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Jay Bell Redbird - Cry of Wolfe

Friends United im Gedenken an Jay Bell Redbird – ein großartiger Mensch und außergewöhnlicher Künstler ist von uns gegangen

11. Juli 2019 | Allgemein | Bewusstsein | Spiritualität | Kultur | Kunst | Musik | connectiv.events

Es gibt hochbegabte Künstler und es gibt einfach wunderbare Menschen. Jay Bell Redbird war beides. Ihn kennenlernen und lieben war eins. Ein sanftmütiger, großer Bär und ein Scherzbold, ein begnadeter Künstler und treuer Freund, spirituell und trotzdem unglaublich lustig, geduldig und doch engagiert. Leider und zur Trauer aller, die ihn kannten, starb er vor wenigen Wochen. Er starb, wie er war: Überraschend und sanft. Er schlief einfach ein und träumte sich ins Land der Vorväter.

Jay Bell Redbird – sein indianischer Name lautet „Medicine Wind“ aus dem Adler-Clan – war erfolgreich, seine Werke sind von großer Kraft und doch delikater Farbigkeit und harmonischer, feiner Linienführung. Klar gegliedert und doch bis in kleinste Details ausgearbeitet. Ihre Botschaft geheimnisvoll und doch mit dem Herzen fühlbar, jedes Detail von tiefer Bedeutung und doch eine ausbalancierte Gesamtkomposition. Seine Kunst erwuchs aus den Lehren der First Nations, die 30.000 Jahre alt sind. Sein Stamm ist der der Ojibway, er ist ein Mitglied des „Unceded Indian Reserve Wiikwemkoong“ in Kanada. Das bedeutet, es ist ein nicht aufgegebenes Reservat, also ein indianisches Siedlungsgebiet, das niemals einen Vertrag mit der Regierung geschlossen hat, der Regierung irgendeinen Titel für das Land überlassen hat, auf keine Rechte verzichtet oder der Regierung irgendwelche Rechte überlassen hat. Auf diesem Gebiet wohnen heute noch freie Stämme: die Ojibway, die Odawa und die Potawatomi People, vereint unter dem „Rat der Drei Feuer“.

 

Jay Redbird – Bär

 

Seine Bilder sind gefragt in internationalen Galerien. Auch in Deutschland hat er bereits ausgestellt. Jay war sehr früh zu Rolf Bouman gestoßen und hat nicht nur viel zu dem Wachsen und Gedeihen der Initiative „Friends United“ beigetragen, die heute eine der wichtigsten Projekte zur Bewahrung und Neubelebung der indigenen Kultur Kanadas geworden ist und einen enormen Schritt zur Verständigung und Akzeptanz zwischen der Welt der indigenen Kanadier, der First Nations und der Gesellschaft der Einwanderer geleistet hat. Er ist auch ein Botschafter der kanadischen Ureinwohner in der ganzen Welt geworden. Es gibt Sammler in Deutschland, Schottland, Tschechien, England, USA und China, die seine Werke lieben und schätzen und eigene Kollektionen aufgebaut haben. In Kanada stellen verschiedene Universitäten, Colleges, Schulen und Kindergärten, Anwaltskanzleien und Bürozentren seine Werke aus. Sogar in manchen Filmen sind sie zu sehen.

Da Jay Bell Redbird auch acht Jahre im Filmgeschäft in Toronto gearbeitet hat, schmücken seine Gemälde auch manche Wand in den Villen von Hollywood-Schauspielern.

Vielleicht hat er hier auch sein Talent gefunden, mit kleinen schauspielerischen Einlagen seine Freunde und auch ahnungslose Besucher zu foppen. Besonders gern gibt er den „weisen, alten Indianer“ und erzählt feierlich und getragen eine Geschichte, die dann in lautem Gelächter endet. Um seinen Schalk ein bisschen spürbar werden zu lassen, sei hier eine seiner kleinen Geschichten erzählt.

