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Auf diese Statue Satans hat der TST ein Copyright. Sie steht schon vor einigen Regierungssitzen von Bundesstaaten, wie Arkansas, Illinois und bald Oklahoma. Bildquelle: Screenshot Youtube.

Gefeierte US-Doku auf dem Sundance Filmfestival – Die neuen Filmhelden: Satanisten!

11. Februar 2019 | Bewusstsein | Spiritualität | Familie | Soziales | Kultur | Kunst | Musik | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | connectiv.events

In der frisch vorgestellten US-Filmdokumentation ‚Hail Satan?‘ (Sprich: Heil Satan, ist auch so gemeint) zeichnet die Filmemacherin Penny Lane die Reise des Satanischen Tempels nach – von trollenden Aktivisten zu einer internationalen religiösen Bewegung. Satanismus nicht per se neu, den gab es quasi schon immer. Neu ist nur, dass er jetzt als gleichberechtigte Religion, auf Augenhöhe mit allen anderen in die Öffentlichkeit will. Der „satanische Tempel“, wie er in „Hail Satan?“ charakterisiert und präsentiert wird, ist eine sehr junge Organisation. Das früheste Material stammt aus dem Jahr 2013, als die Organisation gegründet wurde

 

 

Eine erste Begegnung mit dieser Dokumentation, die schon erhebliche Kontroversen ausgelöst hat, gab es während der  Sundance-Filmfestspiele. Teilnehmer des Festivals feierten gerade in der Park City, da versammelte sich eine Gruppe von Satanisten in einem kleinen Theater in Salt Lake City für eine Art Mitternachtszeremonie. Als die Uhr 12 schlug, wurden die Lichter schwächer und die Anhänger jubelten in Erwartung des Kommenden. Es gab allerdings keine geschlachteten Ziegen, keine Kruzifixe, kein Blut oder andere Klischees, die als Schwarze Messen in der Popkultur auf den Bühnen gefeiert werden. Die Fans von Lady Gaga, Madonna oder Katy Perry wären direkt enttäuscht gewesen. Es war eine art intellektueller Satanismus light, der da – gesponsert vom Festival Sundance – Konsumentenverträglich und möglichst sympathisch rüberkam.  Eine „Nicht-Theistische“, aber doch irgendwie religiöse Bewegung soll es sein, der Satanische Tempel (The Satanic Temple „TST“).

Die Filmgesellschaft dahinter, Magnolia Pictures, promoted Hail Satan? als „kühne, und doch edle Mission“, die die politischen Aktivisten (wie die Satanisten portraitiert werden) einem breiteren Publikum präsentieren wollen. Ja, es ist unübersehbar: Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 haben die netten Satanisten von nebenan enorm an Bedeutung gewonnen. Und sie vermarkten sich sehr geschickt.

 

 

So ist zum Beispiel die oberste Direktive von TST, dass Amerika eine pluralistische Nation sei: Eine Nation, in der viele Kulturen, Religionen und Lebensweisen harmonisch zusammenleben sollten, ohne dass eine dieser Gruppen versucht, ihren Willen den anderen aufzuzwingen. Der TST kämpfte von Anfang an zäh gegen den langsamen, vom TST als Infiltration und Eroberung gesehenen „Vormarsch der Amerikanischen, extrem rechten Christen“ in die lokalen, staatlichen und föderalen Behörden und Regierungen. Dabei  griffen sie nicht selten auf Taktiken wie Stunt-Aktivismus und aufsehenerregende Aktionen zurück. Es gelang ihnen sogar, mit Berufung auf das Recht der Religionsfreiheit ihre Satansstatuen auf dem Gelände einiger US-Bundesstaats-Regierungssitze (zweiter Artikel von heute) zu installieren. Längst schon werden auf Sitzungen in US-Stadtparlamenten satanische Beschwörungen abgehalten (Wir berichteten).

 

 

Die Filmemacherin Penny Lane macht aus ihrer Sympathie für die Satanisten kaum einen Hehl. Ihr Interesse an der Bewegung ist groß und sie hat viel Zeit mit diesen Leuten verbracht. Sie selbst habe in einer „säkularen, atheistischen Blase“ gelebt, erzählt sie und war dann erstaunt, festzustellen, dass die Satanisten ihre Lehre nicht nur als Attitüde feiern, sondern, dass sie es ernst meinen.

