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Krankenhäuser werden kaputtgespart: Ein Drittel macht Verluste

1. Juli 2018 | Gesundheit | Ernährung | Politik | Geo-Politik | Wirtschaft | Finanzen | Die Unbestechlichen

Es gibt wieder eine Studie zur Lage der Krankenhäuser. Roland Berger hat die Krankenhaus-Studie 2018 erstellt, aber noch nicht veröffentlicht. Die alte Malaise der defizitären Krankenhäuser hat sich leicht verschärft: 32% der Kliniken machen dieses Jahr nach den Erwartungen ihrer Leiter Verluste, im letzten Jahr waren es 31%.

Die Kliniken machen die fehlenden öffentlichen Fördergelder für ihr Minus verantwortlich. Die jeweiligen Bundesländer und die Krankenkassen sind die Geldgeber der Kliniken, wobei die Behandlung der Patienten von den Krankenkassen und -versicherungen bezahlt werden und die Verwaltung, Gebäudeinstandhaltung und andere Kosten der Infrastruktur von den Bundesländern.

Die Krankenhäuser versuchen natürlich durch bessere Auslastung ihr Minus abzubauen oder in die Gewinnzone zu kommen, was oft zu dem Vorwurf führt, es würden Therapien und teure Operationen gemacht, die eigentlich nicht nötig wären, nur um Geld in die Kassen zu bekommen. Auch die Roland Berger-Studie lässt dies anklingen: Alle Klinik-Manager versuchten, ihre „stationären Erlöse“ zu erhöhen, also mehr Patienten zu behandeln und mehr zu operieren. In Deutschland werde, so die Studie, „aus wirtschaftlichen Motiven häufiger als in den Nachbarländern am Knie, der Hüfte oder dem Rücken operiert.“

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit einer neuen Gesundheitsreform den Pflegenotstand zu beheben und die Kliniken zu reformieren. Eine Reformkommission wurde gebildet, um in Deutschland die Krankenhaus-Versorgung umzubauen.

Das klingt sehr schön nach „In die Hände spucken und das Problem lösen“, und der Boden dafür wurde schon lange vorbereitet. Die Bevölkerung hat die nötigen Triggerwörter bekommen und ist schon entsprechend konditioniert, dass hier etwas Grundlegendes getan werden muss, um die Krankenhäuser rentabel zu machen und besser zu strukturieren und den Pflegenotstand zu lösen.

Dabei ist die Politik schon lange dabei, einen Plan umzusetzen, der, wenn er der Bevölkerung bekannt wäre, große Sorgen machen dürfte. Es geht nämlich ganz gezielt und absichtlich weg von den eigenständigen, öffentlich geführten Kliniken und hin zu den privaten, großen Klinikkonzernen.

Schon die vom damaligen Gesundheitsminister Seehofer eingeleitete Reform 1997 wurde damit begründet, dass die deutsche Bevölkerung überaltere, die Gesundheitskosten explodierten und das Gesundheitssystem erodiere. Einsparungen wurden vorgenommen, Leistungen gekürzt. Die niedergelassenen Ärzte mussten Einbußen hinnehmen, und viele kommunale Krankenhäuser gerieten in finanzielle Engpässe. Die Kommunen verkaufen seitdem langsam ein Krankenhaus nach dem anderen an große Klinikkonzerne, und können so ihre Haushalte deutlich entlasten.

Schon seit zwanzig Jahren wächst der Anteil der Klinikkonzerne im Krankenhauswesen. Die vier ganz Großen sind Asklepios, Fresenius, Rhönkliniken und Sana. Um einmal einen Eindruck zu vermitteln, um welche Beträge es hier im Klinikbereich geht: Im Jahr 2007 erzielten diese vier Großkonzerne bereits einen GEWINN von 7 Milliarden Euro. Im Jahr 2016 erwirtschaftete HELIOS allein einen Gewinn von 543 Millionen Euro. Asklepios erwirtschaftete 2013 45 Millionen Euro.

