0 „Nahrungsergänzung“ als Heilmittel für angeschlagene Korallenriffe | connectiv.events
Seite auswählen

„Nahrungsergänzung“ als Heilmittel für angeschlagene Korallenriffe

30. September 2018 | Natur | Umwelt | Wissenschaft | Forschung | ARTE

 

 

Blumentiere, wie Korallen auch genannt werden, sind die Baumeister der Karibik. Sie schaffen artenreiche Riffe – diese werden in Hunderttausenden von Jahren durch Verkarstung zu verschachtelten Unterwasserhöhlen, nach Erosion zu weißen Sandstränden und nach tektonischen Hebungen zu ganzen Inselwelten.

Doch die Baumeister sind angeschlagen, stellenweise sind über 90 Prozent der karibischen Riffe abgestorben. Besonders im Süden des Subkontinents, in Costa Rica und Panama, haben Rodungen und Bodenabtragung deutliche Spuren im Meer vor der Küste hinterlassen. Die Riffe wurden, zusätzlich zu den Auswirkungen von Wassererwärmung und -versauerung, von Sedimenten buchstäblich zugeschüttet. Über weite Strecken sind die Korallenstöcke erstickt, von Algen überwuchert.

Welche Wege der Wiederansiedlung finden statt, wenn die Ursachen des Sterbens verringert werden? Welche Tricks und Wege kennt die tropische Natur, sich anzupassen und Lebensräume zurückzuerobern?

Einmal im Jahr finden die magischen Nächte der Karibischen Unterwasserwelt statt – eines der größten Wunder und zugleich Rätsel der Unterwasserwelt. Verschiedenste, noch lebende Korallenstöcke entlassen Milliarden von Eiern und Spermien ins Meer, in einer Region von mehreren Quadratkilometern, fast auf die Minute genau. Ihre Mission ist, sich zu finden, und als Larven neuen Untergrund zu besiedeln. Die Hoffnung für abgestorbene Riffregionen.

Der Film dokumentiert diese Unterwasserorgie der Karibik in nie gesehenen Aufnahmen. Fluoreszenzkameras erlauben einen faszinierenden Einblick in das Leben einer Korallenlarve vom Zeitpunkt des Laichens bis zur Ansiedlung auf einem abgestorbenen Riff.

 

 

 

Der Meeresbiologin Vega Thurber besucht  auf einr sechswöchigen Expedition viele Korallenriffen. Es geht ihr aber nicht ausschließlich um die Korallen. Gemeinsam mit ihrem Team von der Oregon State University möchte die Wissenschaftlerin die Genetik jener Mikroorganismen erforschen, die auf der Oberfläche der Blumentiere und in ihrem Inneren leben. Diese winzigen Symbionten, bei denen es sich im Wesentlichen um Algen und Bakterien handelt, helfen nämlich den Korallenkolonien in äußerst vielfältiger Art und Weise: von der Unterstützung des Stoffwechsels bis zur Bildung chemischer Verbindungen, die der Abwehr krankheitserregender Bakterien dienen. Fast scheint es, als würden die Symbionten potenziellen Eindringlingen mit der Botschaft »Bleib weg, das gehört mir« eine Warnung erteilen, verdeutlicht Vega Thurber.

Wenn man herausfinden könnte, welche speziellen Aufgaben die symbiontischen Untermieter für ihre Wirtskorallen erfüllen, würde dieses Wissen vielleicht dazu beitragen, ein Massensterben abzuwenden, das nach Ansicht vieler Korallenexperten und Naturschützer bereits in vollem Gang ist, mutmaßt die Mikrobiologin. Das von uns besuchte Marovo-Riff befindet sich zwar noch in seinem natürlichen Zustand, doch solche intakten Korallenriffe sind heutzutage immer seltener anzutreffen. Bedingt durch die Erwärmung, Versauerung und Verschmutzung der Weltmeere und als Folge destruktiver Fischfangmethoden werden gerade viele der seit Jahrtausenden gewachsenen Korallenriffe auf verheerende Weise zerstört.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich anhand der Mischung der in und auf den Korallen lebenden Mikroorganismen – ihres Mikrobioms – unter anderem feststellen lässt, ob die Korallen dem Stress der sich verändernden Umweltbedingungen auch in Zukunft gewachsen sind. Aus diesem Grund hat sich Vega Thurber während der vergangenen Jahre im Rahmen des so genannten Global Coral Microbiome Project damit beschäftigt, eine Gendatenbank der mikrobiellen Gemeinschaften von Korallenriffen aufzubauen, die schon jetzt die weltweit größte ihrer Art darstellt.