In einem Interview mit dem Magazin „Vice“ sagt sie: „Dann erkannte ich, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, was es bedeutete, ein Satanist zu sein, und dass meine Ideen größtenteils falsch waren. Dann wurde mir bewusst, wie viele Menschen wirklich an dieser Bewegung beteiligt waren und wie bedeutsam es für sie persönlich war, wie jedem anderen seine Religion“.

 

 

Penny Lane erzählt, dass sie etwas verwundert beim Machen des Filmes feststellen musste, dass die TST nicht an die  an den klassischen „Hörner und Mistgabel-Teufel glauben. Auf der FAQ-Seite ihres Interntauftrittes findet man, dass „den Namen Satan zu umarmen bedeute, eine rationale Untersuchung zu akzeptieren, die vom Übernatürlichen und vom archaischen Aberglauben der Tradition entfernt ist“. Diese a-religiöse Grundüberzeugungen dürften nach Ansicht Penny Lanes mit ein Grund sein, dass die Zahl der Tempelsatanisten von einer Handvoll Freunden auf über 50.000 Mitglieder weltweit angewachsen ist, wie es der Film eindrücklich zeigt.

Was Penny Lane aber gar nicht zum Nachdenken bringt ist, warum diese netten Freigeister und rein rational denkenden Leutchen sich dann ausgerechnet den Namen „The Satanic Temple“ gegeben haben. Das kommt einem denkenden Menschen schon so vor, als würde sich eine Truppe „Adolf-Hitler-Fanclub“ (AHF) nennen, aber treuherzig beteuern, ebendiesen überhaupt nicht zu verehren. Und natürlich findet der AHF genausowenig Gefallen am Hakenkreuz, wie die Satanisten, die zwar mit dem gehörnten Mistgabelteufel angeblich nichts zu tun haben wollen, aber einen gehörnten Baphomet mit Petagramm und Ziegenkopf als Statue aufstellen.

Dazu kommt, dass der TST ja sein Recht, öffentlich mit seinen Lehren aufzutreten, ganz dezidiert aus der RELIGIONSfreiheit herleitet. Eine Gruppe Veganer oder StarWars-Klingonen-Fans, die aus Gründen der Religionsfreiheit fordert, unbehelligt überall ihre Überzeugungen verkünden zu dürfen, käme nicht weit damit. Weil es sich eben nicht um eine Glaubensgemeinschaft handelt, die von einem wie auch immer definierten, göttlichen, metaphysischen, transzendenten Prinzip überzeugt ist. Hier handelt es sich maximal um Ethik oder ein Gesellschaftsmodell. Eine rein „rationale Betrachtung der Welt“, die Ablehnung des Göttlichen, die Ablehnung von „Gut“ und „Böse“, die der TST für sich reklamiert, schließt eine Religion aus.

 

 

Ein „Tempel“ ist immer ein geweihtes Gebäude, in dem Gottheiten verehrt werden. Satan ist der Gegenspieler Gottes, gegen den er sich erhoben hat. Satan ist nicht ein netter antiker Philosophieprofessor, der ein bißchen missverstanden worden ist und dessen kluge Gedanken man nun unter Interessierten wieder diskutiert.

Gott ist der Erschaffende aus sich heraus, der ewig war und ewig sein wird. Satan ist ein von Gott Erschaffener. Satan ist der Herr des Materiellen. Laut Bibel der einst schönste und strahlendste unter den Engeln, Luzifer, der Lichtträger, der aber abtrünnig wurde: Sein „Lieber in der Hölle Herr, als im Himmel Diener“ – postuliert den Willen zur Macht um jeden Preis. Seine Macht über das Materielle, die er auch seinen Anhängern als Belohnung verleiht, ist DIE Versuchung. Als Jesus, der Menschensohn, in der Nacht vor seinem Kreuzestod von menschlicher Angst befallen wurde und bat, der Kelch des Leidens möge an ihm vorübergehen, näherte sich ihm Satan. Er verprach ihm alle Macht der Welt, über alle Menschen und Güter, das Paradies auf Erden – wenn er nur auch abtrünnig würde von Gott. Und WEIL Satan der Herr des irdischen und Materiellen ist, wirbt er mit der Schmeichelei des diesseitigen „Rationalen“ und des Auskostens aller Möglichkeiten in der materiellen Welt, der Lust am Brechen der heiligen Gesetze, dem Anhäufen von Macht und Reichtum, dem Befriedigen der Gier.

