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Reifenhersteller macht Autoreifen aus Löwenzahn

14. Dezember 2018 | Natur | Umwelt | Wirtschaft | Finanzen | Wissenschaft | Forschung | connectiv.events

Der Löwenzahn (Taraxacum) ist eine Pflanze, deren Lebenswille und Zähigkeit verblüffend und bewundernswürdig ist. Er wächst fast überall und wenn es im Straßenasphalt eine Ritze gibt, ist die erste Pflanze, die sich dort ein Zuhause macht und die Blätter hinausstreckt, der Löwenzahn. In windstillen Ecken im Garten bekommt er große Blätter und lange Blütenstängel, wo der Wind pfeift werden die Blätter kleiner und ledriger und der Blütenstiel bleibt kurz. Er passt sich an. Er findet genug Platz zum Leben in den schmalen Fugen der Gehsteigplatten, und reißt man ihn aus, so wächst er nach wenigen Tagen aus dem verbliebenen Wurzelrest nach. Seine frischen, jungen Frühlingsblätter sind ein leckerer Salat und er ist ein altes Volksheilmittel gegen Gallenleiden. Wenn die Blüte verwelkt, nennen ihn die Kinder „Pusteblume“, denn seit vielen Generationen ist es ein beliebtes Spiel für kleine Kinder, die schirmchenförmigen Samen, die wie eine feine Gespinstkugel um den Blütenboden haften, wegzupusten. Sie fliegen weit im leichtesten Wind, die fedrigen Samenschirmchen, und verbreiten den Löwenzahn auf diese Weise weiter.

 

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Pflückt man die Löwenzahnblüte, sondert der Blütenstiel eine weißliche, dicke Flüssigkeit ab, die leicht klebrig antrocknet. Als Kinder haben wir damit Blätter aneinandergeklebt, es war so eine Art Naturkleber, aber nicht besonders haltbar. Jetzt hat die Wissenschaft festgestellt: Die weiße Löwenzahn-Pflanzenmilch enthält Kautschuk.

Der Reifenfabrikant Continental ist bereit, einen Versuch damit zu machen und künftig statt aus tropischen Kautschukbäumen aus der Pflanzenmilch in Löwenzahnwurzeln den Kautschuk für seine Autoreifen herstellen. Ganz neu ist die Idee nicht. Mangels Verfügbarkeit großer Kautschukmengen hat man in Deutschland bereits ab der 1930er-Jahre bis einige Jahre nach dem Krieg Fahrzeugreifen teilweise aus Löwenzahnkautschuk gemacht. Die Qualität war bescheiden.

 

 

Denn es haperte an einer geeigneten Extraktionstechnik, sagt Professor Dirk Prüfer von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Prof. Prüfer ist Leiter eines Wissenschaftlerteams, das zusammen mit dem Reifenhersteller nach wirksamen Methoden sucht, den Kautschukanteil aus Löwenzahnwurzeln zu extrahieren. Jetzt nahm Continental in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern ein Forschungs- und Versuchslabor zur Kautschukgewinnung. Naturkautschuk ist trotz allem industriellen Fortschritt heute noch unentbehrlich für Lkw-Reifen und  Pkw.Winterreifen.

Die Investition betrug nach Angaben von Continental 35 Millionen Euro, das Land Meckvorpomm steuerte 11,6 Millionen bei. Mittelfristig sollen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal 20 Jobs entstehen. Continental ist stolz, hier Pionierarbeit zu leisten: „Als erster Reifenhersteller weltweit investieren wir einen derart signifikanten Betrag in die Industrialisierung des Löwenzahnkautschuks“, sagt Continental-Vorstandsmitglied Nikolai Setzer zur Eröffnung. Das Unternehmen sehe Russischen Löwenzahn als Alternative und Ergänzung zu dem Rohstoff aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), um den global steigenden Bedarf umweltverträglich und verlässlich zu decken.

 

 

Entwickeln sich die Versuchsergebnisse erfolgversprechend, will Continental den neuen Löwenzahngummi-Rohstoff innerhalb von zehn Jahren in der Serienproduktion einsetzen. Das erste Muster eines Winterreifens mit einem Laufstreifen aus reinem Löwenzahnkautschuk kam laut Continental schon 2014 auf der Straße zum Einsatz. 2016 folgte der erste Lkw-Reifen mit einem Laufstreifen aus sogenanntem Taraxagum-Kautschuk.

An dem Projekt haben Wissenschaftler der Universität Münster und des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, das Julius-Kühn-Institut Quedlinburg und Continental sowie Pflanzenzüchter jahrelang gearbeitet. Als Rohstoff dient Russischer Löwenzahn, der kleiner ist, aber einen viel höheren Kautschukgehalt besitzt als die einheimische Pflanze, wie Prüfer erläutert. Die Wurzel bestehe zu etwa 15 Prozent aus Kautschuk. «Schon bei den ersten Experimenten zeigte sich, dass der Kautschuk so gut ist wie vom Kautschukbaum», sagt der Wissenschaftler. Inzwischen sei der Löwenzahn züchterisch so optimiert worden, dass der Gehalt an Inhaltsstoffen stabil ist.

 

 

Bei der Standortwahl für das Versuchslabor, das «Taraxagum Lab» nach dem lateinischen Namen Taraxacum für Löwenzahn, half der Zufall mit. Prüfer stellte die Idee 2013 in Anklam auf Biotechnologietagen vor und stieß in der Stadt auf Interesse. Alles weitere ergab sich: Geeignete Böden und große Flächen in der Umgebung, Landwirte, die zum Anbau des «Unkrauts» bereit waren, sowie Erfahrungen in der Stadt mit der Verarbeitung von Wurzeln – von Zuckerrüben. In Anklam produziert die einzige Zuckerfabrik Mecklenburg-Vorpommerns.

2017 bauten Landwirte von vier Unternehmen rund um das nahe gelegene Ducherow erstmals in größerem Umfang Löwenzahn an, auf etwa 30 Hektar. Anfang Dezember erntete die Ducherower Agrar GmbH ihre 12 Hektar große Fläche ab, wie ein Mitarbeiter sagt. Das Blattgrün bleibe auf dem Acker, die Wurzeln würden nach Anklam gebracht. Sorgen, dass der Löwenzahn sich in der Region jetzt überall verbreitet, gebe es in der Bevölkerung nicht. Der Russische Löwenzahn wildert nicht aus, wie Prüfer versichert.

 

 

Ein Ziel bei der Züchtung des Löwenzahns seien größere Wurzeln und ein Ertrag von einer Tonne Kautschuk pro Hektar. Das entspräche dem Ertrag auf Kautschukplantagen, vergleicht Prüfer. Geerntet werden die Wurzeln vorläufig mit einer Möhrenerntemaschine. «Es muss aber eine spezielle Erntemaschine gebaut werden», sagt er.

Im Labor werden die Wurzeln in Mühlen mit Wasser zerquetscht, wobei der Kautschuk ausgewaschen wird, ohne dass giftige Lösungsmittel nötig seien. Die Rückstände können in die Biogasanlage gehen oder zu Bioethanol verarbeitet werden. Auch das ist Prüfer zufolge ähnlich wie bei der Zuckerrübenverarbeitung.

 

 

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