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Massives Bienensterben durch zu viele Pestizide

17. Mai 2018 | Natur | Umwelt | YouTube

 

Udine – In Friaul-Julisch Venetien werden in Sachen Umweltschutz Nägel mit Köpfen gemacht. Der Untersuchungsrichter von Udine ordnete wegen – so der Verdacht – einem von exzessivem Einsatz von Pestiziden verursachten Bienensterben die Beschlagnahme von Mais- und Sojafeldern sowie die Vernichtung der gesamten Ernte an. Gegen insgesamt 38 Personen wurden Ermittlungen eingeleitet. Ihnen wird die Straftat der Verursachung einer Umweltkatastrophe zur Last gelegt.

Untersuchungsrichter Daniele Faleschini verfügte in den letzten Tagen die Beschlagnahme von ungefähr 20 landwirtschaftlichen Flächen. Die vom Richter verordneten Maßnahmen wurden von der staatlichen Forstpolizei durchgeführt, wobei 38 Personen die Ermittlungsbescheide zugestellt wurden. Die Besitzer der Felder, welche vor allem mit Mais und Soja bestellt sind, werden in der Umgebung der Anbauflächen für ein massives Bienensterben verantwortlich gemacht. Laut Vermutung des Richters sei dies auf die exzessive Ausbringung von Pestiziden zurückzuführen. Daniele Faleschini wirft den Verantwortlichen nichts weniger als die Verursachung einer Umweltkatastrophe vor.

Allen 38 Personen wird vorgeworfen, „eine illegale Beeinträchtigung oder eine messbare Verschlechterung des Ökosystems und generell der Artenvielfalt der Fauna“ verursacht zu haben. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen die betroffenen Flächen und die darauf angebauten Feldfrüchte mit Neonicotinoiden – einer Gruppe von hochwirksamen Insektiziden – behandelt worden sein.

Entsprechende Hinweise von Imkern, welche eine Halbierung der Lebenszeit ihrer Bienen beobachtet hatten, waren zuvor bei den Behörden eingegangen. In Italien ist es das erste Mal, dass die Gerichtsbarkeit im Fall der stetig sinkenden Anzahl der Bienen tätig wird. In der Europäischen Union ist man der Meinung, dass dieses Phänomen auf die exzessive Ausbringung von Pestiziden zurückzuführen ist. Eine Verringerung des Bienenbestandes wird vonseiten der EU seit Jahren beobachtet.

Seit 2006 nahm dieses Problem immer größere Ausmaße an. Bereits 2013 berichtete die EFSA – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit – dass es zwischen der Verringerung des Bienenbestandes und dem Gebrauch verschiedener in der Landwirtschaft benutzten chemischen Verbindungen einen Zusammenhang geben soll. Schon im Jahr 2008 gewann vor dem Regionalen Verwaltungsgericht von Latium eine Vereinigung von Bienenzüchtern ein Gerichtsverfahren gegen drei multinationale Konzerne, in dessen Folge einige Pestizide EU-weit verboten wurden. Am 27. April holte die EU zu einem weiteren Schlag aus und ordnete wegen der erwiesenen Schädlichkeit für die Bienen ein Nutzungsverbot von drei Neonicotinoiden an.

Und wie sieht es in Südtirol aus? In Mals wurden erste Schritte für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur unternommen. Und wann gehen die heimischen Imker überall auf die Barrikaden?

 

Quelle:

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