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Bild oben: Venus von Willendorf-Statuette. Quelle: NHM / CC BY 2.5 . Design von Alicia McDermott

Jetzt wird’s lächerlich: Facebook zensiert berühmtes 30.000-jähriges, Frauenfigürchen als „Gefährliche Pornografie“

23. Dezember 2018 | Geschichte | Kultur | Kultur | Kunst | Musik | Psychologie | Gesellschaft | connectiv.events

Ein 30.000 Jahre altes Steinfigürchen einer üppigen nackten Frau, die als „Venus von Willendorf“ -Statuette bekannt ist, wurde von Facebook als „gefährliche Pornographie“ zensiert.

Die Venus von Willendorf ist vielleicht eine der bekanntesten Frauen der Welt. Das Figürchen einer Frau aus der Epoche des steinzeitlichen Gravettien. Als bekanntestes Fundstück Österreichs ist die Venus von Willendorf heute im Naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt.

Die rötlich-braune Skulptur ist aus Kalkstein gefertigt und ca. 11 Zentimeter groß. Die nackte Frauenfigur würde man unter heutigen Gesichtspunkten als äußerst wohlgenährt beschreiben. Sie neigt ihren Kopf leicht zur rechten Brust. Das Gesicht wurde nicht detailliert ausgearbeitet. Der Kopf trägt eine Art von Frisur oder Kopfbedeckung, indem der steinzeitliche Künstler mit schräg eingeritzten Strichen und horizontalen konzentrischen konzentrischen Linien arbeitete. Damit entstand so etwas, wie eine Lockenfrisur.

 

 

Die Venus hat ausladende Hüften und einen dicken Bauch. Das Gesäß könnte man höflich als gebärfreudiges Becken bezeichnen. Besonderes Augenmerk legte der Schöpfer der Figur auf die Geschlechtsmerkmale. So bilden zwei deutliche Einschnitte die Grenze zum Gesäß. Sowohl Vulva als auch Schamlippen sind klar herausgearbeitet.

Entdeckt wurde das Figürchen im frühen 20. Jahrhundert in der Nähe des österreichischen Dorfes Willendorf. Seither ist dieses aus der Steinzeit stammende Artefakt der heilige Gral der prähistorischen Kunst und weltweit bekannt. Nicht aber offenbar bei Facebook, denn jetzt wurde es auf Facebook als „gefährliche Pornographie“ zensiert! Laura Ghianda, die das verbotene Bild gepostet hat, kann es gar nicht fassen, schreibt die britische Daily Mail.

Ja, richtig gelesen.

 

 

Der Generaldirektor des Naturhistorischen Museums in Wien, Christian Koeberl, sagte gegenüber den Medien, dass die 11 Zentimeter kleine Statue aus der frühen Steinzeit „die Ikone des Museums“ sei und die „am meisten bekannte und populäre prähistorische Darstellung einer Frau weltweit“ sei, heißt es weiter in der Daily Mail .

 

Seitliche Ansicht der Venus von Willendorf, Bildquelle: Wikipedia, MatthiasKabel, Bildlizenz: CC-BY-SA 3.0

 

 

Hinteransicht der Venus von Willendorf, Bildquelle: Wikimedia Commons, Vassil, Public Domain

 

 

Die Geschlechtsorgane sind sehr klar und korrekt ausgearbeitet. Ob der steinzeitliche Künstler auf sehr füllige Frauen stand, oder sollte hier eine Fruchtbarkeitsgöttin verherrlicht werden? Bildquelle: WIkimedia commons, MatthiasKabel, Bildlizenz: CC-BY-SA 3.0

 

Das lächerliche Zensur-Fiasko begann Ende Dezember, als die italienische Kunstaktivistin Laura Ghianda ein Bild der Venus von Willendorf auf Facebook postete. Erfreut stellte sie fest, dass der Beitrag viral wurde – aber dann verschwand er, als ob er nie existiert hätte. Ghianda war ziemlich fassungslos, als ihr Post als „gefährlich pornografisch“ einfach wegzensiert wurde.

