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Expertentagung: Bereits jetzt sind 80% der Insekten ausgestorben!

20. November 2018 | Gesundheit | Ernährung | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Auf einer Tagung in Klagenfurt schlug der in Fachkreisen weltweit bekannte Entomologe (Insektenkundler) Andreas Segerer von der Zoologischen Staatssammlung München Alarm: In den vergangenen 30 Jahren sind 80 Prozent der Insektenbestände ausgestorben – mit dramatischen Schäden für die Natur. Aber auch die Auswirkungen auf den Menschen, die das Wegsterben der Insekten durchaus auch mit sich bringt, wurde auf der Tagung gesprochen.

Im fein ausbalancierten Kreislauf der Natur haben die Insekten große Aufgaben, was sich allein schon aus ihrer schieren Artenvielfalt und Masse ergibt: Drei Viertel aller Tiere auf dieser Welt sind Insekten. Sowohl von der Artenvielfalt her als auch in der Anzahl der einzelnen Tiere ist die Erde eigentlich ein Insektenplanet. Sie sind nur in der Regel sehr vel kleiner als Vögel, Fische, Säugetiere, Mollusken etc. Das Insektensterben war daher das größte und drängendste Problem dieser Tagung. Für die Insekten sei es nicht „5 vor 12“, „es ist schon fast 12.00 Uhr.“ hieß es. Das ist eine erschreckende Feststellung, denn sie verschwinden von uns fast unbemerkt. Leise und unauffällig, weil sie eben so klein sind. Am Beispiel der Schmetterlinge, der viertgrößten Tiergruppe der Welt, wird das deutlich. Andreas Segerer veranschaulicht: „Schmetterlinge sind Bio-Indikatoren, sie zeigen den Zustand der Umwelt an. Geht es den Schmetterlingen nicht gut, geht es vielen anderen Insektenarten ebenfalls nicht gut.“  Viele Studien weisen das dramatische Insektensterben nach, bekräftig er. Allererste Studien aus dem Jahr 1766 in Bayern, zu Beginn der industriellen Revolution, zeigten schon einen Einbruch in der Schmetterlingspopulation. Schon seinerzeit stellten Beobachter bei Zählungen fest, dass 13 Prozent der Schmetterlingsarten in Bayern verschwunden waren.

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Die Ökosysteme geraten aus den Fugen

Der immer größere Mangel an Insekten gibt zeigt natürlich auch unmittelbare Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, die Tierwelt und auf den Menschen. „Insekten haben eine fundamentale Rolle in den Ökosystemen. Ihr dramatisches Aussterben greift natürlich auf andere Tierarten über, zum Beispiel auf Vögel, und auch andere Raubinsekten, die sich von Insekten ernähren.“ erläutert Andreas Segerer. Zum Beispiel vertilgt die Larve des Marienkäfers Unmengen an Kleininsekten, wie Blattläuse. Werden die Pflanzen aber mit Insektiziden behandelt, um Läuse und Schmetterlingseier abzutöten, wird nicht nur der Marienkäfer mitgetötet, sondern auch die Ameisen, die sich die Läuse als „Nutzvieh“ halten. Wie Menschen Milchkühe halten, die gemolken werden, so halten Ameisen Blattläuse, die sie pflegen und schützen. Zur „Belohnung“ sondern die Blattläuse Zuckertröpfchen ab, die den Ameisen als Nahrung dienen. Gibt es keine Blattläuse mehr und vergiften sich die Ameisen auf den besprühten Pflanzen, werden auch die Ameisen dezimiert. Und damit ist das nächste Kettenglied des Ökosystems zerbrochen, denn Ameisen sind die Wald- und Wiesenpolizei. Ameisen sind der Höhepunkt der sozialen Evolution und enorm wichtig für die Böden. Sie durchlüften die Böden durch Gänge und verteilen auch Samen, die sie einlagern. Sie rücken an, wenn tote Tiere herumliegen. Was die Aasfresser und Raubtiere übrig lassen, das putzen die Ameisen bis auf die weißen Knochen blank, so dass alles verwertet wird. Außerdem dienen die Ameisen selbst auch wieder als Nahrung, zum Beispiel den Spechten, Wildschweinen oder dem berühmten Ameisenbären.

 

 

„Würde man die Ameisen aus einem Ökosystem entfernen, würde es mehr oder weniger zusammenbrechen oder sich zumindest stark verändern.“ Eine Modellrechnung von tropischen Regenwäldern habe ergeben, dass rund 30 Prozent der tierischen Biomasse Ameisen und Termiten seien. Allein wegen dieser Masse wären gravierende Folgen unausweichlich.

Insekten sind lebensnotwendig für den Menschen, denn 80 Prozent der Nutzpflanzen werden durch Insekten bestäubt. Ob Obstbäume, Gemüsepflanzen, Getreide- oder Maisfelder – ohne Besamung der Blüten bildet sich keine Frucht. Ob Schwebfliegen, Hummeln, Schmetterlinge oder Bienen, sie alle ernähren uns Menschen. Und wir Menschen sind so dumm und töten die Insekten.

