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"Unterbrochene Mahlzeit" (1838), Ölgemälde von Heinrich von Rustige, (gemeinfrei): das Gemälde war die Vorlage zu Figur des Zappelphilipps im erzieherischen Bilderbuch "Der Struwwelpeter" im Jahr 1845

Psychosen durch ADHS-Medikamente: Brauchen Kinder eigentlich nur ein kindgerechteres Leben?

26. März 2019 | Autarkie | Freies Leben | Bewusstsein | Spiritualität | Familie | Soziales | Gesundheit | Ernährung | Medizin | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Jugendliche und junge Erwachsene, die unter der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS leiden und Amphetamine wie „Adderall“ verabreicht bekommen, sollen ein höheres Risiko haben, eine Psychose zu entwickeln – im Vergleich zu ADHS-Betroffenen, die Methyphenidat-Stimulanzien wie Ritalin erhalten. Das jedenfalls will eine wissenschaftliche Studie festgestellt haben.

ADHS-Medikamente können zu Psychosen führen

Für diese Studie wurden zwei Versicherungs-Datenbanken herangezogen, aus deren Daten die Autoren die Verläufe bei 221.486 mit ADHS diagnostizierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 13 bis 25 Jahren verfolgte. Den jungen Menschen war erstmals zwischen den Jahren 2004 und 2015 ein Stimulans verschrieben worden. Die eine Hälfte von ihnen erhielt Amphetamine wie Adderall und die andere Hälfte Methylphenidate wie Ritalin. Insgesamt 343 der beobachteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelte wenige Monate nach Einnahme der Medikamente eine Psychose. Dabei zeigte sich, dass diese schwere Nebenwirkung bei den Patienten, die Amphetamin einnahmen, mit 0,21% doppelt so hoch war, wie bei  den Patienten, die Methylphenidat einnahmen, namlich 0,1%. Die Studie wurde am 21. März 2019 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

 

 

Dr. Lauren Moran, Assistenzprofessor an der Harvard Medical School, Psychiater am McLean Hospital und leitender Autor der Studie erläutert: „Wir haben Fälle gesehen, in denen Menschen keine nennenswerte psychiatrische Vorgeschichte hatten, aber nach dem Einsatz von Stimulanzien eine Psychose entwickelten, meistens nach Einnahme von Adderall“. Dr. Moran fügte hinzu, dass es ihre eigenen Beobachtungen waren, die sie selbst bei den jungen Patienten machte, die plötzlich eine solche Psychose nach Einnahme der genannten Mittel entwickelten. Diese Beobachtung habe sie dann zu einer zielgerichteten Forschung veranlasst.

ADHS-Symptome – oft nichts anderes als Ausdruck einer kinderfeindlichen Lebensweise?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist als eine Entwicklungsstörung definiert, zu deren Symptomen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Unruhe oder starke Impulsivität zählen, Verhaltensweisen, die eigentlich meist Ausdruck von Charaktereigenschaften sind. Etwa, wie man früher zum Beispiel über ein Kind sagte, es sei ein Wildfang, ein Träumerchen, Ein Zappelphilipp, ein Schusselchen oder ein aufbrausender Wutzwerg. Kritiker der ADHS-Diagnosen sehen in der ADHS-Diagnose eher eine Pathologisierung kindlicher Unangepasstheit. Das könne durchaus auch nur einen Entwicklungsabschnitt im Leben eines Heranwachsenden sein, der in der durchregulierten, konformisierten Lebenswelt einer städtischen Kleinstfamilie und in überfüllten Klassen mit überforderten Lehrern als Störfaktor gesehen und ausgegrenzt wird. Nicht selten, so merken manche Kinderpsychologen, Lehrer und Erzieungsfachleute an, sind Kinder auch schlecht erzogen. Viele beruflich zu eingespannten Eltern haben heute auch einfach zu wenig Zeit, sich wirklich um die Erziehung der Kinder zu kümmern. Es sei daher kein Wunder, wenn der „Wildwuchs“ dann wenig sozialisiert ist. Besonders Jungen mit einem stärkeren, grobmotorischen Bewegungsdrang könnten diesen nicht ausleben, wenn sie morgens in der Wohnung keinen Krach machen dürfen, weil sich sonst die anderen Mieter beschweren, mit dem Auto, in dem sie stillsitzen müssen in die Schule gebracht werden, wo sie wieder bis Mittags stillsitzen müssen, um dann wieder stillsitzend nach Hause zu fahren, wo sie ihre Hausaufgaben stillsitzend erledigen, bis sie danach vor dem Fernseher sitzen oder vor einer Spielkonsole. Beim Abendessen ist auch Stillsitzen angesagt bis zur Bettruhe. Der Bewegungsdrang und die aufgestaute Energie finde kein Ventil und verändere sich dann zu auffälligem Verhalten, das angeblich mit Medikamenten behandelt werden müsse, anstatt dem Kind eine Möglichkeit zu geben, sich zu bewegen, sich „auszutoben“, zu schreien, Spaß zu haben, seine körperlichen Fertigkeiten zu entwickeln und seiner NAtur entsprechend Knochen und Muskeln zu bewegen, wobei aicu Aggressionen abgebaut werden. Das sei viel besser, als sie zu unterdrücken oder wegzumedikamentieren.

