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Die Kakaofrucht, ein Geschenk der Götter

Kakao: Zwischen Wasserverschwendung, Existenzsicherung, Ökologie, Genuß und Gesundheit

21. Mai 2018 | Gesundheit | Ernährung | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Von Niki Vogt

Die Warenvergleich.de-Redaktion hat für 28 Lebensmittel recherchiert, wie viel Wasser bei deren Herstellung verbraucht wird und kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Das Lebensmittel mit dem höchsten Wasserverbrauch ist Kakao. Für die Produktion von einem  Kilo Kakaobohnen muss die unvorstellbare Menge von 27.000 Liter Wasser aufgewendet werden.
  • Auch die Fleischherstellung benötigt viel Wasser: Rindfleisch benötigt neben großen Flächen pro Kilo 15.490 LiterWasser, Schweinefleisch 4.730 und Geflügel 4.000 liter pro erzeugtem Kilo.
  • Das am wenigsten wasserintesive Lebensmittel ist die Tomate mit nur 110 Liter Wasser pro Kilo.
  • Die zehn Lebensmittel mit dem niedrigsten Wasserverbrauch sind Gemüse und Obst. Darunter sind karotten und Kartoffeln.

Schlechte Nachricht für Naschkatzen und Schokoholics?  Eine aktuelle Statistik zeigt auf, dass zu den Top-5 Lebensmitteln mit dem höchsten Wasser-Verbrauch auch Schokolade und Kaffee gehören.

Die Rangliste des Wasserverbrauchs für die Herstellung von Lebensmitteln schein auf den ersten Blick keine gute Nachricht für Schokolandeliebhaber und Kakaofans zu sein. Die dafür benötigten Kakaobohnen sind ausgerechnet der Bestandteil von Kakao, der den allerhöchsten Wasserverbrauch fordert: Die Ernte und Weiterverarbeitung Samenkörner der Kakaopflanze zu einem Kilo verwendbarer Kakobohnen verschlingt 27.000 Liter Wasser.

Die Mayas und Azteken erfanden den Trunk „Xocolatl“

Kakao war den Mayas und Azteken ein Geschenk der Götter. Die Schokolade, die erst sehr viel später daraus hergestellt wurde, ist ein klassisches Geschenk der Liebe, dem sogar aphrodisierende, aber auch tröstende, den Liebeskummer stillende Eigenschaften nachgesagt werden. Sie enthält tatsächlich Serotonin, das gegen Depressionen wirkt. Grundbestandteil der Schokolade sind die Samenkörner der Kakaofrucht, die so genannten Kakaobohnen. Der Kakaobaum wurde vom Botaniker Linné bereits im 18. Jarhundert mit dem Namen Theobroma cacao, was so viel heißt wie „Nahrung der Götter“, in die wissenschaftliche Systematik aufgenommen.

Kakaobohnen waren bei den Ureinwohnern Mexikos, den Mayas und Azteken und deren Vorfahren als Tausch- und Nahrungsmittel hoch geschätzt. Sie wurden gemahlen und als bitter-scharfes Getränk mit dem Namen „Xocolatl“ zubereitet. Das indianische Kakaogetränk wude mit Wasser und nicht, wie bei uns, mit Milch zubereitet. Außerdem blieb es ungesüßt und zum traditionellen Rezept  gehörten darüberhinaus auch noch scharfe Pepperoni und Vanille. Der  spanische Eroberer Cortez lernte im 15. Jh. dieses chocolatl-Rezept beim aztekischen Herrscher Montezuma kennen. Er schickte es nach Spanien, aber dort blieb es ein hundert Jahre lang geheim gehaltener  „Zaubertrunk“. Aber auch, als es dann benutzt wurde, war es wegen seines scharfen und bitteren Geschmacks überhaupt kein Erfolg. Erst im 17. Jh. trat das braune Getränk seinen Siegeszug an, es entstand das beliebte Luxusgetränk „Trinkschokolade“, indem der Kakao durch den Zusatz von Zucker, und Milch und unter Weglassen der Chilischoten zu einem Milden, weichen Genuss wurde.

