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Die Existenz Deines Bitcoinvermögens hängt von einem funktionierenden Stromnetz und einem funktionierenden Computer ab ...

Erich Hambach: Bitcoin, Blockchain & Co. Alles Krypto oder was?

8. Februar 2019 | Kultur | Kultur | Kunst | Musik | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

„Aufklärung ist der Ausweg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“

(Immanuel Kant)

 

von Erich Hambach

Kaum ein Thema hat die am Finanzsystem interessierten Menschen in der jüngsten Vergangenheit so in Atem gehalten wie die Kryptos (Kryptowährungen). Von Renditen bis in den fünfstelligen Prozentbereich in nur einem Jahr war ebenso zu lesen, wie von der möglichen Befreiung der Menschheit aus den grausamen Fängen der Finanzelite. Während viele diese neuen „Währungen“ und die dafür genutzte Blockchain-Technologie fast euphorisch begrüßen und als mögliche Lösung zahlreicher Probleme der heutigen Finanzwelt betrachten, möchte ich hier einen eher kritischen Blick auf dieses Phänomen wagen.1

So war auf dem Blockchain Eonomic Forum Anfang 2018 in Singapur zu erfahren, dass sich 2017 mit nichts so leicht Kapital von Investoren einsammeln ließ wie mit einem ICO (Initial Coin Offering; erstmalige Ausgabe einer neuen Kryptowährung 2). Oftmals reichte dafür schon ein verhältnismäßig dünnes white paper (Leistungsübersicht einer neuen IT-Anwendung) von zwei oder mehr Seiten aus, um für ein „revolutionäres“ Crypto-Startup Geld bei Anlegern locker zu machen. Laut einem Bericht des Manager Magazins 3 wurden 2017 weltweit mehr als 5 Milliarden US-Dollar 4 eingesammelt, in den ersten beiden Monaten 2018 bereits mehr als 3 Milliarden Dollar. Leider geht laut gruenderszene.de 5 die Hälfte aller ICO-Projekte schief.

 

 

Mich erinnert der diesbezügliche Hype von Ende 2017 sehr an die Euphorie am Technologie-Markt („Dot-Com“) um die Jahrtausendwende. Die Blase platzte 2000/2001 6, wodurch hunderttausende Anleger ihren Einsatz verloren.

Trotz der kritischen Betrachtung möchte ich klarstellen, dass die Kryptowährungen nicht kategorisch negativ zu sehen sind. Auch positive Aspekte sind klar vorhanden. Aber sich vom momentanen Hype mitreißen zu lassen, kann auch schief gehen. So haben viele Anleger, welche 2017 spät in Kryptos investierten, mit den jüngsten Kursabstürzen zum Teil horrende Verluste gemacht.

Ein kurzer Blick auf einige Zahlen lohnt sich. Wie auf dem nachfolgenden Chart zu erkennen, waren mit drei der bekanntesten Kryptowährungen (BTC = Bitcoin, ETH = Etherum, LTC = Litecoin) binnen Jahresfrist zum Teil Gewinne von mehr als 12.000 Prozent möglich 7.

Ethereum-Anleger beispielsweise konnten 2017 sagenhafte 12.693,55 Prozent ihres Einsatzes verdienen. Der Kurs dieses Kryptos stieg von 10,71 US-Dollar im Januar 2017 auf 1.359,48 Dollar am 8.1.2018 an. Aus 10.000 US-Dollar wären so in einem Jahr 1.269.355 US-Dollar geworden. ETH ist mit einem Marktanteil von derzeit 16,38 Prozent unter den inzwischen mehr als 2.000 Kryptowährungen weltweit eines der Schwergewichte.

Mit Adelphoi (ADL), der jüngsten Rakete im Reich des Kryptohypes (Marktkapitalisierung knapp 2,5 Mrd. Dollar, 0,48 Prozent Marktanteil), haben Investoren an einem Tag mit 130.825 Prozent einen märchenhaften Gewinn erzielt. Stieg doch der Kurs des ADL in 24 Stunden von 0,08 Dollar am 20.02.18 auf sagenhafte 104,66 Dollar am 21.02.18. So wurden an einem Tag aus 10.000 Dollar unglaubliche 13.082.500 Dollar. Es verwundert also kaum, dass sich durch die Kursralley des Jahres 2017 immer mehr Anleger entschlossen einzusteigen. So haben die 2.174 Kryptos weltweit (Stand 22.02.2018) eine Marktkapitalisierung von 485.536.415.590 US-Dollar erreicht, eine knappe halbe Billion!