Dass es hier eben nicht nur um „rationale Überlegungen“ geht, verrät auch Filmemacherin Penny Lane mit ihrer Sprache: Obwohl sie nicht erwarte, dass viele aus dem christlich-nationalistischen Lager ihren Film anschauen, besteht Penny Lane darauf, dass sie gar nicht beabsichtige, ihr weniger dogmatisches Publikum für – Achtung! -„die satanische Anbetung“ zu gewinnen.

 

 

Der Satanismus kommt gewinnend, auf Samtpfötchen und in der Maske des Menschenfreundes daher. Das ist nicht neu. Das war sozusagen immer die Werbestrategie. Satan, der Freund, der die Menschen befreit von der diktatorischen Moralknute Gottes. Der nette Typ, der einen zu den geilsten Parties einläd, charmant und lustig ist, freigiebig ist und zu mehr ermuntert. Nicht immer nur bitteren Verzicht. Strafen für Fehlverhalten? Bereuen? Selbstquälerische Moral? Ha! Wozu denn? Das Leben kann so schön sein. Nimm Dir, was Du kriegen kannst und Freund Satan hilft Dir dabei.

Eine wirksame Strategie, um den Satanismus in die Mitte der menschlichen Gesellschaft zu bringen, ihn attraktiv zu machen, die Menschen zu umgarnen. Alles ist möglich, wenn du nur willst. Vergiss solche Sachen wie Gut und Böse. Der Teufel ist dein bester Freund gegen diesen diktatorischen Spielverderber-Gott.

Und Satan ist auf der Erfolgsstraße. Viele hochrangige Prominente, Künstler, Top-Manager und Regierungsmitglieder dieser Welt sind Satanisten. Größen der Pop-Musik wie Lady Gaga, Madonna, Katy Perry und Celine Dion propagieren offen oder codiert Satanismus, zelebrieren bei ihren Auftritten schwarze Messen oder machen düstere Werbeclips für die Neue Weltordnung, Genderismus und dunkle Texte, wie Celine Dion mit ihrer gruseligen Babymode „Celinunu“ (Wir berichteten):

 

Diese Leute sind die Wegbereiter Satans. Die Vorboten der kommenden Neuen Weltordnung. Der Herrschaft der Dunkelheit, des großen, globalen Geldes, der Einsamkeit, der Grausamkeit, Der Schienheiligkeit, der Kälte und des Ausgeliefertseins der Kinder.

Die versucht man auch schon auf Statnismus zu bürsten. Hier ein bonbonbunter Trickfilm, der Satanismus auch schon für die Kleinsten zugänglich macht. Das Ding hat 1,3 Millionen Zugriffe:

 

 

Hier ein Gedicht von Heinrich Heine:

Heinrich Heine – Ich rief den Teufel und er kam
(aus: Buch der Lieder – Die Heimkehr)

Ich rief den Teufel und er kam,
Und ich sah ihn mit Verwund’rung an.
Er ist nicht häßlich, und ist nicht lahm,
Er ist ein lieber, charmanter Mann,

Ein Mann in seinen besten Jahren,
Verbindlich und höflich und welterfahren.
Er ist ein gescheuter Diplomat,
Und spricht recht schön über Kirch’ und Staat.
Blaß ist er etwas, doch ist es kein Wunder,
Sanskritt und Hegel studiert er jetzunder.

Sein Lieblingspoet ist noch immer Fouqué.
Doch will er nicht mehr mit Kritik sich befassen,
Die hat er jetzt gänzlich überlassen
Der theuren Großmutter Hekate.
Er lobte mein juristisches Streben,
Hat früher sich auch damit abgegeben.

Er sagte meine Freundschaft sey
Ihm nicht zu theuer, und nickte dabei,
Und frug: ob wir uns früher nicht
Schon einmal gesehn bei’m span’schen Gesandten?
Und als ich recht besah sein Gesicht,
Fand ich in ihm einen alten Bekannten.

 

 

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