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Bild: Christoph Jehle / telepolis

Ist Fotografie grundsätzlich rassistisch?

17. September 2017 | Politik | Geo-Politik | Psychologie | Gesellschaft | Telepolis | YouTube

Seit Ende August geistert die These durch die Lande, dass Fotografie grundsätzlich rassistisch sei, weil sie für die Wiedergabe heller Hauttöne optimiert wäre

Ausgelöst durch ein Tagesspiegel-Interview mit der Uni-Dozentin Natasha A. Kelly vom 30. August, steht der Vorwurf im Raum, dass Fotografie grundsätzlich rassistisch sei, weil sie von Anfang an auf die Wiedergabe heller Haut optimiert sei: „Wenn wir etwa die Technik der Fotografie anschauen: Die Belichtungstechnologie wurde für weiße Haut entwickelt. Das ist eine Normsetzung, wie es sie in zahlreichen anderen Bereichen auch gibt, ohne dass das vielen Menschen bewusst wäre“.

Erweitert wurde der Vorwurf, dass Fotografie rassistisch sei, in einem zweiten Artikel des Tagesspiegel am Abend des 30. August unter dem Titel Kann Technik rassistisch sein?. Auch dort hieß es, sie Belichtungstechnologie sei „für weiße Haut entwickelt worden.“ Der Vorwurf wird generell für die analoge, wie auch die digitale Fotografie einschließlich aller Wiedergabemethoden erhoben.

In Österreich war bereits im August des Jahres 2008 der Vorwurf erhoben worden, dass Hinweise für ein optimal ausgeleuchtetes Passbild rassistisch seien. Damals hingen in allen Passämtern Österreichs Beispiele für richtige und falsche Belichtung von Passbildern aus. Neben der überbelichteten Blondine, deren Haar sich im Nichts auflöste, wurde ein unterbelichtetes Bild eines Schwarzen gezeigt, dessen Kinnpartie im Schwarz des Bildes abgetaucht ist, so dass sich Kopf und Hals praktisch nicht mehr unterscheiden lassen.

Der Vorwurf, dass die Fotografie von Anfang an auf die Belichtung heller Haut optimiert war, ist jedoch höchst zweifelhaft, weil sich die Fotografie in ihren Anfangsjahren aufgrund der langen Belichtungszeiten nur mit statischen Motiven beschäftigte. Aufnahmen von bewegten Objekten wie Menschen wären unweigerlich verwackelt und hätten kein erkennbares Bild ergeben.

Das Problem der unterschiedlichen Durchzeichnung bei unterschiedlich hellen Motiven liegt im technisch bedingten maximalen Kontrastumfang der verfügbaren Aufzeichnungsmethoden begründet.

 

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https://www.heise.de/tp/features/Ist-Fotografie-grundsaetzlich-rassistisch-3830367.html
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