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Frankreich will auffällige Missbildungen bei Babys landesweit untersuchen

3. November 2018 | Familie | Soziales | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Natur | Umwelt | connectiv.events

In mehreren Regionen Frankreichs wurden auffällig viele Neugeborene ohne Hände, Arme oder Unterarme geboren. Während Gesundheitsministerin Agnès Buzyn sich um Aufklärung bemüht, haben Umweltschützer bereits einen Verdacht. Nun will Frankreich diese Missbildungen bei Babys überprüfen. Die Behörden kündigten am Mittwoch eine landesweite Untersuchung an. Das Ergebnis der landesweiten Untersuchung werde in rund drei Monaten veröffentlicht, sagte der Chef des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, François Bourdillon

Der Druck der französischen Bevölkerung und das Misstrauen in die Regierung hat massiv zugenommen, so dass das brisante Thema nun auch in der französischen Mainstreampresse aufgenommen werden musste. Eine kurze Google-Suche zeigt, dass kein einziges Blatt um das Thema herumkam! Leider schafften es die Berichterstattungen nicht über die Landesgrenzen hinaus. In der Schweiz stehen diverse Abstimmungen zum Thema bevor und das Establishment will den Ball selbstverständlich flach halten.

 

 

Die Regierung ergreift jetzt die Initiative

Remera, die öffentliche Einrichtung, die den Fällen von Missbildung nachgeht, gibt an, die Zahl der betroffenen Babys sei in einer bestimmten Region, dem Departement Ain, 58-mal höher als der nationale Durchschnitt in Frankreich. In den vergangenen 15 Jahren wurden angeblich nur 25 Fälle in der Bretagne sowie in den Départements Loire-Atlantique und Ain bekannt, wie aus einem Anfang Oktober von der Gesundheitsbehörde veröffentlichten Bericht hervorging. Dennoch lösten sie eine öffentliche Diskussion aus, da sie stets in begrenzten Gebieten vorkamen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Fälle lediglich Zufall sind, ist Remera zufolge verschwindend gering. Als Bourdillons Behörde am Dienstag aber dann von elf weiteren Fällen in Ain berichtete, wuchs das Misstrauen. Medien und Experten stellten dringende Fragen zum wahren Ausmaß des Phänomens. Zudem sind vier Fälle in der Bretagne-Region Morbihan zwischen 2011 und 2013 und drei Fälle in der benachbarten Region Loire-Atlantique 2007 und 2008 bekannt. Die Berichte haben in der Öffentlichkeit die Furcht geschürt, dass eine Art Giftstoff in Lebensmitteln, Wasser oder Luft verantwortlich sein könnte.

Die Ressortchefin machte dabei deutlich, dass sie bisher keine klare Spur habe. „Es kann möglicherweise einen umweltbedingten Grund geben“, sagte sie dem Radiosender RMC. „Es kann etwas sein, dass (die Mütter) gegessen haben, es kann etwas sein, das sie getrunken haben, es kann etwas sein, das sie eingeatmet haben. Ich weiß es nicht“, sagte Buzyn.

 

 

Könnten es Pestizide aus der Landwirtschaft sein?

Einige Umweltschützer vermuten Pestizide als mögliche Ursache, weil die Missbildungen stets in ländlichen Gebieten auftauchen. Manche vermuten Gendefekte. Unterstützt wird diese Vermutung durch die Tatsache, dass es in Chalamont, einer anderen Ortschaft im Departement Ain, mehrere Fälle von missgebildeten Kälbern gab, die ohne Schwänze und Rippen geboren wurden.

Die nationale Gesundheitsbehörde Santé Publique France bestreitet in einer Untersuchung allerdings die offensichtlichen Ursachen für die Missbildungen. Dass inzwischen diverse Studien, Gerichtsurteile und sogar die WHO den Zusammenhang einschlägig dokumentierten, wird von der französischen Gesundheitsbehörde systematisch ignoriert. Die offiziellen Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt und es heißt seltsamerweise, weitere Untersuchungen seien nicht möglich. Dies bringt die betroffenen Eltern erst Recht auf und sie fordern umso dringlicher Antworten ein.

Besonders vor dem Hintergrund, dass bei Santé Publique France das Problem schon mindestens seit dem Jahr 2011 bekannt war, wächst nun bei immer mehr Menschen der Verdacht, dass bald ein größerer Pestizid-Skandal dahinter zum Vorschein kommen könnte, den die Industrie zu verschleiern bestrebt ist.

 

 

 

Ein Register für solche Fälle wird eingerichtet

Als Konsequenz aus dem Skandal wurde jetzt in Frankreich ein Register für die Erfassung von Geburtsdefekten (Remera) gegründet. Es war eine der Mitarbeiterinnen des Registers, Emmanuelle Amar, die nun auf die auffällige Häufung der Fehlbildungen in bestimmten Regionen aufmerksam gemacht hatte. Von Umweltaktivisten wird sie dafür gefeiert,  aber manche Wissenschaftskollegen, werfen ihr Panikmache vor.

Die Dr. Rath Foundation weist zu Recht darauf hin, dass das Misstrauen der Bevölkerung fundiert ist:
„Wir brauchen uns nur an den Contergan-Skandal der 50er/60er Jahre erinnern, um zu wissen, dass Hersteller chemischer Substanzen, trotz eindeutiger Beweise für die krankmachenden Wirkungen ihrer Produkte, völlig unverdrossen den Versuch unternehmen, dieses Problem zu verschleiern. Dass Unternehmen dabei durchaus mit der Unterstützung von Behörden rechnen können, ist ebenfalls kein Geheimnis.

 

 

 

Frankreich will keinen „Contergan 2.0-Skandal“

Thalidomid, der Wirkstoff des Medikaments Contergan, wurde von der Firma Grünenthal entwickelt und nach erfolgter Zulassung seit Ende der 50er Jahre als mildes Schlafmittel vermarktet. Als absolut harmlos beworben, wurde Thalidomid auch Schwangeren verabreicht mit der Begründung, damit ließe sich morgendliche Übelkeit reduzieren. Schließlich jedoch musste es vom Markt genommen werden, nachdem einige Jahre später herauskam, dass die Substanz für die Geburt von Babys mit fehlgestalteten Gliedmassen verantwortlich ist – ein Skandal, der weltweit Aussehen erregte.

Insgesamt kamen rund um den Globus 10000 Kinder mit körperlichen Deformationen zur Welt, weil deren Mütter Thalidomid angewendet hatten. Schätzungsweise weitere 90000 Frauen erlitten infolgedessen Fehlgeburten. Bemerkenswert ist, dass Grünenthal geheimen Aufzeichungen zufolge, welche die australische Zeitung Sydney Morning Herald erhalten hatte, die Warnungen, das Medikament sei toxisch und könne zu Geburtsschäden führen, wiederholt ignoriert und vertuscht hatte. Selbst als das Unternehmen immer mehr mit Anfragen konfrontiert wurde, in denen Probleme mit dem Medikament benannt wurden, hielt Grünenthal vor der Öffentlichkeit seine Behauptung aufrecht, das Medikament sei sicher. Bis auf den heutigen Tag bleiben in Deutschland und andernorts einschlägig dokumentierte Anschuldigungen laut, Regierungen hätten entscheidende Beweise im Zusammenhang mit diesen Vorgängen unterdrückt.

Und was macht die Schweiz? Sie erhöht den Grenzwert für Glyphosat um das 100-fache. Zuerst war sogar eine 3600-fache Erhöhung geplant!“

 

 

 

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