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Ist Milch ungesund? Fakten zur Milchhysterie

12. August 2018 | Allgemein | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Kanadas Regierung ist um die Gesundheit seiner Bürger besorgt. Die Kanadier, von denen wir hier in Europa immer noch das Image der kernigen Naturburschen pflegen, sind längst auf dem Weg der US-Amerikaner. Immer mehr Stoffwechselerkrankungen, Fettsucht, Bluthochdruck und Diabetes greifen um sich. Die Reaktion der Kanadischen Regierung: Milchprodukte aus der Ernährungspyramide streichen. Stattdessen sollen Gemüse, Obst, Vollkorn und pflanzliches Protein den Speiseplan der Kanadier bestimmen. Dabei gibt es alarmierende Statistiken, die plötzlich Milch und Milchprodukte in den Rang eines schädlichen, wenn nicht tödlichen Nahrungsmittels erhebt.

Sterblichkeitsrate der Frauen um 93% erhöht – bei drei Gläsern Milch täglich?

Milch enthält 18 von 22 essenziellen Nährstoffen, wie Kalzium, Phosphor und Vitamin D, die für die Knochenbildung besonders wichtig sind. Zur Vorbeugung von Osteoporose (Brüchige Knochen) wurde bisher empfohlen, reichlich Milchprodukte zu konsumieren. Diese Ernährungsempfehlung wird durch eine epidemiologische Studie aus Schweden (BMJ 2014; 349: g6015) teilweise in Frage gestellt. Die Studie unter Karl Michaëlsson von der Universität in Uppsala verarbeitet Daten von 61.433 Frauen im Alter von 39 bis 74 (Swedish Mammography Cohort) und 45.339 Männern von 45 bis 79 Jahren (Cohort of Swedish Men). Deren Ernährungsgewohnheiten wurden in Fragebögen erfasst und ausgewertet. Die Ernährungsgewohnheiten wurden über 22 bzw. 13 Jahre verfolgt.

Das Ergebnis: Mit steigendem Milchkonsum hatten Männer nicht weniger Knochenbrüche, Frauen verzeichneten sogar häufiger Frakturen. Bei beiden Geschlechtern geht auch ein erhöhter Milchkonsum mit er Sterblichkeitsrate einher. Der erhöhte Verzehr fermentierter Milchprodukte bewirkte jedoch das Gegenteil: Niedrigere Raten an Knochenbrüchen sowie niedrigere Sterberaten.

 

 

Bei Frauen zeigte sich eine Korrelation zwischen erhöhtem Milchkonsums bei der Mortalität und der Knochenbrüche: Mit jedem Glas Milch mehr pro Tag erhöhte sich die Sterberate um 15 Prozent und die Mortalität durch Herz- und Kreislaufkrankheiten bzw. Krebs um 15 bzw. 7 Prozent. Bei Männern, die viel Milch tranken, war ebenfalls ein Anstieg der Sterblichkeit zu erkennen, allerdings in geringerem Maß als bei Frauen: Mit mindestens drei Gläsern Milch am Tag war die Mortalität um 10 Prozent höher als bei weniger als einem Glas. Knochenbrüche im Allgemeinen und insbesondere Hüftfrakturen standen bei Männern in keinem Zusammenhang zum Milchkonsum.

Im Gegensatz zu Milch waren Käse und andere fermentierte Milchprodukte aber mit einem deutlich reduzierten Sterblichkeits- und Knochenbruchrisiko verbunden. Die Verminderung dieses Risikos war bei Frauen mit hohem Verbrauch an Käse und fermentierten Milchprodukten ebenfalls deutlich stärker ausgeprägt, als bei Männern.

