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Nervenfasern am Darm. Mittlerweile weiß die Wissenschaft, dass das dichte Nervengeflecht um den Darm eine Art zweites Gehirn ist. Es sind dieselben Nervenzellen und sie stehen miteinander in Verbindung.

Parkinson könnte seinen Ursprung im Darm haben und ins Gehirn wandern

30. Januar 2019 | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Es scheint, dass der Nervenschaden, der zu Parkinson führt, im Magen oder im Dickdarm beginnt, bevor er sich in die Gehirnzellen ausbreitet – aber wir wissen nicht, was er verursacht.

Wir haben anscheinend falsche Vorstellungen über die Parkinson-Krankheit gehabt. Der Zustand „Parkinson“ kann durch eine Schädigung des Darms entstehen, nicht im Gehirn. Sollte diese Idee richtig sein, öffnet sich die Tür für ganz neue Behandlungsmöglichkeiten, bevor Symptome auftreten. „Das würde das ganze Spiel verändern“, sagt David Burn von der Newcastle University, UK. „Es gibt viele verschiedene Mechanismen, die die Ausbreitung möglicherweise stoppen könnten.“

 

 

Die Parkinson-Krankheit verursacht Tod von Neuronen (Nervenzellen) tief im Gehirn, was dann zu Zittern, Steifheit und Bewegungsstörungen führt. Zwar gibt es Medikamente, die diese Symptome lindern, aber mit fortschreitender Krankheit verlieren si an Wirkung. Ein klares Merkmal der Erkrankung sind Ablagerungen quasi unzerstörbarer Fasern einer Substanz namens Synuclein. Normalerweise sind sie als kleine, lösliche Moleküle in gesunden Nervenzellen vorhanden, bei Menschen mit Parkinson dagegen klumpen sich die Synucleinmoleküle zu Fasern zusammen.

Der erste Hinweis, dass dieser Übergang außerhalb des Gehirns beginnen könnte, wurde vor etwa einem Jahrzehnt gefunden, als Pathologen berichteten, dass sie während der Autopsien die unterscheidbaren Synukleinfasern in den Nerven des Darms entdeckt hatten – sowohl bei Menschen mit Parkinson als auch bei Patienten ohne Symptome, die jedoch die Fasern bereits im Gehirn aufwiesen. Sie vermuteten, dass der Auslöser dieser Nervenveränderung eine unbekannte Mikrobe oder ein Gift sein könnte.

„Wenn man den Ort kennt, wo es zuerst zuschlägt, kann man es frühzeitig erkennen und behandeln.“

Die Feststellung ergab auch Sinn, denn Menschen mit Parkinson klagen häufig über Verdauungsprobleme – vor allem über Verstopfung -, die bis zu 10 Jahre vor dem Auftreten des typischen Zittern beginnt. Interessanterweise ist ein weiteres, frühes Symptom von Parkinson der Verlust des Geruchssinns. Es sei kein Zufall, sagt Burn, dass Nase und Darm zwei Organe sind, in denen Nervenzellen der Außenwelt ausgesetzt sind – und damit möglicherweise problematischen Toxinen und Mikroben.

Die Wissenschaftler konnten sogar nachweisen, dass die Synucleinfasern vom Darm hoch bis tief in das Gehirn wandern. Collin Challis vom California Institute of Technology und seine Kollegen injizierten zum Nachweis Synukleinfasern in den Magen und Darm von Mäusen. Drei Wochen später waren die Fasern an der Basis des Gehirns zu sehen, und nach zwei Monaten waren sie zu Teilen des Gehirns gereist, die die Bewegung kontrollierten. Die Mäuse wurden auch weniger beweglich – ähnlich wie bei Parkinson-Patienten.
Über diese Arbeit wurde letzten Monat beim Treffen der Society for Neuroscience in San Diego ausführlich berichtet.

 

 

Ist es die Darmflora?

Diese Studie baut auf einer wachsenden Zahl von Arbeiten dazu auf, dass der Darm bei Parkinson eine große Rolle spielt, sagt Burn. Zum Beispiel haben Menschen, die den Hauptnerv am Bauch durchschnitten haben – eine ehemalige Behandlung von Magengeschwüren – ein geringeres Risiko für die Erkrankung. Es wurde allerdings kein einzelnes Bakterium oder Virus als Ursache gefunden. Frühe Beweise deuten jedoch darauf hin, dass Parkinson- Patienten andere Darmbakterien haben als gesunde Menschen. Einige Ärzte experimentieren bereits mit der Behandlung von Patienten mit Antibiotika oder Transplantaten. „Es könnte sein, dass die falschen Bakterien im Darm Entzündungen auslösen“, sagt Sébastien Paillusson vom King’s College London. „Wir wissen, dass Entzündungen dazu führen, dass Synuklein eher zusammenklumpt.“

Andere Studien haben gezeigt, dass Landwirte bestimmten Pestiziden ausgesetzt sind und Menschen, die ihr Trinkwasser aus Brunnen bekommen – die möglicherweise mit Pestiziden kontaminiert sind – häufiger Parkinson bekommen. Vielleicht können diese Chemikalien auch die Nerven im Darm schädigen. Wer oder Was auch immer der Übeltäter sein mag, wenn man weiß, wo er zuerst zuschlägt, kann er frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zum Beispiel sind Medikamente in Arbeit, die Synukleinfasern aufnehmen oder deren Bildung blockieren. Wenn diese den Menschen gegeben werden, bevor die Fasern das Gehirn erreichen, sollten sie bessere Erfolgschancen haben. Es könnte auch möglich sein, eines Tages während Darmspiegelungen für die Früherkennung von Darmkrebs auch nach Darmfasern für die Früherkennung von Parkinson zu suchen, sagt Burn.

 

 

 

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