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Ölpalmenplantage, Bild: Pixabay

Kampf den Umweltlügen der Konzerne

23. Februar 2018 | Natur | Umwelt | Politik | Geo-Politik | NDR

Die Umwelt lässt sich so leicht retten, man muss nur die richtigen Produkte kaufen – das suggerieren einige Konzerne. Sie preisen ihre Produkte als „nachhaltig“, „fair“, „natürlich“ oder „umweltschonend“ an und geben sich selbst ein „grünes“ Image. Greenwashing nennt man das. Regisseur Werner Boote und Autorin Kathrin Hartmann decken jetzt in dem Dokumentarfilm „Die grüne Lüge“ und dem gleichnamigen Buch solche Umweltlügen auf. Aber es geht nicht nur um Unternehmer, auch die Politik ist mitverantwortlich: Statt strenge Vorgaben zu machen, verlässt sie sich auf freiwillige Versprechungen, die nicht einklagbar sind.

Nachhaltigkeit – bloß ein schönes Wort?

„Wir können eine gerechtere und nachhaltigere Welt für uns alle schaffen“, heißt es in einem Werbespot von Unilever. „Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Strategie“, tönt Ikea. Nachhaltigkeit – ein schönes Wort. Ein Beispiel: Palmölplantage. Artenreicher, wertvoller Urwald wird zerstört, dafür kommt wasserintensive Monokultur. Ein ökologisches Desaster, auf immer größeren Flächen. Und wie wird es verkauft? Genau: als nachhaltig.

„Mittlerweile benutzt diesen Begriff jeder, weil der natürlich auf keine Art und Weise geschützt ist“, erklärt Kathrin Hartmann. „Das kann alles Mögliche sein. Es gibt Gründe, warum man von nachhaltigem Palmöl spricht und nicht von ökologisch und sozial gerechtem Palmöl. Denn: Das gibt es nämlich nicht.“

Der Kunde soll es richten und hat Schuld, falls es nicht klappt

Ein Werbeclip des weltgrößten Palmölverbrauchers Unilever wird flankiert vom WWF. Ein selten wehmütiger Abgesang auf den Wald. Ein Schuldeingeständnis? Nö – der Kunde soll es richten. „Du bist der Einzige, der helfen kann“, heißt es dort. „Das ist ja das Problem dieser grünen Lügen, weil sie alles zu einer individuellen Konsumentscheidung machen“, so Hartmann. „Und dass sie uns als diejenigen hinstellt, die Schuld haben.“

Täglich werden wir mit leeren Versprechungen und Beschönigungen manipuliert, heißt es im Film „Die grüne Lüge“. Alles werde besser, konsumiert fröhlich weiter. Gegenbeispiel Palmöl: Es steckt nicht nur in Biosprit, sondern auch in vielen unserer Süßigkeiten. Ein Aktivist in Indonesien erzählt von den Folgen des Palmöl-Anbaus durch Großkonzerne: „Menschenrechtsverletzungen. Gewalt gegen Bauern und Gemeinden. Vertreibungen, Umweltzerstörung und Armut.“

Ernte: Früchte der Ölpalme, Bild: Pixabay

Ethisch kriminell, juristisch nicht

„Es gibt selbstverständlich Konzerne, die auf eine Art und Weise wirtschaften, die kriminell sind – ethisch betrachtet kriminell sind, juristisch halt eben nicht“, sagt Hartmann. Seit Jahren recherchiert sie zum Thema Greenwashing, sie hat das Buch dazu geschrieben. Sie sieht immer mehr verwirrende Informationen und aussagelose Zertifikate, besonders in der Modeindustrie.

Modeindustrie: Freiwilliges Bündnis statt härterer Gesetze

Werbeclips suggerieren, die Meere werden gereinigt, weil Plastikmüll zu Mode verarbeitet wird – passiert nur zu Bruchteilen. Recyceln? Gut fürs Gewissen, aber unser Megakonsum an ständig neuen Klamotten bleibt. Eine ökologische wie soziale Katastrophe in den Herstellungsländern. Um die Bedingungen dort zu verbessern, setzt das Entwicklungsministerium auf ein freiwilliges Textilbündnis statt härterer Gesetze. Mitmachen muss niemand.

Kleiderfabrik in Bangla Des, Wikimedia Commons, Foto: Mona Mitjthab, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic

 

Wegen der Regierungsfindung in Berlin konnte sich Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nur schriftlich äußern: „Bündnisse und Siegel sind ein wichtiger erster Schritt. Das Textilbündnis hat 150 Mitglieder. Darunter auch Branchenriesen. Sie alle haben sich verpflichtet, ihre Unternehmen in den Bereichen Sozialstandards, Chemikalien und nachhaltigen Naturfasern nachweisbar zu verbessern. Bei jedem einzelnen von uns muss es ‚Klick‘ machen. Denn wir alle können für Nachhaltigkeit etwas tun. Zum Beispiel bei unserem täglichen Einkauf.“

Das sieht Kathrin Hartmann anders: „Es darf nicht die Entscheidung von uns individuell sein, zu sagen: Ich kaufe dies und jenes nicht mehr, damit dies und jenes nicht mehr passiert, sondern ich muss mich doch drauf verlassen können, das Dinge, die ich brauche, so hergestellt sind, dass Menschenrechte nicht verletzt werden und die Umwelt nicht zerstört wird. Da muss es doch Regeln und Gesetze für geben. Und da wird dann in Deutschland groß rumgetan mit einem Textilbündnis und einem Textilsiegel, das wieder nur im Prinzip der Industrie nützt, alles auf die lange Bank zu schieben.“

„Die grüne Lüge“ fordert: Mündige Bürger statt passive Konsumenten

„Die grüne Lüge“ zeigt prägnant: Wenn wir immer mehr verbrauchen, hilft es auch nicht, wenn das einzelne Produkt etwas weniger umweltschädlich hergestellt wird. Dazu gehören auch Technikverheißungen wie das E-Auto, in dem umweltschädliches Lithium steckt und dessen Strom auch aus Kohle erzeugt wird. Die Botschaft von Buch und Film: Wir müssen als mündige Bürger agieren und vehement Gesetze einfordern. Für eine Welt, die überleben kann.

Kathrin Hartmann: „Die eigentliche Lüge ist, dass es so weitergehen kann wie bisher, dass wir reichen Länder im Norden oder in den kapitalistischen Zentren weiterhin ein irres Wachstum haben können, einen irren Konsum, eine wahnsinnig hohe Mobilität haben können und dass das ohne Folgen bleibt.“

Ein Mann steht in einem abgebrannten Regenwald. © Werner Boote

Die grüne Lüge

Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2017
Produktionsland: Österreich/Deutschland/ Brasilien/Indonesien/USA
Regie: Werner Boote
Länge: 97 Min.
Kinostart: 22. März 2018

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Quelle:

NDR

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