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Collage COMPACT. Quellen: World Economic Forum, swiss-image.ch/Photo by Remy Steinegger, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Experte deckt auf: Mit Ökostrom zurück „in Richtung Mittelalter“

22. Dezember 2017 | Autarkie | Freies Leben | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | Compact Online

Politiker verkaufen die erneuerbaren Energien nicht nur als ökologischen, sondern auch als ökonomischen Segen. Beides beruht aber auf Fehlannahmen, wie ein bekannter Wissenschaftler jetzt aufzeigt.

Bei den Sondierungsgesprächen zur missglückten Jamaika-Koalition verkündete Umweltministerin Barbara Hendricks, dass die Abschaltung der Kohlekraftwerke auch ökonomisch von Vorteil sei: Durch die Einführung regenerativer Energien, die inzwischen 30 Prozent des aktuellen Strombedarf abdecken, seien 300.000 Arbeitsplätze entstanden. Die Braunkohlekraftwerke, für 20 Prozent unseres Stromverbrauchs zuständig, hätten nur 22.000 Menschen beschäftigt. Regenerative Energie als Jobwunder?

„Sie hat wohl nicht gemerkt, welche brisante Mitteilung sie hier veröffentlicht hat“, schreibt aktuell Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel, Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins Stromverbraucherschutz NAEB:

Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Das sind 180 Milliarden kWh Ökostrom, für die mehr als 300.000 Arbeitsplätze erforderlich sind. Die Kosten eines Arbeitsplatzes kann man mit 50.000 Euro im Jahr ansetzen. Damit werden 600.000 kWh Ökostrom je Arbeitsplatz im Jahr erzeugt zu Lohnkosten von 7,3 Cent/kWh.

Die Braunkohlekraftwerke haben 20 Prozent Anteil an der deutschen Stromerzeugung. Sie produzieren also 120 Milliarden kWh im Jahr. Damit erzeugt jeder Mitarbeiter neunmal mehr Strom als die Ökostrom-Arbeiter, nämlich rund 5,5 Millionen kWh, zu Lohnkosten von 0,9 Cent/kWh.

Diese günstigen Kohlekraftwerke sollen nun stillgelegt werden, um noch mehr teuren Ökostrom dem Verbraucher aufzuzwingen.

Wenn Politiker die Braunkohlekraftwerke stilllegen wollen, heißt das laut Prof. Appel: preiswerte Stromproduktion gegen teure einzutauschen. Zum Glück aber habe dieser Austausch seine physikalischen Grenzen. Denn Ökostrom ist bekanntlich nicht speicherbar. Deshalb führen allzu günstige Wetterbedingungen (starker Wind und Sonnenschein) zur Überproduktion, die dann für schlappe 100 Millionen Euro entsorgt werden muss. Appels Fazit: „Die Effizienz der Ökostromanlagen ist blamabel. Sie sind ein Rückschritt in Richtung Mittelalter.“

Während die Deindustrialisierung Deutschlands voranschreitet, klingelt die Kasse bei den Profiteuren. In „Fakten gegen Hysterie“, dem COMPACT-Spezial zum Klimawandel, heißt es:

Versprochen ist versprochen und wird schnell gebrochen – das gilt auch für die Zusage Angela Merkels aus dem Jahr 2011, dass die EEG-Umlage nicht über den Wert von 3,53 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Mittlerweile hat sich …

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Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

Compact Online

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