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Es sieht alles sehr schick und vornehm aus in den Autos, aber die ganzen Materialien gasen bis zu 100 giftige Substanzen aus. Bild: Pixabay, Peter H, gemeinfrei

100 Krebserregende, giftige Gase im Auto und in der Klimaanlage – auch Benzol und Formaldehyd

14. März 2019 | Gesundheit | Ernährung | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | connectiv.events

Bald ist es wieder wärmer und die Sonne wird wieder scheinen. Wenn man zu Hause losfährt oder nach einem Stadtbummel oder einem Spaziergang wieder ins geparkte Auto steigt, dann sollte man zuerst einmal durchlüften. Warum?

Der ganze Kunststoff im Auto enwickelt Gase

Weil im Autoinneren sehr viel Kunststoff verbaut ist, und der gast aus. Je wärmer, umso mehr. Wer in ein Auto steigt, was länger in der prallen Sonne geparkt war, der bemerkt das schon an dem Plastikgeruch, der deutlich wahrnehmbar ist. Dann befinden wir uns aber schon in einereiner Gaskammer mit einer höchste gefährlichen Konzentration giftiger Gase. Steht das irgendwo in der Bedienungsanleitung? Nein. Natürlich nicht. In manchen Bedienungsanleitungen steht, man möge doch, bevor man die Klimaanlage anschaltet, die Fenster öffnen und frische Luft ins Auto lassen. Warum man das so besorgt anempfohlen bekommt, steht da nicht. Das hat seinen guten Grund. Aber dazu kommen wir gleich noch.

 

 

Die ganzen Kunststoffbestandteile im Auto entwickeln im geschlossenen Fahrzeug schon bei mäßig warmen Temperaturen Benzol- und Formaldehyd-Ausgasungen. Diese beiden Gase sind die giftigsten. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hat aber festgestell, das ist noch lange nicht alles. Etwa 100 giftige Chemikalien machen aus dem Auto eine Gaskammer. Die Chemikalien stammen aus dem Kunststoff, den LAcken, den Textilien und der Klimaanlage. Außer den als krebserregend eingestuften Chemikalien Formaldehyd und Benzol gibt es noch weitere 50 flüchtige organische Stoffe – und das in Gesundheitsschädlichen Konzentrationen – je nach Temperatur im Auto.

100 giftige Gase im Auto – aber Benzol und Formaldehyd sind auch krebserregend

Benzol zum Beispiel greift die Knochen an, undschädigt die Zellen im Knochenmark, die für die Blutbildung zuständig sind. Das Ergebnis kann schon bei leichter, aber stetiger Exposition Anämie verursachen, ist man den Benzoldämpfen länger ausgesetzt, kann dadurch eine Leukämie entstehen. Die zulässige Obergrenze für Benzoldämpfe in geschlossenen Räumen beträgt 50 mg. Ein geparktes Auto mit geschlossenen Fenstern bringt es aber schon im Schatten leicht auf 400 – 800 mg Benzol. Wird das Auto in der Sonne geparkt, steigt der Benzolspiegel auf 2000-4000 mg, das ist das 40fache des zugelassenen Höchstwertes. Wer also in einen Backofen von Auto steigt, der in der Sonne stand und richtig schön nach Chemie stinkt, der atmet reines Gift ein. Während die Knochen und das Knochenmark lange braucht, bis sich eine Leukämie deswegen entwickelt hat, schädigt die Benzolsauna recht schnell Leber und Niere.

Patricia Cameron, die Expertin für Chemie beim BUND gibt zu bedenken „Der Giftcocktail in den Autos ist Besorgnis erregend. Die Konzentration der Chemikalien überschreitet die erlaubten Grenzwerte teilweise um ein Vielfaches. Wenn Wissenschaftler beispielsweise für Formaldehyd einen Maximalwert von 0,125 Milligramm pro Kubikmeter Luft empfehlen, in Autos aber die dreifache Menge gefunden wird, muss dringend gehandelt werden.“

 

 

Formaldehyd steht Benzol in seiner Gesundheitsschädlichkeit in nichts nach. Auf der Seite des Umweltbundesamtes finden wir zu Formaldehyd folgendes: „Nachdem Formaldehyd bislang in der EU als „kann vermutlich Krebs erzeugen“ (Kategorie 2 gemäß CLP-Verordnung) eingestuft war, wurde es im Juni 2014 durch die EU aufgrund neuer Erkenntnisse als „kann Krebs erzeugen“ (Kategorie 1 B gemäß CLP-Verordnung) eingestuft. Eine Einstufung in die Kategorie 1B erfolgt, wenn ausgehend von tierexperimentellen Daten und Erfahrungen am Menschen angenommen werden kann, dass eine Substanz beim Menschen Krebs erzeugen kann. Bei Formaldehyd entwickelten Ratten, die wiederholt hohe Konzentrationen des Stoffes eingeatmet hatten, im Laufe ihres Lebens Tumoren in der Nasenhöhle. Einige wissenschaftliche Studien, die die Auswirkungen von hohen Formaldehyd-Belastungen am Arbeitsplatz untersucht haben, fanden bei den exponierten Personen im weiteren Verlauf ihres Lebens mehr Fälle von Krebs in der Nasenhöhle und im Nasenrachenraum als (ohne Formaldehyd) erwartet wurde.“