Die Lebensräume der Insekten verschwinden immer weiter

Insektenforscher Andreas Segerer nannte drei Hauptgründe für das Aussterben der Insekten. Erstens: Die Lebensräume der Insekten wurden und werden vernichtet. „Wenn aus einer Wiese ein Gewerbegebiet wird, ist dieser Lebensraum für Tiere verloren.“ Schutzgebiete seien zwar eine gut gemeinte Sache, sie werden aber immer mehr zu „Inseln“. Segerer: „Wenn zwischen diesen Inseln weite Beton- und Agrarwüsten liegen, können die Insektenarten ihre Inseln nicht mehr erreichen. Auch dadurch brechen Populationen zusammen.“ Schon allein dadurch, dass solche Inseln einen genetischen Austausch verhindern, werden die Populationen krank und sterben dann irgendwann durch Krankheiten oder Missbildungen immer weiter ab.

Drittens führe der Einsatz von chemischen Mitteln überregional und großräumig zu Veränderungen der Landschaft, stellt der Forscher fest. Als Beispiele nannte Segerer Kunstdünger, Industrieabgase und Pestizide. „Diese Stoffe bleiben nicht vor Ort, sie finden auch ihren Weg in Naturschutzgebiete und verändern dort die Insektenwelt negativ.“

 

 

Schädlinge breiten sich dagegen aus

Aber nicht alle Insekten verschwinden. Verwischt wird das Drama des Insektensterbens auch durch die Zunahme vieler Schädlinge, zum Teil, weil deren Fressfeinde ausfallen oder stark dezimiert sind. Über diese Populationszunahme von Schädlingen wird dann in den Medien viel berichtet, zum Beispiel über die Miniermotte, Buchsbaumzünsler oder die verhassten Bettwanzen. „Ein paar wenige Arten, wie die Bettwanze, vermehren sich explosionsartig, weil es für sie nun bessere Lebensbedingungen gibt“, sagt Christian Wieser, Leiter der zoologischen Abteilung im Landesmuseum. „Der Mensch ist wie eine Monokultur – er dient manchen Arten als Nahrungsreservoir. Für die Bettwanze ist der Mensch ein gedecktes Buffet“ – mehr dazu in Bettwanzen als treue Begleiter des Menschen.

Bei den meisten Insektenarten schwindet die Population aber wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume erheblich. Das Insektensterben gebe es nicht erst seit den letzten Jahren. Die Natur könne lange Zeit eine Menge wegstecken, aber irgendwann sei es zu viel, sagt Insektenforscher Christian Wieser: „Die Natur puffert gewaltig viel ab. Aber wenn sie kippt, dann ist das unumstößlich.“

 

 

 

Was jeder Einzelne von uns tun kann

Aber noch ist es nicht zu spät: Es gebe noch Möglichkeiten, das Ruder herumzureißen, sagen die Insektenforscher, vor allem bei landwirtschaftlichen Monokulturen. „Dazu bräuchte es aber konsequente Maßnahmen.“ Doch auch jeder Einzelne von uns kann etwas für die Insekten tun, ermuntert Christian Wieser. Statt monotoner Rasenfläche bräuchten Insekten blühende Pflanzen: „Und man kann zum Beispiel im Garten einen kleinen Bereich nur einmal im Jahr mähen. Der Rasenroboter muss ja nicht ständig über jeden Quadratzentimeter fahren.“

Zum Beispiel sieht es sogar sehr hübsch aus, wenn man ein rundes Stück Rasen, wie ein Beet, einfach stehen und wachsen lässt und im Frühjahr Wiesenblumensamen darauf ausstreut. Das Wiesenbeet muss in der Sonne stehen. Bald schon werden bunte Wiesenblumen eine wundervolle, kleine Welt erschaffen, in der nicht nur die bunten Blüten, sondern auch Schmetterlinge, Hummeln, Florfliegen, Wildbienen, Heuschrecken, Marienkäfer, bunte Plattwanzen, Ameisen und andere Insekten herumwuseln. Im späteren Herbst sollte das Wiesenbeet mit dem letzten Rasenschnitt vor dem Winter abgemäht werden, damit das lange, absterbende Gras nicht auf dem Boden verfilzt. Am besten, mäht man auch einmal Ende Juni einmal nicht allzukurz darüber, denn sonst wuchert das Gras zu hoch und die Wildblumen kommen nicht mehr durch.

Hilfreich für die Insekten sind auch so genannte Insektenhotels. Man kann, muss sie aber nicht im Gartenmarkt kaufen: Es gibt dafür Bastelanleitungen, die nicht schwer umzusetzen sind. Besonders viel Spaß macht es, sie zusammen mit den Kindern zu bauen.

 

 

Wem das zu mühsam ist, und wer einen sehr kleinen Geldbeutel hat, der kann auch einfach einen Blumentopf nehmen, mit Stroh, Holzwolle oder Heu nicht zu fest füllen, und in auf einen Stock spießen und in den Boden stecken. Oder mit Schnur an mit der Öffnung nach unten (Der Topf bildet dann ein Dach, das den Inhalt gegen Regen schützt) in einen Baum hängen. Oder in einen der Blumentöpfe auf dem Balkon stecken. Oder ein Insektenhotel an der Hauswand aufhängen. Jedes Insektenhotel erhöht die Überlebensfähigkeit mehrerer Arten und ist wieder ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

 

 

Vor allem aber keine Insektizide oder Pestizide zu benutzen! Das ist das allerwichtigste!

 

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