Interessant auch zu wissen, wer die Eigner der großen Kliniken sind. Anteilseigner des Fresenius-Klinikkonzerns sind Blackrock, die Royal Bank of Canada, Goldman Sachs Asset Management LP, Morgan Stanley & Co Inc.

Die großen Vier arbeiten konsteneffektiver. Wie das? Ein Posten, bei dem man am ehesten und richtig viel sparen kann, sind die Personalkosten. Bei den Klinikkonzernen ersetzen Haustarife die Bundesangestelltentarife und für das übernommene Personal gilt „friß, Vogel, oder stirb!“

Den Verkauf des deutschen Gesundheitssystems an private Konzerne kleidet man natürlich, wie immer, in wohlklingende Fachwörter: „Medizinische Versorgungszentren“ und „Medizinische Kompetenzzentren“ sollen entstehen. Das soll durch „Synergie-Effete“, kürzere „In-House-Wege“ und „Vernetzung“ die Kosten senken und durch „zuverlässige Normen“ die erwünschten „Qualitätssteigerungen“ bewirken.

Zuverlässige Normen sind aber, beschäftigt man sich damit etwas, nichts anderes, als das Eindampfen von ganz individuell angepassten Diagnoseformen und ganz persönlichen Therapieplänen herunter auf Standard-Modul-Therapien. Das muss man sich in etwa so vorstellen: Das Ganze findet in spezialisierten Abteilungen in einer riesigen Klinikfabrik statt, wo der Patient nicht mehr seinen behandelnden Arzt kennt und dieser auch nicht mehr seinen, ihm bekannten Patienten mit dessen individuellem Persönlichkeits- und Krankheitsbild. Stattdessen werden Patienten wie Nummern durch die jeweils spezialisierte Abteilung geschleust. Die nächste Abteilung weiß dann zwar, welches Behandlungsmodul Patient Nummer 452678 davor bekommen hat, und welches Behandlungsmodul jetzt angesagt ist. Ob das aber wirklich auf den Menschen passt und ihn heilt, der da wie ein Werkstück auf einem Fließband weitergeschoben wird?

Was Synergien betrifft: Wie praktisch, dass der Fresenius-Klinikkonzern auch gleich die Dialyseprodukte vom Hersteller Fresenius benutzen kann und dieser keinerlei Konkurrenzprodukte fürchten muss.

 

 

Wenn die freien, öffentlichen Kliniken den Konzernkliniken weichen, wie es geplant ist, bauen die Krankenhauskonzerne eine Machtstellung auf, die einem Monopol gleichkommt. Sie können durch ihre niedrigeren Kosten die freien Krankenhäuser aus dem Rennen werfen. Irgendwann ist dann der Patient in seiner medizinischen Versorgung alternativlos auf das „Angebot“ der Krankenhauskonzerne angewiesen. Er kann auch keine zweite, unabhängige Meinung so ohne weiteres einholen. Er kann keine unterschiedlichen Behandlungsmethoden abwägen oder aussuchen. Das Recht auf freie Arztwahl ist damit de facto abgeschafft.

Wir sollten wachsam verfolgen, was mit den freien Krankenhäusern und Hausarztpraxen geschieht und uns als Bürger auch einschalten, wenn wir irgendwo lesen, dass wieder ein selbstständiges Krankenhaus von einem Klinikkonzern übernommen werden soll. Das erste Anzeichen dafür ist meistens das Anstimmen von Jammergesängen über das Defizit. Dass die öffentliche Hand aber die Fördergelder ganz absichtlich einkürzt, um das selbständige Krankenhaus verkaufen zu müssen und dadurch den kommunalen Haushalt zu entlasten, das wird meistens nicht erwähnt.

Die öffentlichen Krankenhäuser zur Gesundheitsversorgung, die Wasserversorgung, die öffentlichen Verkehrsmittel, die Polizei, die Armee und die Gefängnisse sollten nicht in privaten Konzernhände kommen. Da, wo es doch geschieht, sehen wir immer eine Verteuerung, sobald der Bürger keine Alternative mehr hat und eine Qualitätsverschlechterung, weil es dann in erster Linie um Profite geht.

 

 

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Quelle:

Die Unbestechlichen

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