D-Galactose macht den großen Unterschied

Für diesen verblüffenden, genau entgegengesetzten Effekt von Milch gegen fermentierte Milchprodukten machen die Forscher der schwedischen Studie das Molekül D-Galactose als Ursache aus. Milch ist die Hauptquelle für diesen Zucker, die Konzentration dieser Zuckerart in Joghurt und Käse ist erheblich geringer.

im Tierversuch beschleunigt dieser Milchzucker „D-Galactose“ die Seneszenz (körperliche Alterung und deren Folgen). Mit einher gehen Schäden durch oxidativen Stress, chronischen Entzündungen, Neurodegeneration und eine Schwächung der Immunabwehr. Die D-Galactose-Hypothese wird durch weitere Befunde der schwedischen Studie gestützt: Das Trinken von Milch, nicht aber der Verzehr von fermentierten Milchprodukten, war positiv korreliert mit Markern für Entzündung (Serum-IL-6) und oxidativen Stress (8-Iso-PGFF-2 alpha).

Eines aber betonen die Forscher auch: Es handelt sich um eine epidemiologische Studie (von griech. „epidēmíā nósos“ „über das ganze Volk verbreitete Krankheit“). Epidemiologische Studien sind Beobachtungsstudien am Menschen unter realen Umweltbedingungen. Es gibt vier Haupttypen von Studien mit unterschiedlicher Aussagekraft in der epidemiologischen Forschung: Kohortenstudien, Fall-Kontroll-Studien, ökologische Studien und Querschnittsstudien. Das Problem der Beweiskraft epidemiologischen Studien ist, dass eine Korrelation noch keine Kausalität ist. Ein Beispiel: Wenn eine Studie feststellt, dass in der Region X besonders viele Babys geboren werden und gleichzeit, dass dort eine hohe Population von Störchen heimisch ist, ist das kein Beweis dafür, dass die Störche die Kinder bringen.

Mit der Studie lässt sich also nicht belegen, dass der Milchkonsum tatsächlich die Ursache für den Anstieg von Mortalität und Frakturen ist. Sogar eine reverse Kausalität kann theoretisch nicht ausgeschlossen werden: dass von den Probanden deshalb viele überdurchschnittlich viele Milch trinken, weil bei ihnen bereits ein erhöhtes Osteoporoserisiko diagnostiziert wurde. Bevor Ernährungsempfehlungen geändert würden, müssten die Ergebnisse erst in einer unabhängigen Studie repliziert werden. (bs)

Diejenigen, die jetzt aus ideologischen Gründen mit der Studie als Argument gegen Milch und Milchprodukte zu Felde ziehen, lassen gern weg, dass die fermentierten Miclhprodukte, wie Käse, Joghurt, Frischkäse, Kefir usw. möglicherweise ja genau das Gegenteil von Trinkmilch bewirken (Falls Korrelation wirklich Kausalität sein sollte).  Aber auch diese Vermutung darf keine Behauptung sein.

Das Märchen von der laktoseintoleranten Weltbevölkerung

Befürworter der veganen Ernährungsweise führen immer wieder das Argument ins Feld, dass die Menschheit von Anfang an laktoseintolerant gewesen sei. Das stimmt bedingt. Die Menschen, die auf der Nordhalbkugel seit der Altsteinzeit leben, hatten nur wenig pflanzliche Nahrung zur Verfügung und haben sich mitsamt ihrem Stoffwechsel komplett im Laufe der Generationen vollkommen auf fleischreiche und milchreiche Ernährung umgestellt. Nicht nur die späteren Europäer stellten sich damals nach ein bisschen Beeren, Früchten Grassamen und hauptsächlich Fleisch aus der Jagd um auf gezähmte Haustiere, die ihnen als Fleisch und Milchlieferanten das Überleben sicherten. Auch andere Völker völlig verschiedener Rassen, die in ähnlichen Lebensräumen siedelten, haben diese Entwicklung durchlaufen und sich auf MIlch, Milchprodukte und Fleisch spezialisiert.

