Ermittler

Der Familienvater, in dessen Autowerkstatt der Server stand, sei kein bisschen pädosexuell. Er sei ja schließlich selbst Vater. Er bezeichnete sich selbst als „ethischer Hacker“, der die Seite nur betrieb, um verdeckt zu ermitteln und „die Szene zu stören“. Leider sei es nicht mehr dazu gekommen, dass er seine noblen Absichten – der Polizei sein gesammeltes Beweismaterial zuzuspielen – in die Tat umsetzen konnte. Nun sitze er durch den voreiligen Zugriff durch das SEK mehr oder weniger unschuldig und missverstanden im Gefängnis.

„MadMouse“ Michael G.: 9 Jahre, 9 Monate mit anschließender Sicherheitsverwahrung für den Wiederholungstäter

Der 62jährige Bayer, der als gelernter Erzieher Anfang der 90er Jahre bereits wegen Kindesmissbrauchs zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, sieht sich mit seiner „Krankheit“ selbst als Opfer und verlangte im Gerichtssaal „endlich über seine Probleme zu reden“. Er hätte sich mit seiner „Arbeit“ bei Elysium im Austausch mit seinen „Leidensgenossen“ selbst therapieren wollen. Im Grunde wollte er andere davon abhalten, Kindern Leid zuzufügen und gab Tipps, wie man ein Kind dazu bringt, sich während des Missbrauchs nicht zu wehren. Eine Anleitung, wie man Kinder unter Anwendung von Schlafmitteln missbrauchen kann, gehört dazu. Seine Ausführungen im Gerichtssaal sollen so unerträglich gewesen sein, dass sein eigener Verteidiger wohl beinahe seine Sachen packte, um den Saal zu verlassen. Fünf Tage lang besuchte „MadMouse“ im August 2016 einen Bekannten aus dem Elysium-Chat in Wien. Dort fertigte er, einen Dildo als Gastgeschenk im Gepäck, eigenhändig Video- und Fotoaufnahmen vom Missbrauch an den vier- und sechsjährigen Kindern an.

 

 

Es war nicht das erste Mal

Elysium war die Nachfolger-Plattform des Pädophilen-Portals „The Giftbox Exchange“, die seit Juli 2015 online war und von der Taskforce Argos in Australien im Dezember 2016 zerschlagen wurde. Für Noctua, wie sich Joachim P. im Netz nannte, war das ein Karrieresprungbrett. Er, der im Raum Stuttgart arbeitslos und allein sein Dasein fristete, eignete sich Wissen über IT und Verschlüsselungstechniken an. Eine Autowerkstatt im Taunus wurde zur Hauptzentrale des Grauens, das unter einem neuen Namen und mit deutscher Gründlichkeit professioneller, sicherer und organisierter weiter laufen sollte. Chats in sechs Sprachen, Bereiche für „Girls“ und „Boys“ – Die Plattform wurde bis zum Mai 2017 als Tummelplatz für Pädokriminelle betrieben, bis nach monatelangen Observationen dem BKA die Razzia unter Einsatz von Blendgranaten in der unscheinbaren Autowerkstatt gelang.

Ein richtiger Schritt, aber kein Ende in Sicht

Vier Täter wurden bestraft und sitzen hinter Gittern. Erleichterung will sich nicht so richtig einstellen. Denn nicht nur die Aussage des Richters „hinter jedem Bild steht ein missbrauchtes Kind“ bleibt bestehen, sondern auch: „Hinter jedem der fast 112.000 Nutzerprofile verbirgt sich ein Täter“. Wann wird das endlich aufhören? Johannes-Wilhem Rörig, der Missbrauchbeauftragte der Bundesregierung stellt fest, dass die Fälle sexuellen Missbrauchs immer schockierender werden. Es sind kriminelle Netzwerke mitten unter uns. Wie ist es möglich, dass Babys in Tschechien für 4.000 Euro gekauft werden können, damit sie einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung aufgezogen werden? Bitte, lasst in unserer Welt keinen Platz für ein neues Elysium.

 

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