Psilocybin im Wandel der Wahrnehmung

Bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts wurden Berichte über „Zauberpilzkulte“ in Südamerika als Legenden abgetan und auf eine Verwechslung mit den seit dem 19. Jahrhundert bekannten Peyote-Kakteen geschoben. Meskalin wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts isoliert. Noch vor 100 Jahren galt man als „Lügenerzähler“, wenn man behauptete, es gebe Pilze, die „religiöse Erlebnisse“ erzeugen könnten.
Erst Gordon Wasons Begegnung mit Maria Sabina, einer mexikanischen Schamanin in den 1950er Jahren brachte die „Magischen Pilze“ als Realität ins Bewusstsein der westlichen Zivilisation. Albert Hofmann, der Erfinder des LSD, extrahierte zwei aktive Substanzen aus den Pilzen, die ihm Maria Sabina in Mexiko mitgab und nannte sie Psilocin und Psilocybin. Psilocin zeigte sich als weniger stabil an der Luft und therapeutisch weniger interessant, Psilocybin feierte große Erfolge als einziger Wirkstoff von „Indocybin“, welches die Schweizer Sandoz AG 1960 auf den Markt brachte.