Kakao und Schokolade in Europa

Durch die weißen Kolonisatoren wurde das Kakaopulver zur „Kolonialware“ in Europa und später Nordamerika, und so wurde der Kakaobaum überall dort angebaut, wo das Klima ihn gedeihen ließ, also in den Tropen von Südostasien und Afrika. Mit Beginn der industriellen Verarbeitung der Kakaobohnen zu Kakaopulver und Kakaobutter wurden auch neue Rezepturen und Einsatzmöglichkeiten gefunden und so wurde die feste Schokolade erfunden. Das Mundgefühl und der Geschmack von Schokolade haben das zart-schmelzende, verführerische Produkt, das es in unzähligen Varianten gibt, weltweit beliebt gemacht. Dann begann man, neue Schokoladenprodukte mit eingeschlossenen Mandeln, Rosinen und Nüssen zu entwickeln, man erfand Nougat als Schokoladen-Alternative und Füllung. Die Eigenschaften der Schokolade als Überzug und Umhüllung von Füllungen brachte die Pralinen hervor.

Heute besinnt man sich auf „neue“ Schokoladenprodukte. Die Chocolatiers, in Anlehnung an die indianische Überlieferung, besinnen sich wieder auf das Originalrezept und kreieren Pralinen, Schokolade oder Kakaopulver mit Chili und anderen Würzzutaten.

Der Kakaobaum

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) stammt aus dem nördlichen Südamerika. Er wird nur ungefähr 8 m hoch und ist damit ein kleiner Urwaldwaldbaum. Er vertägt weder Trockenheit noch Kälte oder Wind und auch keine Staunässe. Deshalb gedeiht er am besten inmitten eines möglichst naturnahen Regenwaldes, der Beschattung, Windschutz, humusreichen und lockeren Boden sowie ein tropisches Wald-Mikroklima bietet, also gleichbleibend hohe Luftfeuchte und Temperatur.

Die Blätter sind bis zu 25 cm lang und saftig-grün, die Pfahlwurzeln der kleinen Bäume reichen 2 m tief. Kakao bildet seine Blüten und Früchte direkt am Stamm und an den großen Ästen (Bilder rechts und oben). Man nennt dies Stammbürtigkeit oder Kauliflorie.

Die Bestäubung der sich das ganze Jahr hindurch bildenden tausenden von kleinen Kakaoblüten (Bild rechts oben) erfolgt durch winzige Insekten, die natürlicher Weise im organischen Waldboden leben. Nur 1 bis 5 % der Blüten werden zu einer Kakaofrucht. Ein guter Kakaobaum bildet je nach Klima in 6 Monaten ca. 50 bis 150 Früchte mit je nach Sorte sehr unterschiedlicher Form und Farbe. Im Inneren der festen Schale liegen ca. 20 bis 60 Samen, die von einer weißen, sehr schmackhaften Fruchtpulpe umgeben sind. Diese „Kakaobohnen“ sind 2 bis 4 cm lang und wiegen 1 – 2 Gramm. Wen die Pflanze und ihre Eigenarten interessieren, der kann sich das am Rheinufer in Natura im Kölner Schokoladenmuseum anschauen.

Der Wirtschaftsfaktor Kakao und die Nachhaltigkeit und Umwelt

Anläßlich des diesjährigen 25jährigen Jubiläums des Schokoladenmuseums richtet das Musseum übrigens gemeinsam mit dem Institut für Ökonomie und Ökumene, Südwind e.V., eine internationale Fachtagung zum Thema „Nachhaltiger Kakaoanbau“ aus. Denn der Kakaosektor steht weiterhin vor großen Herausforderungen, insbesondere in den Hauptanbaugebieten Westafrikas. Der massive Rückgang der Kakaopreise ab Ende 2016 hat die Situation der meisten kakaoanbauenden Haushalte weiter verschlechtert, da deren Einkommen sinken. Dies könnte die im Rahmen von Nachhaltigkeitsprojekten erzielten Fortschritte rückgängig machen – oder hat dies bereits getan. SÜDWIND analysiert derzeit die Relevanz von ILO-Konventionen für den Kakaosektor. Dabei wird auch die Situation von abhängig Beschäftigten auf den Plantagen sowie von Saisonkräften und Sharecroppern betrachtet.

