0 Russische Arktis war 1920-1940 wärmer als heute | connectiv.events
Seite auswählen

Russische Arktis war 1920-1940 wärmer als heute

19. Juni 2018 | Natur | Umwelt | Politik | Geo-Politik | Wissenschaft | Forschung | YouTube

 

Fritz Vahrenholt hat die Prognosen des Weltklimarates zur Erderwärmung als falsch bezeichnet. „Das Ausmaß dessen, was uns der Weltklimarat erzählt, stimmt nicht. 50 Prozent der Erderwärmung sind, auch in den letzten 30 Jahren, auf natürliche Weise entstanden. Wenn wir das bis 2100 projizieren, kommen wir nicht auf vier Grad, sondern nur auf ein Grad Erwärmung.“ Der Vorsitzende der Geschäftsführung von RWE Innogy stellt grundsätzlich nicht die Notwendigkeit CO2 zu sparen in Frage. Er ist aber der Meinung, „dass die Sonne uns genug Zeit geben wird, die Dinge zu regeln, da sie in den nächsten Sonnenzyklen inaktiver werden wird“. Vahrenholt sieht sich mit seiner Position in der öffentlichen Diskussion ausgegrenzt: „Das ist so vorschnell, wie es immer wieder mit Vorurteilen versucht wird, die Dinge in eine gewisse Ecke zu stellen.“

Hier ein Beispiel und Leseprobe aus seinem Buch „Die kalte Sonne“.

Wie verlief in dem letzten hundert Jahren die Temperaturentwicklung in der Arktis? Als erstes interessieren wir uns für die harten Fakten. Bei Climate4You finden wir die per Satellit gemessene Temperaturentwicklung (UAH) der Arktis:

Abb. 1: Temperaturentwicklung der Arktis während der letzten 40 Jahre. Daten: UAH. Graphik: Climate4You

 

Wir sehen in den letzten 4 Jahrzehnten eine Erwärmung. Nach einer (El Nino-) Wärmespitze 2016 geht es nun aber wieder stetig bergab. Die kältesten Temperaturen gab es Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre. Davor war es wärmer. Um 1980 wurden ähnliche Temperaturen gemessen wie heute. Leider gibt es keine Satellitendaten aus der Zeit von vor 1979, daher ist noch nicht einmal ein voller 60-Jahres-Ozeanzyklus abgedeckt, was die Zuordnung von anthropogenen und natürlichen Anteilen an der Erwärmung der letzten Jahrzehnte erschwert.

Aber es gab natürlich Wetterstationen vor 1979. Und die haben in der Arktis bereits in den 1930er und 40er Jahren eine Wärmephase aufgezeichnet, während der es ähnlich warm war wie heute. Beispiel: Opel et al. 2009 rekonstruierten die Temperaturgeschichte in der russischen Arktis für die letzten 100 Jahre anhand eines Eiskerns. Das Wärmemaximum ereignete sich in den 1930er Jahren, nicht etwa heute:

115 Jahre Eiskerndaten von Akademii Nauk Eiskappe, Severnaya Zemlya: hochauflösende Aufzeichnung des eurasischen arktischen Klimawandels
Von 1999 bis 2001 wurde ein 724 m tiefer Eiskern auf der Akademii Nauk Eiskappe, Severnaya Zemlya, gebohrt, um hochauflösende Proxy-Daten aus der zentralen russischen Arktis zu gewinnen. Trotz der starken Schmelzwasserperkolation im Sommer liefert dieser Eiskern wertvolle Informationen über die regionale Klima- und Umweltgeschichte. Wir präsentieren Daten von stabilen Wasserisotopen, Schmelzschichtgehalt und Hauptionen von den obersten 57 m dieses Kerns, die den Zeitraum 1883-1998 abdecken. Die Datierung wurde durch Zählen saisonaler Isotopenzyklen und unter Verwendung von Referenzhorizonten erreicht. Die mehrjährigen δ18O-Werte reflektieren die sub-arktischen und arktischen Oberflächen-Lufttemperaturschwankungen. Wir fanden starke Korrelationen zu Instrumententemperaturdaten von einigen Stationen (z. B. r = 0,62 für Vardø, Nordnorwegen). Die δ18O-Werte zeigen deutliche Temperaturänderungen im 20. Jahrhundert, mit einem starken Anstieg um 1920 und dem absoluten Temperaturmaximum in den 1930er Jahren. Eine kürzliche Abnahme der Deuterium-Überschuss-Zeitreihe deutet auf eine zunehmende Rolle der Karasee als regionale Feuchtigkeitsquelle hin. Aus den mehrjährigen Ionenvariationen haben wir im 20. Jahrhundert abnehmende Meeressalz-Aerosoltrends abgeleitet, die sich in Natrium und Chlorid widerspiegeln, während Sulfat und Nitrat stark von anthropogenen Verschmutzungen betroffen sind.

Abb. 2: Temperaturentwicklung Severnaya Zemlya (russische Arktis) während der letzten 130 Jahre. Ausschläge nach oben=warm. Quelle: Opel et al. 2009

Europäische Luftreinhaltepolitik entlarvt die Erwärmung der Arktis durch Treibhausgase

Die drastische Verringerung der Sulfatpartikelemissionen in Europa erklärt zum Teil die verstärkte Erwärmung der Arktis seit den 1980er Jahren, wie eine neue Studie in Nature Geoscience zeigt.

Die drastische Verringerung der Sulfatpartikelemissionen in Europa erklärt zum Teil die verstärkte Erwärmung der Arktis seit den 1980er Jahren, wie eine neue Studie in Nature Geoscience zeigt. Das Team, das sich aus Wissenschaftlern der Universität Stockholm und des norwegischen Meteorologischen Instituts zusammensetzt, erklärt, dass ihre überraschende Erkenntnis ein noch dringenderes Bedürfnis nach einer Verringerung der Treibhausgasemissionen zur Abschwächung des Klimawandels in der Arktis zeige. Menschliche Aktivitäten wie industrielle Produktion, Transport, Stromerzeugung und Holzverbrennung emittieren große Mengen winziger Schadstoffpartikel, die z. B. Ruß und Sulfat enthalten, in die Atmosphäre. Hohe Luftmengen dieser Partikel, auch Aerosolpartikel genannt, verursachen in Europa jährlich etwa 400.000 vorzeitige Todesfälle und können über weite Entfernungen transportiert werden. Aerosolpartikel haben unterschiedliche Größen sowie chemische und physikalische Eigenschaften, die alle ihre Klimawirkung bestimmen.

„Rußpartikel absorbieren Sonnenstrahlung und erwärmen das Klima, ähnlich wie Treibhausgase wie Kohlendioxid. Sulfatpartikel dagegen reflektieren die Sonnenstrahlung und wirken als Keime für die Bildung von Wolkentröpfchen und kühlen dadurch das Klima „, sagt Juan Acosta Navarro, Doktorand am Department of Environmental Science and Analytical Chemistry (ACES) und am Bolin Zentrum für Klimaforschung, Universität Stockholm, und Co-Autor der Studie. Er fährt fort: „Die Gesamtwirkung von Aerosolpartikeln menschlichen Ursprungs auf das Klima hat sich im letzten Jahrhundert abgekühlt, was die durch die Zunahme der Treibhausgasemissionen verursachte Erwärmung teilweise verdeckt hat.“