 

 

Die Inuit haben bis vor gar nicht langer Zeit fast ausschließlich von Fischen und Robben gelebt und waren immer sehr gesund und widerstandsfähig. Karies und kardiovaskuläre Erkrankungen waren ihnen unbekannt. Erst die moderne Ernährung mit Getreideprodukten, Zucker und allen anderen Bestandteilen brachten ihnen die Zivilisationkrankheiten.

In der Mongolei, Tadschikistan und Usbekistan leben noch heute Menschen im Gebirge, Tundra und Taiga, die sich seit mehr als zweitausend Jahre von Yakfleisch, Yakmilch und Yakbutter ernähren. Sie sind gesund und haben ebenfalls keine Laktoseintoleranz.

In Nordeuropa waren Laktoseintoleranzen bis ins zwanzigste Jahrhundert nicht bekannt und wahrscheinlich auch kaum vorhanden. Die Nordeuropäer waren genauso, wie die Nomaden in der Mongolei und die Samen und Lappen im Norden Finnlands, die Inuit und heute noch die Ahtahkakoop im Nordkanadischen Saskatchewan stark auf Fleisch und/oder Milch und MIlchprodukte für ihre Ernährung angewiesen und eingestellt. Die heute zunehmend auftretende Laktoseunverträglichkeit hat sehr wahrscheinlich in erster Linie etwas mit einem durch ungesunde Ernährung, ungesunden Zusatzstoffen im Essen, dadurch beschädigter Darmflora, aber auch der Tatsache zu tun, dass die Menschen in Europa schon seit zwei, drei Generationen durch Einwanderung immer öfter gemischte Familien gründen. Südeuropäer, wie Italiener, Spanier, Griechen trinken kaum Milch und vertragen sie auch nicht gut. Die Nachkömmlinge können die Laktoseunverträglichkeit ererben.

 

 

Das ist ja weiter kein Problem. Wer es nicht verträgt, sollte eben keine Milch trinken. Wer kein Fleisch essen will, muss es ja nicht tun. Was niemandem dient, ist verbissene Ideologie und Faktenverdreherei. Die missionarischen Veganer benutzen die oben genannte, schwedische Studie für alarmistische Panikmeldungen und lassen gern die Ergebnisse der Studie weg, die nahelegen, dass fermentierte Milchprodukte sehr förderlich für die Gesundheit  sein könnten. Umgekehrt  kehren die Fleisch-und-Milchverfechter und Anti-Veganen die Fakten vollkommen unter den Teppich, dass Trinkmilch vielleicht doch gar nicht so gesund sein könnte, wie propagiert.

Zahllosen weltanschauliche, bisweilen sogar fanatische Ernährungstrends preisen dann als Ersatz für Milch, das darin enthaltene Calcium und andere, wichtige Bestandteile von Fleisch, Eiern, Milch und Milchprodukte alle möglichen Alternativen an, die aber alles andere als natürlich und gesund sind.

Der Aufwand und der Energie- und Ressourcenverbrauch für Mandelmilch ist enorm. Oder da wird aus dern an sich leicht giftigen Sojabohne nach -zig Verarbeitungsschritten und unter großem Aufwand etwas hergestellt, was den Bedarf des Körpers halbwegs befriedigt, aber mit Natur und Gesundheit wenig zu tun hat. Dass für die Sojaproduktion massenhaft Regenwald abgeholzt wird, ist dann  plötzlich nicht mehr so wichtig. Weil Butter ja aus Milch ist und deshalb bäbä, kauft man Streichfette, die aus Pflanzenölen unter Zugabe ungesunder Chemikalien aus den Ölen halbfeste Fettpasten zaubert, die höchst ungesunde Bestandteile enthalten. Man lehnt Wurst und Fleisch ab, kauft aber dann eine wurstähnliche, zusammengepanschte Masse aus unendlich prozessiertem, gesundheitschädlichem  Zeugs. Hauptsache, es ist ideologisch erhaben.

 

 

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