Mit einem Marktanteil von aktuell 34,95 Prozent führt Bitcoin das Feld an. Anleger, die am Gipfel des aktuellen Hypes eingestiegen sind, haben mit Bitcoin binnen 8 Wochen (11.12.2017 – 5.02.2018) mehr als die Hälfte verloren. So wurde in diesem Zeitraum aus 10000 US-Dollar ein Restkapital von 4340 US-Dollar, was einem Minus von 57,6 Prozent entspricht. Dementsprechend wurde ich bei meinen Vorträgen zum Thema Bargeldabschaffung 8 bis zum Dezember 2017 sehr häufig zum Thema Bitcoin & Co. befragt, seit Anfang 2018 – nach den dramatischen Kursrückschlägen – erreichen mich deutlich weniger Anfragen.

Wie immer, wenn eine Entwicklung scheinbar nur Vorteile bietet, würden viele jeden Skeptiker gerne in die Wüste schicken. Und gerade deshalb, weil es fast nur freudige Erwartungen zu den Kryptos und der Blockchain-Technologie gibt, ist es mir besonders wichtig, unbequeme Fragen zu stellen.

Der „Erfinder“ von Bitcoin & Co. soll ein gewisser Satoshi Nakamoto sein. Dieser hat 2008 in einem white paper das Konzept zu Bitcoin veröffentlicht. Im Jahr darauf wurde dann eine Open Source Referenzsoftware (für jedermann zugänglich und kostenlos) veröffentlicht.

Es ist immer noch nicht klar, wer hinter Satoshi Nakamoto steckt: eine real existierende Person? Ein Kollektiv? Denn 2011, so heißt es, hätte sich Satoshi Nakamoto zurückgezogen um sich anderen Projekten zu widmen. Gleichwohl soll „er“ noch etwa 1 Million Bitcoins besitzen.

 

 

Es gab diverse Vermutungen bezüglich seiner wahren Identität. 2016 outete sich der australische Computerexperte Craig Steven Wright als Erfinder des Bitcoin 9, aber auch hier bestehen laut BBC und The Economist erhebliche Restzweifel. Außerdem ist in der Folge eine E-Mail aufgetaucht, in welcher es heißt: „Ich bin nicht Craig Wright. Wir sind alle Satoshi.“ Der Absender dieser e-mail hatte die Adresse: satoshi@vistomail.com und diese wird eben Satoshi Nakamoto zugeordnet, da er bis Ende 2010 eben genau über diese E-Mail-Adresse kommunizierte, bevor er „verschwand“ 10.

Nachdem also die Identität von Herrn Nakamoto nicht zweifelsfrei feststeht, ist es also durchaus im Bereich der Möglichkeiten, dass Bitcoin und die Blockchain von einer KI (künstliche Intelligenz) erschaffen wurde. Wenn dies so wäre, muss es nun nicht ausschließlich negativ eingeordnet werden. Obwohl mir bei dem Gedanken daran, eine KI steckt hinter all dem, nicht sehr wohl zumute ist. Auf eine KI als Urheberin der Blockchain-Technologie weist nämlich auch die Tatsache hin, dass es mittlerweile eine fast unüberblickbare Flut von Patentanmeldungen unterschiedlichster Art hinsichtlich Blockchain gibt und über die wenigsten davon entschieden wurde, geschweige denn positiv 11. Also wenn es einen klaren Erfinder gäbe, so könnten doch nicht tausende von Firmen und Personen dafür Patente anmelden, oder?