Das Risiko der Psychose ist seit über 10 Jahren bekannt

Die Stimulanzien, die bei der Bekämpfung der definierten ADHS-Symptome eingesetzt werden, sind in der Tat wirksam. Die mögliche Nebenwirkung einer Psychose ist allerdings schon seit mehr als 10 JAhren bekannt. Schon 2007 hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) die Hersteller dieser Mittel verpflichtet, auf den Ettiketten und Beipackzetteln eine Warnmeldung zu drucken, dass diese Stimulanzien bei Patienten ohne Vorgeschichte zu psychotischen oder manischen Symptomen führen könnten.

Die aktuellen Richtlinien empfehlen bei diagnostizierter ADHS entweder Methylphenidat oder Amphetamin als Erstlinientherapie. Jugendliche und junge Erwachsene in den USA erhielten im Jahr 2015 im Vergleich zu 2004 viermal häufiger Amphetamin wie Adderall und 1,6-mal häufiger eines für Methylphenidate wie Ritalin, so die neue Studie. „Es gibt subtile Unterschiede in der Art und Weise, wie Adderall und Ritalin die Dopaminsysteme im Gehirn beeinflussen“, sagte Dr. Moran. Beide Stimulanzien wirken über die Dopamin-Pfade im Gehirn, aber Adderall verursacht eher eine Freisetzung von Dopamin, wohingegen Ritalin eher die Wiederaufnahme blockiert, so dass es länger bleibt. Der Anstieg von Dopamin während einer psychotischen Episode ist der Wirkung eines Stimulanzmittels wie Adderall sehr ähnlich, was einige der Ergebnisse erklären könnte, fügte Moran hinzu.

Viele Ärzte promoten trotzdem den Einsatz von ADHS

Dr. Rebecca Baum war nicht an der Studie beteiligt. Die Entwicklungs- und Verhaltenskinderärztin am Nationwide Children’s Hospital in Ohiosie drückte aber ihre Sorge aus, die Ergebnisse der Studie könnten Eltern erschrecken und sie von den doch sehr wirksamen Behandlungen ihre Kinder mit Ritalin und Adderall abschrecken. Sicher müsse man bei der Einnahme von Medikamenten immer Nutzen und Risiko abwägen, räumte Dr. Baum ein, betonte aber, dass ADHS eine behindernde Krankheit sein könne, wenn die Symptome nicht gut kontrolliert werden und obwohl eine Psychose mögliche, schwerwiegende Nebenwirkung ist, sei sie doch immer noch sehr selten. „Die überwiegende Mehrheit meiner Patienten hat ADHS und ich kann viele Patienten recht erfolgreich behandeln.“, sagte Baum. Zum Glück seien Psychosen in ihrer Praxis kein Nebeneffekt, der oft auftritt, fügte sie hinzu.

Was die Eltern und jungen Erwachsene betrifft, die vor der Entscheidung stehen, ob sie ein solches Medikament einnehmen sollen oder nicht, drückte die Studienleiterin Dr. Moran ihre Hoffnung aus, dass ihre Forschungsergebnisse zu einem Gespräch und Nachdenken über Risiken, Nutzen dieser Mittel führt und dass Alternativen zu Pharmaka, wie Verhaltenstherapie und nicht-medikamentöse Möglichkeiten mehr berücksichtigt werden.

Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüter: ADHS ist keine Krankheit!

Wer jetzt den Kopf schüttelt, dass die Ärztin Dr. Rebecca Baum nicht wahrhaben will, dass es doch gut wäre, den Weg in die Medikamentierung der ADHS-Betroffenen neu zu überdenken, der versteht nicht, warum Eltern, Ärzte und Lehrer sich gegen eine Neubewertung des ADHS wehren. Prof. Hüter erklärt in dem kurzen Videoausschnitt unten, warum diese Leute da nicht mehr herauskommen. Er selbst wurde mit seiner Meinung, dass ADHS möglicherweise gar keine Krankheit ist, besonders wütend ausgerechnet von den Eltern von ADHS-Kindern angegriffen. Gerade da sollte man doch vermuten, dass ein großes Interesse für bessere Wege vorhanden sein müsste. Es ist aber so, dass die Ärzte, Eltern und Lehrer Angst davor haben, dass die Medikamente nicht der richtige Weg sind. Denn dann müssten sie sich möglicherweise eingestehen, dass es falsch war, die Kinder mit nicht ungefährlichen Substanzen, die die Hirnchemie stören, behandelt zu haben, wenn es doch einfachere, natürlichere und bessere Wege gegeben hätte, wie zum Beispiel mehr Bewegung, mehr Kreativität, mehr Unternehmungen, mehr Freiheit sich auszutoben, einfach ein anderes Leben mit mehr Freiheit statt Pillen zum Stillhalten. Das würde ja bedeuten, sie haben als Eltern, Arzt, Lehrer versagt, es sich zu einfach gemacht. Sie könnten den Kindern nicht die richtige Lebensumgebug gegeben haben. Sie befürchten, sich selbst vielleicht den Vorwurf machen zu müssen, das „auffällige Kind“ mit Medikamenten ruhiggestellt zu haben, statt seine wahren Bedürfnisse zu erfüllen. Und das ertragen sie nicht.

Prof. Dr. Gerald Hüther erklärt in diesem Gespräch, welche Erfahrungen er nach seiner Aussage „ADHS ist keine Krankheit“ machen durfte. Daraus ergibt sich ein Spiegelbild unserer Gesellschaft im Umgang mit Menschen. Prof Dr. Gerald Hüther wünscht sich mehr Würde im Umgang miteinander – nur so kann jeder sein ganzes Potenzial entfalten.

In einem langen Interview kommt Prof. Hüther auch auf das Thema ADHS. Hier der Ausschnitt über ADHS.

 

 

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