Ganz so einfach, wie es sich die Stiftung Warenvergleich.de macht, ist es allerdings nicht. In der Tat verschlingt die Produktion von Kakao viel Wasser. Andererseits verlangt der Kakaobaum ein sehr intaktes, natürliches Umfeld. (In Monokulturen wird er auch angebaut,das erfordert allerdings viel Aufwand.) Daher sind Kakaoplantagen meistens unter den Agrarflächen mit die Umweltfreundlichsten und Nachhaltigsten. Die Kakaopflanze brauche das Blätterdach eines Urwaldes und ebenfalls die Bodenzusammensetzung, eines Naturwaldes. Die kleinen Insekten, die nötig sind, um die winstigen Blüten des Kakaobaumes zu bestäuben, können ebenfalls nur leben und sich vermehren in einer Umwelt, die viele Faktoren für diese Insekten bietet. Kakaoplantagen bieten also einen Raum füür vielfältige Lebensformen. Sicher nicht soviel, wie ein völlig unberührter Regenwald, die Alternativen für die dort lebenden Menschen wären aber wesentlich naturdestruktiver.

Solche Rechenbeispiele haben immer einen Hinkefuß. Wurde statt der Kakaoplantage einfach alles gerodet werden und vielleicht irgendwann Steppe, weil die Natur vor der menschlichen Gier kapituliert, wäre der Wasserverbrauch nahe Null, gewonnen wäre nichts. Eine Kakaoplantage erhält als notwendige Grundlage zur Kakaoproduktion einen naturnahen Wald, der jederzeit verwildern würde, käme die Kakoproduktion zum Erliegen. Alles Wasser, was dieser Kakao-Regenwald benötigt, wird in den Wasserverbrauchsrechnungen mit eingeschlossen, was das Bild enorm verfälscht. Und die Einheimischen haben ein Einkommen, was relativ gesehen zu anderen Agrarformen, wenig Schaden anrichtet.

Es gibt allerdings auch Anpflanzungen, die zwar mehr Erträge bringen, aber Monokulturen sind. Im Prinzip gibt es drei Arten von Kakaoanbau:

  • Extensiv unter natürlichem Wald, der von sogenannten schädlichen Bäumen (2) gesäubert wurde, bzw. in den Schneisen geschlagen wurden. Hier sind weder Bewässerung noch Düngung oder Pflanzenschutzmaßnahmen mit chemisch-synthetischen Mitteln erforderlich.
  • Unter oder zwischen angepflanzten Schattenbäumen mit eigenem Nutzwert, also beispielsweise Kokospalmen oder Bananen.
  • Intensiv auf gerodetem Land in voller Sonne mit Pflanzweiten von 3,5 Metern. Hier sind intensive Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Zudem müssen wegen des Fehlens der bestäubenden Insekten die Kakaoblüten von Hand bestäubt werden. Die Erträge solcher Plantagen sind höher.

Letztere Methode ist natürlich, wie Palmölplantagen auch, höchts bedenklich und naturdestruktiv. Statt den Kakaoabau einfach zu verteufeln, sollte es auf der Verpackung eine Information geben, in welcher Form der Kakaoanbau betrieben wird, so, dass der Käufer damit die nachhaltige, naturnahe Produktion fördern kann. Das würde sehr bald zu einer Umgestaltung der Anbaumethoden hin zu den naturnahen führen.

Kakao enthält Magnesium

Der Magnesiumgehalt in Kakao zählt nicht umsonst zur weltweit höchsten pflanzlichen Magnesiumquelle. Magnesium ist ein wichtiger Energielieferant für unsere Muskeln und unterstützt den Knochenaufbau. Besonders unser Herzmuskel profitiert davon und die Herzgesundheit wird gefördert. Außerdem wird durch den hohen Magnesiumanteil in Kakao, die Gehirnleistung erhöht und der Stoffwechsel reguliert. Wer sich mal wieder antriebslos oder müde fühlt, probiert es mit einem Stück rohem Kakao! Besonders die Mädels unter uns sollten öfter darauf zurückgreifen. Die krampflösende und entspannende Wirkung von Magnesium, erklärt so vielleicht den instinktiven Schokoladenkonsum während der Periode. (Wir können also gar nichts dafür!)