Sollte tatsächlich KI im Spiel sein, dann sind wir ziemlich schnell auch beim Thema Quantencomputer. Quantencomputer sind modernste Hochleistungsrechner, welche die heute von uns verwendeten herkömmlichen Rechner mit ihrer Leistung so sehr übertreffen, dass sie Berechnungen, für welche „normale“ Rechner Jahre benötigen innerhalb weniger Sekunden ausführen können12. Und so leistungsfähig Quantencomputer sein mögen, so sind sie vor allem eines, nämlich unheimlich. Dr. Geordie Rose – Gründer und CTO (Technologievorstand) von D-Wave Systems Inc. – sagt über die Produkte seiner Firma folgendes: „Unser Quantencomputer ist ehrfurchteinflößend, er fühlt sich an wie der Altar eines Alien Gottes“ 13. Rose gibt sich geradezu ehrfürchtig, man wisse nicht wirklich, wie Quantencomputer funktionieren.14 Na bravo, ohne ein wirkliches Verständnis der Funktionsweise zu haben, erforschen D-Wave und andere Firmen wie Google, Microsoft und IBM mit diesen „Monstercomputern“ eben auch KI, mit möglicherweise unkontrollierbaren Folgen!

Vereinfacht können wir auch sagen: „Stecken tatsächlich KI und Quantencomputer hinter der Blockchain, dann gute Nacht.“ Aber selbst wenn dem nicht so ist, müssen wir festzustellen, dass die Technologie keineswegs risikofrei. Sehen wir uns dies genauer an.

Laut einer Studie des Professors für Cyber-Sicherheit an der Universität von Tulsa, Tyler Moore, wurden seit der Veröffentlichung von Bitcoin 2009 rund 33 Prozent aller Handelsplattformen für Krypto-Währungen gehackt. Laut der Datenschutz-Organisation Privacy Rights Clearinghouse lag die Quote bei amerikanischen Banken im gleichen Zeitraum bei 1 Prozent.

Die 2013 weltweit bedeutendste Bitcoinbörse, Mt. Gox, ging 2014 pleite, nachdem im Vorjahr 650000 Bitcoins im damaligen Gesamtwert von rund 440 Millionen Dollar gestohlen wurden. Diese und ähnliche Diebstähle reihen sich seit 2009 bis heute zahlreich aneinander.

Besser wäre es wohl die Coins nicht einfach online bei einer Tauschbörse zu verwahren. Aber auch der Verlust von Bitcoin & Co., welche auf eigenen Datenträger/Speichermedien „liegen“, ist möglich. Wie folgende, kuriose Geschichte des Walisers, James Howell zeigt. Er hatte 2009 auf seinem Laptop 7500 Bitcoins erschaffen (Fachausdruck: „minen“ von engl. to mine = schürfen). Nachdem seine Freundin sich beschwerte, der Laptop sei so langsam, stoppte er das Vorhaben und ließ die Bitcoins auf seiner Festplatte. Als er ein Glas Limo über sein Laptop kippte, konnte er die Festplatte mit den Bitcoins retten und lagerte sie in der Schublade seines Schreibtisches. Nach 3 Jahren räumte er 2013 seinen Schreibtisch auf und warf vieles weg – auch die heute 75 Millionen Dollar „schwere“ Festplatte. „Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll“, sagte Howells dem „Guardian“.15

Gegen Diebstähle durch Hacker schützt man sich am besten, indem man seine Coins nicht leichtfertig an den Börsen (online) belässt, sondern in privaten Wallets 16 aufbewahrt und entsprechend sichert. Und hätte unser Waliser einen backup seiner Wallet gemacht und an einem sicheren Ort aufbewahrt, so könnte er problemlos wieder über seine 7.500 Bitcoins verfügen.

Oder auch bei einem Stromausfall stellt sich die Frage: Was nun? Kein Strom, kein Internet, keine Kryptos, so schnell geht das dann in der schönen smarten (und vielleicht bald bargeldlosen) Welt. Apropos Strom, bzw. Energie. Vielfach wird ja behauptet, die digitalen Währungen, so auch die Kryptowährungen, seien sehr umweltschonend. Schließlich muss kein Baum mehr gefällt werden um so was „überflüssiges“ wie Geldscheine zu produzieren und der Transport von Bargeld fällt dann ja schließlich auch weg, oder?