 

 

 

»Wiederaufforstung« zerstörter Riffe

Natürlich ist es nicht möglich, Bedrohungen wie die zunehmende Erwärmung und Verschmutzung der Meere, denen Korallenriffe ausgesetzt sind, einfach so aus der Welt zu schaffen – zumindest nicht innerhalb kürzester Zeit. Dennoch weisen die Forschungsarbeiten von Vega Thurber und ihren Kollegen einen Weg, mit dessen Hilfe diese Probleme auf geschickte Weise umgangen werden könnten: indem man einerseits gefährdete Korallen mit nützlichen Mikroorganismen ausstattet, die ihnen eine erhöhte Stresstoleranz verleihen, und indem man andererseits Korallen, die von Natur aus eine Mischung widerstandsfähiger Mikroben besitzen, zur »Wiederaufforstung« zerstörter Riffe verwendet.

Während sich die Blumentiere durch langsames Wachstum und längere Fortpflanzungszeiten auszeichnen, entwickeln sich ihre mikroskopisch kleinen Mitbewohner sehr viel schneller und sind daher in der Lage, sich rasch an die veränderten Umweltbedingungen der Ozeane anzupassen. Die Mikroorganismen könnten also ihre Wirtsorganismen schützen, lange bevor die Korallen selbst dazu im Stande sind.

Nur langsam beginnen sich erste Antworten auf diese Fragen abzuzeichnen. Vor Kurzem veröffentlichten Vega Thurber und ihre Kollegen eine Studie, in der sie den Funktionen bestimmter Gruppen von Mikroorganismen im Lebensraum Korallenriff auf den Grund gegangen waren. Die Forscher fanden heraus, dass Bakterien der Gattung Endozoicomonas die Korallen vor dem Ausbleichen schützen, während Vertreter der Vibrionales den Ausbruch einer Korallenerkrankung signalisieren.

Vor einigen Jahren hatte Muller Untersuchungen an Korallenkolonien vor den Florida Keys durchgeführt. Sie kratzte erkranktes Oberflächengewebe von den Korallenstöcken ab und fand durch eine DNA-Sequenzanalyse heraus, dass Bakterien der Gattung Rickettsia etwa 50-mal häufiger in diesen Proben vertreten waren als im Gewebe gesunder Korallen. Als Muller Vega Thurber von ihren Ergebnissen berichtete, lieferte diese ihr gleich eine plausible Erklärung. Laut Vega Thurbers eigenen Daten neigt jene Bakteriengattung nämlich dazu, bei erhöhten Nährstoffkonzentrationen sehr gut zu gedeihen.

Nach Ansicht der Mikrobiologin war das von Muller nachgewiesene verstärkte Auftreten von Rickettsia höchstwahrscheinlich das Resultat eines erhöhten Nährstoffeintrags vom Land in die umgebenden Gewässer, der auch die Korallen in Mitleidenschaft gezogen hatte. In Zukunft, davon ist Vega Thurber überzeugt, könnte eine Behandlung von Korallenkolonien wie dieser mit gesundheitsfördernden Mikroorganismen, so genannten »Korallen-Probiotika«, oder eine gezielte Ansiedlung von Korallen, die derartige Mikroben enthalten, dazu führen, dass Korallen ausgewogenere Mikrobiome entwickeln, die ihnen selbst bei länger anhaltenden ungünstigen Nährstoffverhältnissen bessere Überlebenschancen verschaffen.

 

 

Laborkorallen sollen sich im Meer verbreiten

Und schließlich könnten sich Vega Thurbers Erkenntnisse als ein zentrales Element von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Korallenriffen auf der ganzen Welt erweisen und vielleicht auch bei einem der ehrgeizigsten Vorhaben des Mote Marine Laboratory zur Anwendung kommen. Jenes Projekt sieht vor, innerhalb der nächsten 15 Jahre mehr als eine Million im Labor gezüchtete Korallenfragmente ins offene Meer zu »verpflanzen«, und zählt somit zu den umfangreichsten Renaturierungsversuchen, die das Mote Laboratory oder irgendeine andere Institution je unternommen hat. Seit 2014 sind von diversen Organisationen auf der ganzen Welt insgesamt nur etwa 100 000 Korallen im offenen Meer wiederangesiedelt worden; Wissenschaftler des Mote Marine Laboratory haben die gefährdeten Riffe im Bereich der Florida Keys bisher mit mehr als 20 000 neuen Korallenfragmenten bestückt.

