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EPSTEIN SPECIAL: Rekrutier Jean-Luc Brunel ebenfalls des sexuellen Missbrauchs beschuldigt

25. August 2019 | Allgemein | Geschichte | Politik | Geo-Politik | connectiv.events

von Pierre Kranz

Es nimmt kein Ende. Gerade recherchiert man über einen bestimmten Sachverhalt, eine konkrete Persönlichkeit, die mit Jeffrey Epstein verbunden war, fliegt einem sofort der nächste Hochkaräter ins Haus. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Oliver Janich bedanken, der auf seinem Telegram-Kanal unermüdlich Informationen und Entwicklungen zum Fall Epstein publiziert. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass die Zugehörigkeit in die Umlaufbahnen von Epstein nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.

 

Ein französischer Modelscout

In vergangenen Artikeln habe ich bereits über den französischen Modelscout Jean-Luc Brunel  berichtet. Seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein, sein Unternehmen MC2 sowie die Verflechtungen zu Leslie Wexners Modeunternehmen Victorias Secret.

Jahrzehntelang war man der Annahme, durch den geschlossenen Deal von Epstein im Jahr 2007, keine Ermittlungen gegen potenzielle Mitverschwörer einleiten zu können, da diese Immunität genießen. Nach der angeblichen Selbsttötung von Epstein, so berichten mit der Untersuchung vertraute Quellen, werden einige Mitarbeiter und Komplizen nun von den Ermittlungsbehörden unter die Lupe genommen.

Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Brunel reichen Jahrzehnte zurück, konnten bis dato aber nicht bewiesen werden. Das könnte sich nun ändern. Drei ehemalige Models wagten den Weg ins Licht der Öffentlichkeit und geben an, in den 80er und 90er Jahren von Brunel in Paris missbraucht worden zu sein.

Brunel etablierte sich in den 1980er Jahren fest als einer der Globalplayer in der Modebranche, als er als Scout bei der Karin Models Agentur in der französischen Hauptstadt arbeitete. Nach eigener Aussage hat Brunel federführend die Modelkarrieren von berühmten Persönlichkeiten wie Jerry Hall, Angie Everhart und Christy Turlington lanciert.

Doch spätestens in den 80er Jahren zeigte sich auch ein anderes, ein dunkleres Gesicht des selbsternannten Modelscouts.

 

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Ehemalige Models und Missbrauchsopfer in der Öffentlichkeit 

Virginia Roberts Giuffre, das wohl bekannteste von schier unzähligen Missbrauchsopfern, behauptete vor Gericht, Brunel habe mehrfach Teenagermädchen an Epstein vermittelt, in die USA geschleust, Modellvisa beantragt und zum Sex freigegeben.

Soweit so bekannt. Giuffre gibt weiter an, zum Geschlechtsverkehr mit Brunel im Anwesen von Epstein gezwungen worden zu sein. Brunel wies 2015 jede Beteiligung an Straftaten und Verbrechen an Minderjährigen zurück:

„Ich leugne entschieden, im Rahmen meiner Tätigkeit als Scouter- oder Modelagenturen-Manager jede unerlaubte Handlung oder jegliches Fehlverhalten begangen oder toleriert zu haben.“

Neben Virginia Giuffre gibt es drei ehemalige Models, die nach eigener Aussage von Brunel sexuell missbraucht wurden. Ihre Geschichten möchte ich an dieser Stelle gerne nacherzählen.

Die Fälle gehen bis in die frühen 80er Jahre zurück.

Das erste Model stammt aus den Vereinigten Staaten, möchte aber nicht beim Klarnamen genannt werden. 1984, nein das hat jetzt nichts mit George Orwell zu tun, wurde sie außerhalb von Paris von Brunel entdeckt und kontaktiert. Unter dem Vorwand neben ihm noch andere Personen aus der Branche zu treffen, fuhr sie mit Brunel nach Fontainebleau, einer kleinen französischen Stadt südöstlich von Paris.

Angekommen im Anwesen in Fontainebleau, zog er sich aus, hing sich ein großes Badehandtuch um die Taille und verschwand unter der Dusche. Kurze Zeit später kam er wieder heraus und das mutmaßliche Opfer erzählt:

„Er ist immer wieder über mich hergefallen und ich versuchte, ihn abzuwehren. Er packte meine Brüste und griff mir in den Schritt. Ich versuchte immer wieder mit ihm zu reden und zu sagen: Warum tust du das? Ich will das nicht tun.“

 

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Später in der Nacht, nachdem Brunel eingeschlafen war, floh sie aus dem Fenster, kletterte auf einen nahegelegenen Felsvorsprung, wo sie für den Rest der Nacht blieb. Über die Geschehnisse sprach sie nur mit ihrer bereits verstorbenen Tante, mit ihren Eltern nie, da sie am Boden zerstört war.

Vier Jahre später reiste ein weiteres Model nach Paris. Die damals 19-jährige Courtney Soerensen aus Pennsylvania träumte ebenso von einer erfolgreichen Modelkarriere. Soerensen berichtet von mehreren Vorfällen, in der sie unsittlichen Berührungen ausgesetzt war. Ihre schiere Zurückweisung und Ablehnung gegenüber Brunel führte dazu, dass er ihre Karriere sabotierte und letztlich ruinierte.

 „Er wurde sehr handgreiflich, fing an mich zu berühren, versuchte mich zu küssen, mich dazu zu bringen, mich auf das Bett zu legen, nur um es auszuprobieren. Er versuchte mir mein Hemd auszuziehen und wollte meine Bauchmuskeln sehen. Er packte meine Brüste und legte seine Hand auf meinen Hintern. Es gab ein Mal, wo er sich an mir rieb.“

Öffentlich beschuldigt hat sie Brunel erstmals vor mehr als 30 Jahre. Während eines Interviews für eine Show im Sender CBS erzählte sie von ihren Erlebnissen. Doch der Sender lehnte eine Veröffentlichung ab.

Die Dritte Frau im Bunde war die damals 18-jährige Thysia Huisman. Im September 1991,  Huisman war auf einer Party im Hause Brunel eingeladen, fühlte sie sich nach einem Drink unwohl und benommen. Daraufhin wurde das niederländische Model ins Schlafzimmer gebracht.

„Ich erinnere mich, dass er auf mir lag und ich versuchte, ihn abzustoßen. Ich habe versucht, mich zu bewegen, merkte aber schnell, dazu nicht in der Lage gewesen zu sein. Ich war wie gelähmt. Ich hörte den Reißverschluss meiner schwarzen Bluse. Ich hatte auch einen schwarzen Rock. Ich fühlte ihn zwischen meinen Beinen…“

Am Folgetag, so berichtet sie, wachte sie auf, nicht klar sehen könnend, alles war wie verschwommen, mit Prellungen an ihren Oberschenkeln.

„Ich hatte das Gefühl, dass wir Sex hatten. Ich wusste es. Ich weiß es.“

Desorientiert und sichtlich angeschlagen, packte Huisman schnell ihre Sachen und floh aus der Anwesen in Richtung Bahnhof.

Obwohl Epstein nach seiner Verurteilung 13 Monate in Haft verbrachte, weil er sich in wenigen Fällen für schuldig erklärte, er sich als Sexualstraftäter registrieren ließ, tat dies der Freundschaft von Brunel und ihm keinen Abbruch. Im Gegenteil, laut Gerichtsakten besuchte Brunel ihm 2008 mehrfach im Gefängnis.

 

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Textredakteur:

Pierre Kranz

Quelle:

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