Doch der Bitcoin ist alles andere als nachhaltig. Das System ist durch den rapide steigenden Stromverbrauch durch das Mining enorm energieintensiv.17 Der Standard bezifferte im November 2017 den jährlichen Stromverbrauch mit 29,05 Terrawattstunden (TWh), was 0,13 Prozent des weltweiten Gesamtstromverbrauchs entsprach! Der Guardian nannte ebenfalls im November 2017 einen Verbrauch von 30,14 TWh pro Jahr, was höher ist als der komplette Stromverbrauch Irlands. Nur zwei Monate später, im Januar 2018, gab der Guardian den Stromverbrauch bereits mit 42 TWh pro Jahr an.

Bei dem derzeitigen Wachstum des Stromverbrauchs (Stand Dezember 2017) würde das Bitcoin-Netzwerk im Juli 2019 mehr Strom benötigen als die USA und im Februar 2020 den Weltstromverbrauch übersteigen! 18 Allerdings gibt es auch die Aussage, dass durch verbesserte Mining-Hardware der Stromverbrauch geringer ansteigen werde.

Eine einzelne Transaktion verbraucht etwa 300 kWh elektrischer Energie.19 Das bedeutet, dass bei einem Strompreis von 0,30 Euro je kWh, eine Transaktion dann 90 Euro Energiekosten verursacht. Nachhaltigkeit sieht für mich anders aus! Es muss bezweifelt werden, ob die Blockchain-Technologie helfen kann, die enormen Probleme der Energiegewinnung, bzw. beim Energie- und Ressourcenverbrauch zu lösen. Der eigene Energiebedarf dieser Technologie steht dem diametral gegenüber.

 

 

Ein weiterer, unschöner Aspekt im Bereich der Kryptos sind die zahlreichen Schneeballsysteme und sonstigen Betrügereien mit welchen gutgläubige Anleger abgezockt werden.

Das Internet ist voll von solchen Fällen, deshalb will ich hier nur ein Beispiel erwähnen. Etwa am 18. August 2012 brach das bis dahin größte Schneeballsystem „Bitcoin Savings and Trust“ zusammen, welches von einem Individuum mit dem Pseudonym Pirateat40 initiiert wurde. Den „Investoren“, die vorher von zahlreichen Forennutzern vor dem offensichtlichen Ponzi-Schema gewarnt wurden, waren Gewinne bis zu 7 Prozent wöchentlich in Aussicht gestellt worden. Der gesamte Schaden wird auf bis zu 265000 BTC geschätzt. Das entspräche bei einem Kurs von rund 8000 Dollar (Februar 2018) einem Schaden von rund 2 Milliarden Dollar! 20

Die Fälschungssicherheit der Coins ist sicher sehr hoch. Aber nicht unmöglich, wie einige Facharbeiten aufzeigen. Und schon gar nicht sind Kryptos wie Gold, ein Rohstoff mit endlichen Reserven. Denn Gold lässt sich nicht via fork (Abspaltung von einer bestehenden Kryptowährung) vermehren. Die Begrenzung einer Kryptowährung wird also mittels Abspaltung umgangen (beim Bitcoin z.B. Bitcoin Cash, Litecoin, Bitcoin Gold etc.). Weiterhin sind die Cryptos schon alleine durch die mittlerweile stark angestiegene Anzahl verschiedener Kryptowährungen quasi endlos vermehrbar. Stand 22.02.2018 gibt es laut kryptowaehrungen-kurse.de bereits 2.174 verschiedene Coins. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu Gold besteht darin, dass Gold physisch existiert, die Coins dagegen nicht – sie sind ausschließlich virtuell. Gold verfügt seit Jahrtausenden über eine Wertaufbewahrungsfunktion, findet industriell Verwendung und ist auch in Form von Schmuck nicht aus der Menschheitsgeschichte wegzudenken. All dies trifft auf Kryptos nicht zu. Im Gegenteil, die Menschen investieren ihr Geld in rein virtuell „existierende“ Objekte, den Coins.

