Das ist die Antarktis, wie wir sie kennen: massenhaft Schnee, Berge und Gletscher, so weit das Auge reicht.

Schwer zu glauben, dass vor 280 Millionen Jahren anstatt der Eislandschaft ein grüner, üppiger Wald diese Landschaft bedeckte. „Die Antarktis hat eine ökologische Geschichte von polaren Biomen, die 400 Millionen Jahre zurückreicht, das ist die gesamte Evolution der Pflanzen“, sagte Erik Gulbranson, ein Paleoökologe von der University of Wisconsin-Milwaukee dem Magazin „Scientific American“.

Fund gehört zu ältesten Wäldern der Welt

Man kann sich heute nicht vorstellen, dass die Antarktis früher grün war. Gulbranson und seine Kollegen schauen sich vor allem die Zeit vor 252 Millionen Jahren an — sie war geprägt von einem Massensterben, mehr als 95 Prozent der Arten verschwanden um diese Zeit herum.

Vor diesem Massensterben dominierte vor allem eine Baumart die Antarktis: der sogenannte Glossopteris. Die Bäume wurden zwischen 20 und 40 Metern hoch, ihre Blätter waren breit, flach und länger als der Unterarm eines Menschen.

Auf der Suche nach Fossilien stieß Gulbranson im vergangenen Jahr auf ein Objekt, das 280 Millionen Jahre alt sein dürfte. In Vulkanasche sind die Pflanzen so gut erhalten geblieben, dass die Forscher sogar Aminosäuren-Bausteine gewinnen konnten, die früher das Protein der Bäume ausmachten.

So wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie die Pflanzen so weit im Süden überstehen konnten — und wie sie die unwirtlichen Verhältnisse mit wenig Sonnenlicht handhabten (teilweise geht die Sonne an Wintertagen gar nicht auf). Und vor allem eine Frage beschäftigt Gulbranson: Wie starb die Baumart später aus?

Wie verschwand der Wald?

Gulbranson geht davon aus, dass der Wald nicht mit dem Massensterben verschwand, sondern sich nur veränderte. Unter anderem wuchsen die Vorfahren der heutigen Ginkgo-Bäume in der Antarktis.