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Gasflamme, Bild: pixabay

Kältewelle: Nur noch 8% Sicherheit, dann drehen Sie Privathäusern das Gas ab

6. März 2018 | Psychologie | Gesellschaft | Wirtschaft | Finanzen | Schlüsselkindblog

Die Temperaturen steigen und die Menschen freuen sich auf den bevorstehenden Frühling. Dennoch kann es für die Gasverbraucher nocheinmal richtig eng werden, sollte es wider Erwarten eine neue Frostperiode geben, denn die Gasspeicher sind mittlerweile beängstigend leer.

Gashändler greifen schon jetzt massiv auf ihre Reserven in unterirdischen Speichern zurück, weil die Einfuhr nicht mit der aktuellen großen Nachfrage standhalten kann. Die anhaltende Frostperiode haben die Mainstream-Meterologen nicht voraus gesehen und die Verantwortlichen womöglich schlecht beraten, sodaß die Speicher aktuell nur noch zu 28 Prozent gefüllt sind. Das schreibt nach Informationen der EU-Gasspeicherbehörde (Gas Infrastructure Europe, GIE), die stets gut vernetzte Bild-Zeitung.

Uniper-Chef Klaus Schäfer erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“: „Wir können froh sein, dass wir zu Beginn dieser Kälteperiode solide Füllstände in den deutschen Gasspeichern hatten.“ Die Speicher werden meist im Sommerhalbjahr befüllt und in der Heizperiode teilweise entleert, aber es wird Es wird durchaus eng“

Dass die Vorräte bedrohlich schrumpfen, zeigen die Daten der EU-Gasspeicherbehörde. Nach aktuellen Informationen seien die deutschen Gasspeicher nur noch zu knapp 28 Prozent gefüllt. Das kann für viele Deutsche die mit Gas heizen, noch ungemütlich werden, denn mit dem Füllstand sinkt auch der Druck: Erreicht der Füllstand die 20 Prozent Marke und niedriger wird die Versorgung von Privathäusern mit Gas eingestellt.

Im letzten Jahr lag der Gasspeicherstand nach Angaben der „Bild“  im Vergleichszeitraum noch bei 39,5 Prozent, ein Jahr davor 2016 sogar bei satten 66 Prozent. Das erstaunt, denn der russische Gas-Lieferant Gazprom liefert angeblich so viel Erdgas nach Europa, wie nie zuvor, so die offiziellen Angaben. Schäfer besorgt: „Es wird zwar durchaus eng, aber die Speichermengen reichen noch aus.“ Voraussetzung sei allerdings, dass Deutschland nicht noch von einer weiteren späten Frostperiode erwischt werde.

Auch die Amerikaner leiden unter einer anhaltenden Frostperiode, so haben heftige Schneefälle und Sturm an der Ostküste in vielen Gegenden zu Chaos geführt. Temperaturen bis zu 30 Grad unter null waren keine Seltenheit. In den amerikanischen Medien war allerdings nicht davon zu lesen, dass Privathäuser vor einer Versorgungseinstellung stehen könnten, sollte die Dauerkältewelle dem Frühling nicht rechtzeitig weichen.

Unterdessen vertieft sich der Gas-Streit zwischen der Ukraine und Russland. Die ehemaligen Partnerländer steuern auf einen kompletten Abbruch ihrer Lieferbeziehungen zu. Der russische Energieriese Gazprom kündigte russischen Agenturen zufolge an, er habe damit begonnen, eine Auflösung der Verträge mit dem ukrainischen Staatskonzern Naftogaz vorzubereiten. Naftogaz erklärte sich zu Gesprächen mit Russland unter Vermittlung der EU bereit, wie Medien aus Kiew berichteten. Die Ukraine wollte trotz anhaltender diplomatischer Verstimmungen im März erstmals seit zwei Jahren wieder Gas aus Russland zum Eigenverbrauch kaufen, berichtet „cash.ch„. Mangels gültiger Verträge, verweigerte Gazprom allerdings seit längerem die Lieferung an die Ukraine.

Der aktuelle Streit passt zu einer Entscheidung eines Schiedsgerichts in Stockholm. Dieses hatte Gazprom zur Zahlung von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro an Naftogaz verpflichtet. Russland habe angeblich weniger Gas durch das Nachbarland geleitet, als wie vereinbart. Die Ukraine erhielt die Auflage, 2018 mindestens fünf Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas zu kaufen.

Gas-Engpässe in Europa

Gazprom sieht sich vom Gericht übervorteilt. Bereits am Freitag hatte der Konzern angekündigt, die noch bis Ende 2019 geltenden Verträge mit Naftogaz aufzulösen.

Das führt wiederum zu Sorgen in der EU, denn die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Erdgas nach Westeuropa. Der russische Gaskonzern Gazprom hatte bei früheren Streitigkeiten zwischen Moskau und Kiew , vorübergehend die Lieferungen in die Ukraine eingestellt, so gibt es in der EU die jetzt Sorge, dass es zu Engpässen kommen könnte. Dass die Gaspeicher bei den im Vergleich zu früheren Jahren in Kälteperioden beinahe leer sind und die EU-Bürger auf die drohende Gas-Knappheit in den Medien nicht ausreichend informiert wurden, lässt Rückschlüsse auf Verstimmungen durch die überflüssige Sanktionspolitik gegen Russland vermuten.

Der Transit nach Europa sei trotz des Streits gesichert, heisst es aber trotzig aus Kiew. Auch Russlands Energieminister Alexander Nowak versprach der EU-Kommission in einem Telefonat, es gebe vorerst keinen Grund zur Sorge. „Bis zur gerichtlichen Auflösung des Vertrags zwischen Gazprom und Naftogaz ist der Gastransit über die Ukraine nicht gefährdet“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

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