0 Hat die Kirche versagt? Der Schwert-Bischof spricht weiter | connectiv.events
Seite auswählen

Hat die Kirche versagt? Der Schwert-Bischof spricht weiter

30. Dezember 2017 | Bewusstsein | Spiritualität | connectiv.events

von Ellen Michels

Eigentlich waren wir schon fertig mit unserem Interview mit Schwertbischof Nikolaus Schneider. Aber da haben wir nicht mit dem Seelenfeuer des Bischofs gerechnet. Mit schelmischem Augenzwinkern macht er sich lustig darüber, dass manche ihn für fast schon heilig halten, während er seinen Heiligenschein gar nicht fühlen kann.

 

Seele, Erleuchtung, der Zustand des Einsseins mit dem Göttlichen und die Zugewandheit zu Gott wird schon immer und in allen Kulturen als Lichterscheinung um den Körper oder Gott dargestellt. Im Lateinischen wurde das Göttliche mit einer Lichterscheinung um den Kopf, den „Nimbus“ (Wolke) dargestellt, im Buddhistischen ist es eine Flamme über dem Haupt. Im Zoroastrismus zeigt der Strahlenkranz um das Haupt die heilige Flamme oder das heilige Licht an. In buddhistischen Ländern darf man Kindern nicht über den Kopf streicheln, auch, wenn es gut gemeint ist, denn man stört damit die göttliche Flamme über dem Haupt des Kindes. Im Griechischen heißt es „ᾶλων hálōn“ (leuchtendes Umfeld, Halo), eine lichtvolle, strahlende Umgebung, die die Erleuchtung eines Menschen und das Göttliche LIcht seiner Seele sichtbar macht.

Öffnet sich die Seele des Menschen dem Göttlichen, wird er erleuchtet. Im Mittelhochdeutschen hieß das „erliuhtunge“ (Aufleuchten). Evagrius Ponticus, ein Mönch aus dem 4. Jahrhundert, sagt, dass die Seele des Menschen dann wie ein Saphir strahlt und  leuchtet. Wenn wir in diesen Zustand kommen, so Evagrius, ist ein Engel uns nahe. „Engel werden dich begleiten und dir den Sinn der ganzen Schöpfung erschließen“ (Evagrius, Über das Gebet 80).

Diese, uns von Gott gegebene, göttliche Seele wird aber in der Finsternis der Schuld und Unwürdigkeit gefangen gehalten. Und erstaunlicherweise ist es gerade die katholische Kirche, die den Menschen im „Schuld-Bewußtsein“ hält. Von der „Erbschuld“ bis zu dem Gebet „Mea culpa, mea culpa, mea mxima culpa“ (meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld) begleitet uns dieses “ Schuld-Bewußtsein“. So besagt auch ein Gebet vor der Wandlung: „Oh, Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, doch sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund“.

Hier klingt sie an, trotz aller Schuldaufbürdung, die göttliche und unermeßlich große Liebe und Gnade Gottes. Sie verzeiht alles, wenn das Herz nur heiß ist von der Liebe zu Gott. So, wie Jesus noch am Kreuz dem ehrlich reuigen Verbrecher Dismas – an dessen Kreuz rechts neben ihm – verzeiht und ihm sagt: „Noch heute wirst Du mit mir im Paradies sein“.

In wenigen, eindrücklichen Worten erklärt Schwertbischof Nikolaus Schneider, wie unermeßlich die Gnade Gottes ist und als Einziges in der Lage, unsere Seelen zurück ins göttliche Licht zu führen.
Fürchtet Euch nicht.

Euch allen ein gutes und wunderbares neues Jahr in der Gnade Gottes!

Eure Ellen Michels.

 

 

Weiter lesen auf:

Bildredakteur:

Niki Vogt

Textredakteur:

Niki Vogt

Quelle:

connectiv.events

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This