Sulfatemissionen, die zum Beispiel sauren Regen verursachen, erreichten in Europa und Nordamerika in den 1980er Jahren ihren Höhepunkt, was zur Einführung strenger Regelungen führte, um diese zu reduzieren. Die neue Studie zeigt, dass diese Politik tiefgreifende Auswirkungen auf die Arktis hatte. „Mithilfe eines numerischen Klimamodells konnten wir feststellen, dass Sulfatreduktionen in Europa zwischen 1980 und 2005 einen beträchtlichen Teil der verstärkten Erwärmung in der Arktis in diesem Zeitraum erklären können, da sich der Ferntransport, atmosphärische Winde und Meeresströmungen verändert haben. Mit anderen Worten, dank der in Europa eingeführten Luftqualitätsvorschriften wurde ein Teil des Maskierungseffekts von Aerosolpartikeln reduziert, was die wahre Erwärmung der Arktis durch Treibhausgase aufzeigt „, sagt Annica Ekman, Professorin am Department of Meteorology (MISU). und Bolin-Zentrum für Klimaforschung, Universität Stockholm, die auch diese Studie mitverfasst hat. Die Wissenschaftler erwarten eine weitere Erwärmung in der Arktis, da die Treibhausgasemissionen weiter ansteigen werden und die Aerosolpartikelemissionen wahrscheinlich abnehmen werden, um die Luftverschmutzung in verschiedenen Teilen der Welt zu bekämpfen.

Ein Teil der Arktis-Erwärmung geht übrigens auf Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Europa zurück. Die anthropogenen Sulfatpartikel hatten lange Jahre lang die Temperaturen der Arktis gekühlt wie die Universität Stockholm mitteilte (via Science Daily). Sollen wir aus Klimaschutzgründen jetzt wieder anfangen zu ferkeln?

J. C. Acosta Navarro, V. Varma, I. Riipinen, Ø. Seland, A. Kirkevåg, H. Struthers, T. Iversen, H.-C. Hansson, A. M. L. Ekman. Amplification of Arctic warming by past air pollution reductions in Europe. Nature Geoscience, 2016; DOI: 10.1038/ngeo2673

Aber auch nachträgliche Veränderungen der Messdaten lassen die Arktis heute wärmer erscheinen, als sie wohl eigentlich ist (siehe hier und hier). Eine schöne Zusammenfassung zum Klimawandel in der Arktis kann man bei Judith Curry finden.

 

Weiter lesen auf:

http://www.kaltesonne.de/russische-arktis-war-1920-1940-warmer-als-heute/
Bildredakteur:

YouTube Unser Planet RT Qi-Technologies Niki Vogt Guido Grandt Eva Maria Griese connectiv.event Anti Spiegel

Textredakteur:

Zentrum für neuroregenerative Medizin Zentrum der Gesundheit YouTube Yavuz Özoguz Wolfgang H. Meyer Wolfgang Eggert Walter Häge Uta Faerber Unsere Kur Unser Planet Tina Knabe Thomas Röper Tagesdosis sto. sternenlichterblog2 Selbstheilung Online Russia Beyond RT Rainer Taufertshöfer Qi Technologies Pressetext Pravda TV Pierre Kranz Peter Denk Peter Andres Orania Zentrum Oliver Nevermind Oliver Nevermid Oliver Janich Niki Vogt NADH NachdenkSeiten Mikro Dosus Martin Strübin Martin Auerswald Marc Friedrich & Matthias Weik Lebensfreude aktuell Kopp Jasinna Jakob Brand Impfen nein Danke HeilKräuterInfos Guido Grandt Gottfried Glöckner Giuseppe Nardi genesis pro life Freie Medien Eva Maria Griese Erich Hambach Eric Epenberger EMG Dr. Wolfram Fassbender Dr. Reinhard Kobelt Dr. Rath Dr. med. Maria Iliadou-Maubach Dr. Marcel Polte DAS HANFBLATT Daniel Prinz connectiv.events caltech Body Effects Arthur Tränkle ARTE Anna Maria August Andreas Humbert  Andreas Beutel Ali Erhan Airnergy AE aus P in Z  Mikro Dosus

Quelle:

YouTube

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Pin It on Pinterest

Share This