Vor einigen Jahren etablierte der am Mote Marine Laboratory tätige Meeresbiologe David Vaughan die Technik der so genannten Mikrofragmentierung – ein Verfahren, bei dem kleine Korallenstücke mit Hilfe einer Bandsäge von einem größeren Korallenstock abgetrennt werden. In meeresbiologischen Forscherkreisen gilt das Mote-Institut seitdem als eine Art Pionier der Wiederherstellung von Korallenriffen. Beim ersten Ausprobieren seiner Methode stellte Vaughan mit Verblüffung fest, dass die Korallenfragmente etwa 25-mal schneller wuchsen als normale Korallen. Inzwischen stellt sein Schnellverfahren zur Anzucht von Korallentransplantaten das Herzstück der Bemühungen zur Renaturierung von Korallenriffen am Mote Marine Laboratory dar.

Für einen erfolgreichen Wiederaufbau von Riffen in großem Maßstab müssen allerdings die neu angesiedelten Korallen robust genug sein, um längere Zeiträume an ihrem neuen Standort zu überdauern, und genau deshalb sei das sich ständig erweiternde Wissen Vega Thurbers hinsichtlich der Korallen-Mikrobiome so unglaublich wichtig, betont Muller. »Man will doch nicht für viele hunderttausend Dollar Korallen im offenen Meer ausbringen, die schon in fünf Jahren wieder verschwunden sind.«

 

 

________________________________________________________________________

 

Die Plattform von connectiv.events bietet Dir vielfältige und effektive Möglichkeiten, Dich, Deine Arbeit und/oder Dein Unternehmen bei einem thematisch breitgefächerten Publikum vorzustellen. Die Bekanntheit und auch die Beliebtheit von connectiv.events wächst von Tag zu Tag.

Im digitalen Zeitalter ist es besonders wichtig, einander real zu begegnen. Die Gelegenheit dazu hast Du bei unseren Events. Eine Termin-Übersicht findest Du im Event-Kalender.
Abonniere doch gleich unseren Youtube-Kanal. Damit unterstützt Du unseren Bekanntheitsgrad und verpasst keine neuen Produktionen mit spannenden Themen und Gästen.
Verpasse auch keine Informationen über kommende Events, sowie interessante Artikel, Beiträge und Menschen und melde Dich ebenfalls für unseren Newsletter an.
Wir entwickeln unsere Plattform ständig weiter und wünschen Dir viel Freude beim Stöbern auf connectiv.events

________________________________________________________________________________

Ganzen Beitrag lesen auf:

https://www.spektrum.de/news/koennen-probiotika-korallen-widerstandsfaehiger-machen/1592752
Bildredakteur:

YouTube Unser Planet RT Qi-Technologies Niki Vogt Guido Grandt Eva Maria Griese connectiv.event Anti Spiegel

Textredakteur:

Zentrum für neuroregenerative Medizin Zentrum der Gesundheit YouTube Yavuz Özoguz Wolfgang H. Meyer Wolfgang Eggert Walter Häge Uta Faerber Unsere Kur Unser Planet Tina Knabe Thomas Röper Tagesdosis sto. sternenlichterblog2 Selbstheilung Online Russia Beyond RT Rainer Taufertshöfer Qi Technologies Pressetext Pravda TV Pierre Kranz Peter Denk Peter Andres Orania Zentrum Oliver Nevermind Oliver Nevermid Oliver Janich Niki Vogt NADH NachdenkSeiten Mikro Dosus Martin Strübin Martin Auerswald Marc Friedrich & Matthias Weik Lebensfreude aktuell Kopp Jasinna Jakob Brand Impfen nein Danke HeilKräuterInfos Guido Grandt Gottfried Glöckner Giuseppe Nardi genesis pro life Freie Medien Eva Maria Griese Erich Hambach Eric Epenberger EMG Dr. Wolfram Fassbender Dr. Reinhard Kobelt Dr. Rath Dr. med. Maria Iliadou-Maubach Dr. Marcel Polte DAS HANFBLATT Daniel Prinz connectiv.events caltech Body Effects Arthur Tränkle ARTE Anna Maria August Andreas Humbert  Andreas Beutel Ali Erhan Airnergy AE aus P in Z  Mikro Dosus

Quelle:

Stuttgarter Nachrichten

ARTE

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This