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Gehirnwäsche für „politisch Inkorrekte“: Erste Menschenversuche laufen bereits

11. Dezember 2017 | Psychologie | Gesellschaft | Wissenschaft | Forschung | Die Unbestechlichen

Ein Bonner Forscherteam experimentiert derzeit, wie man politisch auffällige Menschen per Psychopharmaka “heilt”. Die umstrittene Studie erinnert an finstere Zeiten der UdSSR, wo Dissidenten in die Psychiatrie gesteckt wurden.

Ein Forscherteam um den Bonner Psychiatrieprofessor Rene Hurlemann experimentiert derzeit mit Drogen um politisch inkorrekte Personen zu “heilen”.

Angeblich fremdenfeindliche Menschen wurden mit der als “Kuschelhormon” bekannten Substanz Oxytocin behandelt, um sie toleranter machen. Die Untersuchung erschien in der namhaften Zeitschrift PNAS unter dem Titel “Oxytocin-enforced norm compliance reduces xenophobic outgroup rejection”.

Dort wird ausführlich anhand “erfolgreicher” Menschenversuche dargelegt, dass man angebliche Fremdenfeindlichkeit mit Oxytocin lindern kann. Die Droge wurde als Nasenspray verabreicht und musste mehrmals täglich eingenommen werden.

Kritik am Experiment

Das Experiment wurde stark kritisiert, da die Personengruppe offenbar nicht besonders definiert werden konnte: Beispielsweise war die als “fremdenfeindlich” ausgewiesene Gruppe gar nicht besonders fremdenfeindlich, sondern vor allem geizig.

Nach Verabreichung der Psychopharmaka kam es zwar angeblich zu einer Verhaltensänderung, doch auch diese zeigte keine eindeutige Ergebnisse. Angeblich gab es eine höhere Spendenbereitschaft, jedoch nicht spezifisch für Flüchtlinge, sondern auch für deutsche Bedürftige.

Dass die Redaktion von PNAS die zweifelhafte Studie dennoch unter dem Titel der Xenophobie/Fremdenfeindlichkeit veröffentlichten, wurde auch von Wissenschaftlern kritisiert.

Die aufmerksamkeitsökonomische Rechnung ging jedenfalls auf: Der Artikel ist einer der meistgelesenen der Zeitschrift.

Ethische Probleme

Für die vorliegende Studie haben sich Beamte und Psychiater des Landes Nordrhein-Westfahlen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, federführend Gedanken darüber gemacht, ob sich die Meinung einer ganzen Bevölkerungsgruppe psychobiologisch manipulieren ließe, eben durch einen hormonellen Eingriff in die Hirnaktivität.

In der Tradition des europäischen Humanismus, auf der auch unsere Demokratie und unser Rechtsstaat fußen, beruht politische Meinungsbildung aber nicht auf Propaganda, Drohungen, Zwang oder gar direkten Eingriffen ins Gehirn; sie geschieht ausschließlich durch Überzeugungsversuche mit Argumenten und Gründen.

Toleranz für andere Meinungen

Wenn jemand am Ende eines solchen Diskussionsprozesses immer noch anderer Meinung ist, dann gebietet es der Respekt vor unserem kulturellen Erbe, dem Menschen diese Meinung zu lassen – darum sind Gewissens- und Meinungsfreiheit als unveränderlicher Kern unseres Grundgesetzes und unserer Gesellschaft sogar von einer Ewigkeitsklausel geschützt (Artikel 79, Absatz 3).

Daher halte ich es für sehr problematisch, wenn Beamte und Psychiater sich nicht nur Gedanken darüber machen, sondern sogar in Experimenten untersuchen, ob sich die Meinung von Bürgerinnen und Bürgern psychobiologisch beeinflussen lässt – eben durch die Gabe von Oxytocin in Kombination mit sozialem Normdruck (konkret ging es um die Information, dass die Mitglieder einer anderen Gruppe spendenwilliger waren).

Utopie des besseren Menschen

Ein besonders problematischer Vorschlag kommt von keiner geringeren als der schwedischen Bioethikerin Kathinka Evers von der Uppsala Universität …

Weiter lesen auf:

https://dieunbestechlichen.com/2017/12/gehirnwaesche-fuer-politisch-inkorrekte-erste-menschenversuche-laufen-bereits/
Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

Die Unbestechlichen

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