Kommen wir abschließend zu einer der wichtigsten Fragen: Gelangen die Anwender der Kryptowährungen wirklich außerhalb der Kontrolle der üblichen Verdächtigen (IWF, Notenbanken, Finanzelite, etc.)? Es wird Sie sicherlich nicht überraschen, dass ich persönlich dies eher für zweifelhaft erachte.

Spätestens als 2017 die Möglichkeit geschaffen wurde, mit Futures 21 auf Bitcoin zu wetten, also Bitcoins leer zu verkaufen, dürfte klar sein, dass dies wohl der Anfang vom Ende der sich frei entwickelnden Kurse war. Wir sehen ähnliches ja bereits seit längerem am manipulierten Gold- und Silberpreis. Speziell der Goldpreis müsste längst viel höher sein, da das Angebot die Nachfrage bereits seit Jahren nicht mehr befriedigen kann. Manipulation wohin wir auch schauen.22 Dies wird bei den Kryptowährungen, für welche Futures eingeführt werden, genauso sein.

Erich Hambach: „BARGELD ADE! – Scheiden tut weh …“, Osiris-Verlag, 304 Seiten, Gebunden, 19,95 Euro

Spätestens seit Goldman Sachs Pläne über die Einführung einer eigenen Kryptowährung öffentlich gemacht, wird langsam klar wohin die Reise geht. Schließlich stecken die „Goldmänner“ ja bei fast allen Auswüchsen der Finanzmärkte und der Finanzpolitik federführend dahinter. Außerdem investieren alle internationalen Großbanken enorme Finanzmittel in die Blockchaintechnologie. Diese wollen sich wohl auch ähnlich wie im Fiatmoneysystem auch mit Blockchain die Möglichkeit erschaffen uns Menschen über den Tisch, bzw. den virtuellen Banktresen zu ziehen. Passend dazu haben mehrere Notenbanken ebenfalls die Einführung einer eigenen staatlichen Kryptowährung angekündigt, 23 so z.B. die Notenbanken in Australien, Kanada und Schweden. Interessant ist ebenfalls das Projekt der Notenbank Singapurs zur Entwicklung eines Blockchainsystems für Interbanken-Zahlungen. Entwicklungspartner der Notenbank Singapurs sind die Banken BOA (Bank of America), Citi, Credit Suisse und HSBC.

Wobei wir zwischen öffentlichen und privaten Blockchain unterscheiden müssen. Die öffentlichen, open source, können eingesehen werden, die privaten nicht. Die meisten Risiken der Manipulation dürften wohl bei den privaten (von Banken, Goldman Sachs & Co.) gegeben sein und bei den Kryptos, für welche an Terminbörsen mit Futures „gewettet“ werden kann. Und auch den ausufernden Fantasien von Toni Lane Casserly 24, Mitbegründerin von Cointelegraph und heutige UNO-Beraterin, welche sich selbst als die „heißeste Frau in Krypto“ bezeichnet, möchte ich nur bedingt trauen. Fungiert sie doch als Sprecherin der Singularity University, einer Organisation, die die Agenda der transhumanistischen Singularität25 vertritt. Angestrebt wird dabei, dass die künstliche Intelligenz eines Tages intelligenter als alle Gehirne einer vernetzten Menschheit zusammen genommen sein wird.

Die Pläne zahlreicher Regierungen zur verschärften Devisenkontrolle stimmen mich auch nicht unbedingt positiv. Soll doch neben der Absenkung der Obergrenze von 10000 Euro auf 5000 Euro (ab diesen Beträgen müssen Devisen bei Einreise in die EU angemeldet werden) der Bargeldbegriff auch auf Kryptowährungen, Edelmetalle und Prepaid-Karten ausgedehnt werden. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Last, but not least ein kleine Denkaufgabe: „Was hat es zu bedeuten, dass sich der IWF im Jahre 2016 in einem 42 Seiten langen Strategiepapier damit beschäftigt, wie er (der internationale Währungsfonds) Bitcoin und andere Kryptowährungen unter seine Kontrolle bringen kann?“26 Die ersten Pläne hierzu wurden vom IWF bereits 2013 ausgearbeitet.

