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Bild: Marine der Bundeswehr

„Fünf nach zwölf“ auf See – Kommandeur rechnet mit von der Leyen ab

28. März 2018 | Kriege | Revolutionen | Politik | Geo-Politik | n-tv

Die Bundeswehr ist überlastet. Ein Großteil der Panzer, Flugzeuge und Schiffe der Bundeswehr ist nicht einsatzfähig. Die Soldaten sind von zahlreichen Auslandseinsätzen und zunehmenden Übungen der Nato überlastet. Zum Abschied zieht ein Offizier schonungslos Bilanz.

Kommandoübergaben in den Einheiten der Bundeswehr sind selten Veranstaltungen, die Schlagzeilen machen. Der Inhalt der üblichen Grußworte und die dargebotene Militärmusik schaffen es zumeist nicht weiter als in die Lokalpresse am jeweiligen Standort. Beim Abschied des Kommandeurs des 2. Fregattengeschwaders in Wilhelmshaven, eines der größten Marineverbände der Bundeswehr, ist das anders. Mit seiner persönlichen Bilanz und Abrechnung mit der Bundeswehrführung sorgt Kapitän zur See Jörg-Michael Horn für Aufsehen.

„Es ist nicht nur materiell, sondern auch personell fünf nach zwölf. Ich muss das so deutlich ansprechen“, warnt der Offizier, in seiner Abschiedsrede, die der verteidigungspolitische Blog „Augen Geradeaus“ veröffentlichte. Vor allem aber macht er deutlich, wie sehr er von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen enttäuscht ist.

Er müsse zugeben, sagt Horn, „dass ich nach dem 30. April 2017 das Vertrauen in die politische Führung der Bundeswehr verloren habe“. Das war der Tag, als von der Leyen in einem Fernsehinterview zu rechtsrextremen Vorfällen in der Bundeswehr von Haltungsproblemen und Führungsschwäche im Offizierskorps sprach. „Die Pauschalität der Vorwürfe hat selbst mich mit knapp 30 Dienstjahren erschüttert“, sagt der scheidende Kommandeur, der auf einen Posten als Referatsleiter im Bundesamt für Personalplanung der Bundeswehr wechseln soll.

Detailliert listet Horn auf, auf welche Weise rüstungspolitische Entscheidungen seiner Ansicht nach die Fähigkeiten einiger Marineverbände in Zukunft beeinträchtigen könnten, warum die Entbürokratisierungsinitiative der Bundeswehr ihre Wirkung verfehle und wie eine falsche Balance zwischen Theorie und Praxis die Ausbildung der Offiziere verschlechtert habe. Horn nennt zwar die „Agenda Attraktivität“, der seit 2014 die Bundeswehr auf als Arbeitgeber konkurrenzfähig gemacht werden soll, richtig. Doch bei diesen richtigen Bemühungen werde vergessen, dass die Bundeswehr eben „kein Arbeitgeber wie jeder andere auch sei“. Die Bundeswehr müsse dringend ihre Außendarstellung korrigieren, sonst werbe sie „weiter um die Falschen“. Falsch sind für Horn in der Marine vor allem Soldaten, die unter Vereinbarkeit von Familie und Dienst die Priorität auf Familie legen.

Die meisten von Horn beschriebenen konkreten Kritikpunkte sind bekannt. Laut dem jüngsten Ministeriumsbericht über die Funktionsfähigkeit der Hauptwaffensysteme gibt das Verteidigungsministerium zu, dass ein Großteil der Panzer, Flugzeuge, Schiffe und anderer Geräte nicht einsatzbereit sei. Die vielen Auslandseinsätze und die steigende Zahl von Nato-Übungen wegen der zunehmenden Spannungen mit Russland gehe „natürlich zulasten des Grundbetriebs“.

Dass ein aktiver, hochrangiger Kommandeur jedoch so persönlich und öffentlich Kritik übt, ist ungewöhnlich. Laut dem Herausgeber des Blogs „Augen geradeaus“, dem Verteidigungsexperten Thomas Wiegold, teilen aber viele Soldaten Horns Meinung. „Nach dem, was aus der Truppe zu hören ist, gärt es an vielen Punkten gerade mit solchen Details, wo Soldaten sagen, wir haben nicht das Material, das wir brauchen“, sagte Wiegold n-tv. Im Bericht zur Kommandoübergabe auf der offiziellen Website der Marine sind die kritischen Passagen der Abschiedsrede einfach ausgelassen.

Die Rede des Kommandeurs ist hier zu lesen.

Kapitän zur See Horn verabschiedet sich in Brakensiek

Weiter lesen auf:

https://www.n-tv.de/politik/Kommandeur-rechnet-mit-von-der-Leyen-ab-article20355727.html
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Quelle:

n-tv

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