Die Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums Wien pflichteten Ghiandas Entsetzen über Facebooks ignoranter Zensur bei und äußerten ebenfalls ihr Unverständnis. Laut der Daily Mail hieß es in einer Erklärung des Museums: „Wir glauben, dass ein archäologisches Objekt, insbesondere ein dermaßen ikonisches, nicht wegen „Nacktheit“ von Facebook wegzensiert werden darf, wie das überhaupt mit keinem Kunstwerk geschehen sollte.“

 

 

Es kann ja einfach nicht wahr sein, dass dieses seltene und unbezahlbare prähistorische Fruchtbarkeitssymbol nach 30.000 Jahren „Nacktheit“ nun plötzlich als „gefährlicher Porno“ zensiert wird. Ist unsere Kultur auf ein so schockierend niedriges, ungebildetes, primitives Niveau abgesunken, dass es tatsächlich Menschen gibt, die vor uralten Steinfigürchen geschützt werden müssen? Wahrscheinlich hat ein Such-Algorithmus die Statuette als potentielle Pornographie eingeordnet und dann hat  ein Team von ungebildeten Zensur-Halbgöttern einfach etwas weggelöscht, mit dem er oder sie nicht einverstanden war.

 

 

Kürzlich geleakte Dokumente darüber, wie Facebook mit „gewalttätigen, verletzenden und belästigenden Inhalten“ umgeht, wurden umgehend im Guardian veröffentlicht und zeigten die Herausforderungen auf, denen Facebook durch die Überwachung von fast 2 Milliarden Nutzern ausgesetzt ist. Der Bericht des Guardian zeigte deutlich auf, wie „stressig und schnell“ die Moderatoren von Inhalten bei Facebook arbeiten und reagieren müssen. „Sie haben oft nur 10 Sekunden Zeit, um etwas zu überprüfen, und die Richtlinien, die bestimmen, was auf der Website akzeptabel ist, sind nicht immer sinnvoll.“

Das ist alles schön und gut, Herr Zuckerberg, aber was wirklich seltsam ist: Auch, wenn ein überstrapazierter 20-jähriger den Post der Steinzeitdame zunächst unsinnigerweise als „gefährliche Pornografie“ verboten hat, hätte doch ein einfacher Knopfdruck diese Fehlentscheidung beheben können. Da keine solche Korrektur vorgenommen wurde, wissen wir jetzt, dass irgendjemand in einem kalifornischen Think Tank irgendwo im Facebook-Hauptquartier einfach entschieden hat, dass die „Venus von Willendorf“ tatsächlich „gefährlich pornografisch“ ist.

 

 

 

Facebook wird zunehmend für seine Zensurierei kritisiert und seine Doppelmoral könnte nicht deutlicher zutage treten: Nur wenige Wochen vor dem verbotenen Post veröffentlichte das Naturhistorische Museum Wien einen wirklich fetzigen Post mit dem Titel „Steinzeitpornographie“. Und es kam kein einziger Pieps von Facebooks Schlächtern! Direkt vor der Haustür von Facebook in San Francisco baute der Künstler Marco Cochrane für die Wiederholung des Burning Man Festivalkünstlers 2010 die berühmte nackte Bliss Dance-Skulptur, die im Mai 2011 auf Treasure Island installiert wurde. Diese Statue hat unzählige Millionen Besucher angezogen und Facebook ist voll von Bildern dieses Stücks moderner Kunst. Da macht die nackte Frau überhaupt kein Problem, egal, wie riesig sie ist und wie nackt sie ist.

 

‘Bliss Dance’ eine Skulptur von Marco Cochrane, Treasure Island 2011-2015. Bildlizenz: CC BY 2.0

 

EIn Artikel der Washington Post zitierte Mary Anne Franks, eine Professorin an der University of Miami School of Law: „Facebook und seine Nutzer sollten sich nicht damit abfinden, wie ein privates Unternehmen, das einen kostenlosen Dienst betreibt, mit dem „First Amendment“ der US-Verfassung umspringt.“ Ziemlich unverblümt und fast amüsiert bringt Professor Franks genau das zum Ausdruck, was Herr Zuckerberg wahrscheinlich denkt: „Das ist mein Spiel, und ich lasse Sie umsonst spielen, also werde ich damit machen, was ich will.“ Und wenn die Worte dieses Kultur-Megastars bis in alle Zeit gelten würden, würden unsere Kindeskinder niemals die „Venus von Willendorf“ sehen, und sogar  noch dafür bestraft werden, dass sie den Namen dieser „alte Torte“ auch nur erwähnt haben.

 

 

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