Fazit

Natürlich verstehe ich die Sehnsucht vieler Menschen nach einem neuen Geldsystem, welches die Chance bietet, uns vom Gängelband des Fiatgeld-Systems, der unseriösen Geldpolitik der Notenbanken und von staatlicher Willkür zu befreien. Und viele wollen glauben dass Blockchain und die Kryptos dieser Weg sein kann.

Vielleicht sind die Blockchain-Technologie und die Kryptowährungen ja wirklich ein wesentlicher Schritt für die Menschheit auf dem Weg, sich zu einer Gesellschaft zu transformieren, in welcher für ALLE ein Leben in Frieden, Freiheit und Fülle möglich ist. Doch auf der anderen Seite der Krypto-Medaille sind, wie beschrieben, einige gefährliche und undurchsichtige Aspekte vorhanden. Auf jeden Fall sollten wir Blockchain und Kryptos mit einer gesunden Portion Skepsis begegnen. Bevor nicht alle kritischen Fragen vollständig sind, sollten wir uns nicht vorschnell und uninformiert in die Welt der Kryptowährungen hineinbegeben. Im schlimmsten Fall werden wir wieder von einigen wenigen Mächtigen im Hintergrund manipuliert und abgezockt. Bewusste, intelligente und eigenverantwortliche Entscheidungen sind in diesem Umfeld besonders wichtig. Niemand sollte sich alleine von der Jagd nach möglichst hohen Renditen und dem bloßen Versprechen der Freiheit leiten lassen.

1 Dieser Text erschien ursprünglich in der Zeitschrift Raum & Zeit Nr. 213 (Juni 2018)

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Initial_Coin_Offering

3 http://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/initial-coin-offerings-hausse-geht-weiter-trotz-bitcoin-crash-a-1195009.html

4 Die Bezeichnung $ in diesem Artikel bezieht sich immer auf US-Dollar = $

5 https://www.gruenderszene.de/allgemein/ico-daten-scheitern-betrug

6 http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/boerse-inside/dotcom-blase-ein-rueckblick-auf-wilde-jahre/3383980.html

7 https://www.kryptowaehrungen-kurse.de/kurse-chart

8 https://www.youtube.com/watch?v=6z9dculZ6_8

9 http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/digitalwaehrung-bitcoin-gruender-satoshi-nakamoto-gibt-identitaet-preis-a-1090354.html

10 https://www.btc-echo.de/bitcoin-erfinder-satoshi-nakamoto-bekommt-ein-gesicht/

11 https://www.btc-echo.de/patent-krieg-blockchain/

12 Zu Quantencomputern finden Sie alle wichtigen Informationen in der R&Z Nr. 212, März/April 2018 in den beiden hervorragenden Artikeln von Detlef Scholz und Peter Herrmann auf den Seiten 48 – 61

13 https://www.ideacity.ca/video/quantum-computing-artificial-intelligence-is-here

14 https://www.wired.com/2014/05/quantum-computing/

15 https://www.welt.de/vermischtes/article160308158/Der-Millionen-Schatz-auf-der-Muellkippe.html

16 https://bitcoin.org/de/sichern-sie-ihre-wallet

17 https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin

18 https://grist.org/article/bitcoin-could-cost-us-our-clean-energy-future/

19 https://www.theguardian.com/technology/2017/nov/27/bitcoin-mining-consumes-electricity-ireland

20 https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Millionenstrafe-fuer-Bitcoin-Schneeballsystem-2400711.html

21 http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/weltgroesste-derivateboerse-handel-mit-bitcoin-futures-startet-an-der-cme/20736570.html

22 (siehe Artikel von Rainer Kromarek im Smart Investor 3/2018 auf Seite 38)

23 http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrungen-australiens-notenbank-erwaegt-staats-coin/20709316.html

24 https://su.org/faculty-speakers/toni-lane-casserly/

25 http://www.absatzwirtschaft.de/singularitaet-maschinen-werden-intelligenter-sein-als-menschen-76541/

26 http://www.imf.org/en/Publications/Staff-Discussion-Notes/Issues/2016/12/31/Virtual-Currencies-and-Beyond-Initial-Considerations-43618

 

 

Erich Hambach

 

 

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