Wir kamen wieder einmal in Halifax an, und trafen uns in der Freundesrunde von Friends United. Jays enger Freund, Rolf Bouman, der Gründer und Manager von Friends United, hatte uns vom Flughafen Halifax abgeholt und wir gingen alle zusammen zu Abend essen. Jays Lebensgefährtin Halina Stopyra saß neben ihm, auch sie ist eine fantastische Künstlerin und ein sehr besonderer, toller Mensch. Auf einmal setzte Jay sein würdvoll-bedeutungsschweres Gesicht auf und verkündete feierlich:

„Wisst Ihr, sie haben mir einen neuen Namen verliehen.“
Natürlich ahnten wir, dass jetzt irgendeine Räuberpistole kommt, aber er inszenierte es gekonnt und wir fragten brav: „Aha, welchen denn?“

„Sie nennen mich nun ‚Wandernder Adler‘.“
„Soso, und warum?“

„Nun, höret! Ich besuchte meinen Freund ‚Springender Hirsch‘ (Name von der Redaktion geändert) in seinem Laden. Doch er nahm mich nicht wahr, weil er mit der Kasse beschäftigt war. Und also schlich ich mich behutsam unterhalb des Tresens an, wie nur die Besten meines edlen Stammes es können, so dass er nichts bemerkte. Als ich direkt vor ihm unter dem Tresen hervorsprang und mit den Armen fuchtelte, erschrak er sehr. Als er sich wieder gefasst hatte, sprach er also zu mir: ‚Du sollst fortan Wandernder Adler heißen.‘ – und ich fragte ihn, warum.“

Kunstpause. Jay guckt bedeutsam. Alle kichern bei der Vorstellung, wie der große Bär Jay den armen Ladenbesitzer fast in den Herzinfarkt gejagt hat.

„Da sprach Springender Hirsch zu mir: ‚Weil Du so voll Mist und Blödsinn bist, dass Du nicht mehr fliegen kannst!‘“

 

Jay Bell Redbird – Leadership and Loyalty

 

Jay Bell Redbird, „Medicine Wind“, ist als Künstler Autodidakt. Aber er lernte schon als ganz junger Mensch unter dem Einfluss des weltbekannten Künstlers Norval Morrisseau die Faszination und die Techniken der Malerei kennen. Auch sein Onkel Leland Bell und sein Vater Duke Redbird, beide Künstler, lehrten und förderten ihn und seine große Begabung. Norval Morrisseau lehrte Jay als Teenager die Bedeutung der Farben und welche uralte Beziehung sie zu seiner indigenen Muttersprache, Geschichte und Kultur haben. Sein Onkel Leland Bell brachte ihm die nötigen Techniken bei, unterwies ihn in den alten Lehren seines Volkes und erzählte ihm die uralten Geschichten, die schon vor Hunderten Jahren an den Feuern von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Daraus erfuhr er vieles über die Geister der Tiere und welche traditionellen Formen und Farben die alten Lehren und Geschichten in sich tragen.

Jay (Medicine Wind) entwickelte in diesen, ihn formenden Jahren seine ganz eigene Sicht der Welt und seine ganz persönliche Bildsprache und Stimme und damit auch sein Selbstbewusstsein als indigener Künstler. Rolf Bouman traf er im Jahr 2012 und war gleich sehr angetan von Rolfs Plänen und Engagement für die First Nations, besonders den Aspekt der Versöhnung der eingeborenen Gesellschaft der First Nations mit der Einwanderungsgesellschaft schätzte er an dieser Arbeit sehr. Und es machte ihn froh und stolz, sein Wissen und Können auch als Mentor für andere Künstler in der Friends United Initiative weitergeben zu dürfen. Trotz seines Erfolges und Bekanntheitsgrades zeigte er nie einen Anflug von Arroganz oder Überheblichkeit und neidete auch niemand anderem dessen Erfolg. Einige Künstler aus dem Kreis der Friends United Initiative haben viel von ihm gelernt und konnten sich Dank seiner Unterstützung und der von Rolf Bouman etablieren.

Wir alle vermissen Jay, sein großes Herz und seinen grandiosen Humor. Die Initiative Friends United hat mit ihm einen großartigen Menschen verloren und besonders Rolf Bouman einen Bruder, denn das sind diese beiden. Sie sind verwandte Seelen. Sie werden sich eines Tages wiedersehen.

 

 

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