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Hannes Hofbauer: Ein Linker Historiker übt Kritik an der vom Großkapital gelenkten Migration

6. November 2018 | Geschichte | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | YouTube

 

Normalerweise kennt man Kritik an Migration eher vom rechten politischen Spektrum. Nun aber hat ein linker Historiker ein ganzes Buch zum Thema geschrieben. Hannes Hofbauers neues Werk „Kritik der Migration“ stellt die Frage, wer dabei verliert und wer davon profitiert. Im Gespräch mit Jasmin Kosubek erläutert Hofbauer, wie der Migrant als Deregulierer für Arbeits- und Wohnungsmarkt missbraucht wird und warum die linke Parole „No Border“ nichts anderes als eine kapitalistische Forderung ist.

„Massenwanderungen haben sowohl in den Herkunftsländern als auch den Zielländern der Migranten negative Effekte“

Migration war immer, insofern ist die Wanderung von Menschen eine anthropologische Konstante, erklärt Hannes Hofbauer. Sie ist allerdings nicht, wie viele neue Migrationsforscher nahelegen, eine Bedingung menschlichen Lebens. Die meisten Menschen sind sesshaft. Das geht auch aus einer Studie der österreichischen Akademie der Wissenschaften hervor. Danach machten sich von 1950 bis in die 2000er-Jahre jährlich 0,6 Prozent der Weltbevölkerung in die Fremde auf. Seit 2005 ist diese Zahl auf 0,9% gewachsen. Die Norm ist also der Sesshafte.

Wer also hat eigentlich Interesse daran, die Migration voranzutreiben? Die Großkapitalisten sind es. Das analysierten damals schon Karl Marx und Friedrich Engel. Denn zu ihrer Zeit fand der Massenexodus von Iren auf die angelsächsische Hauptinsel statt.Die Iren waren die Armutsmigranten. Marx schrieb, dass – „die englische Bourgeoisie das irische Elend nicht nur ausnutzt, um durch die erzwungene Einwanderung der armen Iren die Lage der Arbeiterklasse in England zu verschlechtern, sondern sie hat überdies das Proletariat in zwei feindliche Lager gespalten.“

 

 

Marx spricht hier sehr deutlich die Funktion der Migration als Lohndrückerei und Spaltung des Arbeitsmarktes an und untermauert diese nicht nur mit sozioökonomischen Argumenten, sondern auch mit kulturellen, wenn er schreibt: „Der gewöhnliche englische Arbeiter hasst den irischen als einen Konkurrenten, der die Löhne und den Lebensstandard herabdrückt.
Linksradikale, in operaistischer Tradition stehende Stimmen sehen auch heute wieder im Migranten ein revolutionäres Potential und sehnen einen „Kosmopolitismus von unten“ herbei. Wünschen kann man sich viel, die Wirklichkeit des Kapitalismus sieht allerdings anders aus, warnt Hannes Hofbauer.
„Umso unverständlicher ist für mich, wie kritisch denkende Menschen eine positive Sicht auf Migration haben können. Ich erklär mir das mit der Verwechslung des einzelnen migrantischen Schicksals, das in aller Regel ein schweres ist und dem man zugeneigt ist, zu helfen, mit der Funktion der Migration. Und diese passt haarscharf in die Anforderungen des Neoliberalismus. Der ständige Import billiger und williger Arbeitskräfte in die Zentrumsländer Europas beweist dies deutlich. Seit dem ersten Anwerbeabkommen im Jahr 1955 (zwischen Deutschland und Italien) waren es die Unternehmerverbände, die mehr Migration forderten, um damit Arbeitsmärkte sowie Arbeits- und Sozialgesetze deregulieren zu können.
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Diese brutale Form des Konkurrenzkampfes verlagern die großen Player der Wirtschaft auch in andere Kontinente. Hannes Hofbauer sieht genau dasselbe in Afrika geschehen:
„Sehen wir uns nur die sogenannten Partnerschaftsabkommen der Europäischen Union mit über 30 Staaten Afrikas und der Karibik an. Diese Freihandelsabkommen sind Marktöffner für in EU-Europa überproduzierte Waren, während gleichzeitig afrikanische Produkte nur theoretisch den Weg in den europäischen Zentralraum finden, sie sind hier nicht konkurrenzfähig. Die Folge dieser typisch neoliberalen Politik ist, dass Millionen von Menschen in Afrika und in der Karibik ihrer Subsistenzgrundlage beraubt werden. In Ghana kamen beispielsweise vor dem Partnerschaftsabkommen 95 Prozent des Geflügels von heimischen Züchtern, nach Inkrafttreten des Abkommens waren es gerade einmal 11%. Es sind die Söhne (und Töchter) dieser Bauern, die keine Überlebensperspektive mehr in ihrer Heimat haben und sich über das Mittelmeer nach Europa aufmachen. „
Massenwanderungen haben sowohl in den Herkunftsländern als auch den Zielländern der Migranten negative Effekte. Dort, wo die die Menschen weggehen (beziehungsweise weggehen müssen), fehlen gerade die Jungen, Flexiblen, Neugierigen. Es kommen ja nicht die Alten und Gebrechlichen, die einer Gesellschaft mehr Kosten verursachen, in die europäischen Zentren. Die Jungen und potenziell Produktiven gehen in den peripheren Ländern ab, gerade sie würden aber gebraucht, um ihre von Krisen oder gar Kriegen zerstörten Länder wieder aufzubauen.
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An den Peripherien sind es die oft gut ausgebildeten Fachkräfte, die Ingenieure, Ärzte oder Krankenschwestern, die es in die Zentralräume treibt. Bei herrschenden Lohndifferenzen von 8:1 zwischen Deutschland und beispielsweise Bulgarien ist das auch kein Wunder. 10% aller Ärzte in Deutschland sind nicht hier ausgebildet, sondern sie kommen aus Rumänien, Serbien oder Bulgarien. Wenn man sich vor Augen hält, dass die Ausbildung eines Arztes in Deutschland circa 200.000 bis 300.000 Euro kostet, kann man erahnen, welchen Preis die ärmeren Volkswirtschaften bezahlen und was sich der reiche Norden erspart. Das Gesundheitswesen im europäischen Südosten liegt derweil im Argen.
Willy Brandt hat 1973 einen vollkommenen Aufnahmestopp von Migranten erlassen. Würde er heutzutage dafür als rechtsradikal gebrandmarkt werden? „Warum rechtsradikal?“ Fragt Hannes Hofbauer. „Pro-Migration ist ja nicht links und Anti-Migration schon gar nicht rechts. Aber Willy Brandt will ich dennoch kritisieren. Denn sein Aufnahmestopp hat gezeigt, dass die damals als „Gastarbeiter“ bezeichneten Migranten nichts weiter waren (und auch heute noch sind) als ein Krisenpuffer.“
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