Kakao enthält Antioxidantien

Kakao ist voll von lebenswichtigen Antioxidantien. Er ist besonders reich an antioxidativen Flavanolen und übertrifft damit sogar Lebensmittel wie die Blaubeere und den grünen Tee. Antioxidantien bekämpfen die freien Radikale im Körper und schützen unsere Körperzellen somit vor Schäden und frühzeitiger Alterung. Sie senken außerdem den Cholesterinspiegel, schützen vor einer Arterienverkalkung und können das Schlaganfall- und Krebsrisiko senken.

Wenn ihr dem Kakao bei der Zubereitung Milch oder Zucker hinzufügt, können dabei wertvolle Antioxidantien verloren gehen, da durch die Milch die Aufnahme der wertvollen Nährstoffe blockiert wird. Genießt den Kakao also lieber in roher Form. Der Mix aus Ballaststoffen, gesunden Fettsäuren und Antioxidantien schmeckt nicht nur super schokoladig, sondern ist auch noch ideal für die Fettverbrennung. Alternativ könnt ihr damit auch Euer Müsli verfeinern oder einen leckeren Smoothie mit Bananen, Pfirsich oder Birne zaubern.

Kakao enthält Calcium

Auch der hohe Calciumgehalt in Kakao, macht diesen zu einem gesunden Superfood. In 100 g rohem Kakao befinden sich bereits 160 mg Calcium, in der gleichen Menge Milch hingegen nur 125 mg. Unser Körper benötigt Calcium besonders für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Auch für die Kontraktionen der Muskulatur, die Blutgerinnung und für die Übertragung von Nervenimpulsen beweist sich der Kakao als absoluter Energielieferant.

 

Kakao enthält Eisen

Neben Calcium steckt auch jede Menge Eisen in rohem Kakao. Mit 7,3 mg Eisen pro 100 g schubst der Kakao sogar Lamm- und Rindfleisch und Spinat vom Thron. Das Spurenelement ist zuständig für die Bildung von roten Blutkörperchen und sorgt für einen besseren Sauerstofftransport im Körper.

Tipp: Um die bestmögliche Wirkung des hohen Eisengehaltes ausschöpfen zu können, solltet ihr den Kakao in Kombination mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln genießen. Besonders viel Vitamin C steckt zum Beispiel in Kiwis, Orangen und Paprika.

 

Kakao enthält wertvolle, ungesättigte Fettsäuren

Aber sind Fette nicht eigentlich schlecht für den Körper? Nein, unser Körper braucht sie sogar um zu funktionieren! Einen Teil der Fette stellt der Körper selbst her, andere muss er durch die Nahrung zu sich nehmen. Besonders die Ölsäure ist in rohem Kakao vermehrt enthalten. Diese einfachen ungesättigten Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel und sorgen außerdem für eine gesunde Herzfunktion.

Um seine volle gesundheitliche Wirkung zu entfalten darf der Kakao nicht über 42 Grad erhitzt werden. Damit der Kakao auch wirklich gesund bleibt, solltet Ihr ihn auf jeden Fall in roher Form genießen und nicht auf den handelsüblichen Kakao zurückgreifen. Dieser wird nämlich in der Regel auf über 130 Grad erhitzt und dabei gehen die vielen wertvollen Inhaltsstoffe im Kakao verloren!

 

Wir Deutschen sind sowieso schon Wassersparer und: Kakao macht einfach glücklich!

Laut Angaben der OECD werden in Deutschland jährlich ca. 400 Kubikmeter Wasser pro Kopf verbraucht. Damit sind die Deutschen relativ sparsam und landen auf Platz 17 weltweit. In der Schokolade ist außerdem noch Serotonin drin, ein Hormon, das der Körper sowieso selber herstellt und das auch zusammen mit Melantonin für einen guten Schlaf sorgt. Also dürfen wir uns schon einfach mal einen Kakaogönnen oder ein bisschen Schokolade naschen!

 

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