Kampfstoffgas aus der Klimaanlage – um das Klima zu schützen

Wer nun meint, man könne ja einfach die Klimaanlage eimschalten, dann kühlt das ja alles schnell ab, der täuscht sich. Mit der kühleren Luft kommt auch gleich ein neues Gift ins Auto. Das neue Kältemittel R123 steht unter Verdacht, einen hochtoxischen Stoff freizugeben. Carbonylfluorid. Chemiker der Ludwig-Maximilian-Universität in München berichten, dass dieses Carbonylfluorid ein chemischer Abkömmling eines Kampfstoffes ist:

„Carbonylfluorid ist ein Abkömmling des Kampfstoffs Phosgen, der im ersten Weltkrieg eingesetzt wurde. Bereits Fluorwasserstoff (Flusssäure) ist stark ätzend und so giftig, dass eine handtellergroße Verätzung zum Tod führen kann. Das Gift bindet das Kalzium im Körper, was Herzversagen auslöst, wenn kein Gegenmittel aufgetragen wird. Carbonylfluorid ist noch toxischer, da es leichter in den Körper eindringen kann. Es reizt die Augen, Haut und Atemwege. Wird Carbonylfluorid eingeatmet, kann es schlimmstenfalls die Lungenbläschen verätzen, in den Blutkreislauf eindringen und zum Tod führen.“

 

 

Du fragst Dich, warum zum Teufel so ein grauenhaft giftiges Zeug in die Klimaanlage kommt und uns regelrecht vergast? Nun, aus Umweltschutzgründen und um das Klima zu retten. Nein, kein Witz. Prof. Andreas Kornath, der sie Untersuchung des Kältemittels gemacht hat, erklärt:

„Aufgrund von Vorgaben der EU sind die Autohersteller verpflichtet, neue Kältemittel für die PKW-Klimaanlagen zu verwenden. Das bisherige Kältemittel R134a ist in der EU seit dem Jahr 2011 in neuen Autotypen verboten, da es zur Klimaerwärmung beiträgt. In Deutschland ist das neue Kältemittel R1234yf bereits seit Längerem umstritten. Es gab bereits von verschiedenen Institutionen und auch Autoherstellern Tests, in denen festgestellt wurde, dass sich R1234yf bei Unfällen entzünden kann, und bei denen der Austritt von Flusssäure (Fluorwasserstoffsäure) nachgewiesen wurde.“

„Bisherige Risikoanalysen der Hersteller des neuen Kältemittels haben Carbonylfluorid jedoch ignoriert. Angesichts unserer Ergebnisse regen wir an, die Risiken des Kältemittels R1234yf neu zu bewerten“, sagt Kornath. Seit 2017 müssen alle neuzugelassenen Fahrzeuge in der EU den neuen Grenzwert für das sogenannte Global Warming Potential (GWP) – das Treibhauspotenzial – beim Kältemittel einhalten.

In wirklich gefährlichen kampfstofftauglich-tödlichen Mengen wird das Carbonylfluorid allerdings nur freigesetzt, wenn es verbrennt. Das kann aber bei Unfällen oder einem überhitzten Motor leicht passieren, weil der Stoff entzündlich ist. Immerhin gibt es 40.000 Autobrände im Jahr. Der Hersteller des Kältemittels, Honeywell, sieht dagegen keinen Grund zur Besorgnis. Momentan werde außerdem an einer Alternative zu R1234yf gearbeitet: das Kältemittel CO2, berichtet das Umweltbundesamt.

 

 

Leute, macht die Fenster auf!

Wenn Ihr ins Auto steigt, macht am besten eine Weile die Fenster auf und einen Luftaustausch, damit die ganzen Kunststoff-, Lack- und Textilfarbendämpfe raus gehen und das Benzol und Formaldehyd herausgeweht wird. Ein kleiner Trost für die, die ein altes Auto fahren: Nach und nach lässt die Ausgasung nach. In den ersten Monaten werden in Neuwagen wirklich kritische Werte erreicht. Nach ein par Jahren kommt fast nichts mehr herausgedampft (vielleicht außer, wenn es wirklich absolut heiß in der Karre geworden ist).

 

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